„Wenn wir so etwas als Kinder gehabt hätten …“, „Das lässt ja keine Wünsche offen …“ , sagen manche der älteren Besuchenden, die am Freitag zum Richtfest des neuen Kindergartens mit Kinderhort in Großwenkheim gekommen waren. Natürlich mit einem Richtspruch und einem Birkenbäumchen. Wenn es auch nicht mit bunten Bändern geschmückt war, freute es vorrangig die Kinder. „Sie hatten auch danach gefragt“, wusste Bürgermeister Michael Kastl, und deshalb habe man schnell noch eines besorgt.
Das Münnerstädter Stadtoberhaupt lobte vor allem den zügigen Baufortschritt und dankte Firmenchef Christian Radina und seinem Team von der gleichnamigen Zimmerei in Großwenkheim. Von ihm kam hoch oben auch der übliche Richtspruch, bei dem der Dank dem Bauherrn, den ausführenden Firmen, aber auch dem Herrgott galt.
„Gesegnet sei dies Haus und alle, die hier gehen ein und aus“, sagte Christian Radina. Die Frage, wie denn dem Bauherrn der Bau gefällt, beantwortete Kastl mit „Daumen hoch“ und „sehr gut!“ Traditionell hob der Zimmermann das Weinglas, verwies auf den Brauch des Handwerks und zerschmetterte nach dem letzten Schluck das Weinglas auf dem Boden.
Ein besonderer Augenblick für die Kindergartenkinder
Für die Kinder war dies ein besonderer Augenblick, denn so ein Richtfest und dann am eigenen Kindergarten, erlebt nicht jeder. Die Erzieherinnen hatten denn auch mit den Kleinsten ein Lied gelernt, bei dem es um das Haus und ein Fest mit selbstgebackenem Kuchen und Limonade ging. Das stand denn auch für die Kinder und Gäste bereit.
Zuvor sprach Bürgermeister Kastl von einem außergewöhnlichen Gebäude und einem besonderen Tag für die Stadt Münnerstadt. Mit dem Richtfest habe man sich sputen müssen, weil die Arbeiten so zügig vorangingen. „Sonst wäre der Bau fertig und wir hätten kein Richtfest gefeiert.“ Dank sagte der Bürgermeister den Statikern, Planern und vor allem den Handwerkern, die hier gearbeitet haben und noch arbeiten. „Ich habe in meiner Zeit als Bürgermeister von Münnerstadt noch keine Baustelle erlebt, die so schnell und reibungslos funktionierte und vor allem im Kostenrahmen blieb.“
Barrierefrei und mit Notrutsche
Bei einem Rundgang erfuhren die Gäste von Christian Radina von einer Ständerbauweise mit einer Massivholzdecke. Es gibt unter anderem sogar eine Notrutsche, auf die Kinder und Erzieherinnen ganz besonders gespannt sind, die man aber hoffentlich nie brauchen werde. Der Neubau ist direkt an den Altbau angegliedert und verfügt im Übergang vom Alt- in den Neubau über einen Eltern-Wartebereich und ein Leitungsbüro und einen großen Speisebereich mit Ausgabeküche. Im Keller sind die notwendigen Technikbereiche untergebracht.
Im Erdgeschoss ist der Bereich, in dem die verschiedenen Gruppenräume sind. Natürlich ist der neue Kindergarten barrierefrei und verfügt über einen Aufzug. Vorhanden sind entsprechende Lagerräume und Räumlichkeiten für die Kinderkrippe. Im ersten Stock des Neubaus sind dann die älteren Kindergartenkinder. Das gesamte Haus verfügt über große und helle Räume durch große Fenster.
Das kostet das Projekt
Architekt Christian Küster und Bauleiterin Birgit Rheker sprechen von Kosten mit insgesamt rund 5,8 Millionen Euro. Dabei gibt es natürlich staatliche Zuschüsse. Trotzdem bleibt noch ein erklecklicher Teil bei der Stadt Münnerstadt. „Die Kita stärkt unseren Ort, sie ist wichtig für junge Familien und mit dieser Investition verpflichten sich die Stadt und die Träger, diese Einrichtung für 25 Jahre aufrechtzuerhalten“, sagte Stadtrat Arno Schlembach.
Der Kindergarten wird umgebaut und erweitert, um die Kapazität von einer auf vier Gruppen zu erhöhen. Das Projekt umfasst eine Sanierung des Bestandsgebäudes sowie einen Anbau; die Fertigstellung ist für Anfang 2027 geplant. Während der Bauphase sind die Kinder im alten Rathaus untergebracht.














