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Motorsport
Rallye kehrt auf Hammelburger Lagerberg zurück
Im Jahr 2021 gab es die bisher letzte Rallye Fränkisches Weinland, die Strecke am Lagerberg nutzte der AMSC zuletzt 2019. Auf dem Foto ist ein Bremsmanöver von Fred und Kerstin Teuscher aus dem Jahr 2021 zu sehen.
Im Jahr 2021 gab es die bisher letzte Rallye Fränkisches Weinland, die Strecke am Lagerberg nutzte der AMSC zuletzt 2019. Auf dem Foto ist ein Bremsmanöver von Fred und Kerstin Teuscher aus dem Jahr 2021 zu sehen. // Archiv/Karlheinz Franz
Hammelburg – Drei Jahre lang hat die Stadt dem örtlichen Motorsportclub die Nutzung seiner Hausstrecke verwehrt. Im April sollen nun wieder Wertungen möglich sein.

Florian Arand kennt die Vorbehalte: „Beim Motorsport wird halt immer stärker diskutiert als bei anderen Sportarten“, sagt der Sportleiter des Automobil- und Motorsportclubs (AMSC) Hammelburg.

Umso erfreuter ist er, dass der Bauausschuss des Hammelburger Stadtrates am Mittwoch einer Nutzung des Lagerbergs für die Rallye „Fränkisches Weinland“ zugestimmt hat. Eine Prüfung des Landratsamtes steht zwar noch aus, aber vermutlich kann nach drei Jahren Pause am 29. April wieder eine Wertung oberhalb von Pfaffenhausen stattfinden.

Im vergangenen Jahr fiel die Rallye aus

Im Jahr 2019 hatte der Hammelburger Stadtrat beschlossen, dass die Rallye für mehrere Jahre am Lagerberg pausieren muss. 2020 und 2021 suchten sich die Hammelburger Motorsportler deshalb Ausweichstrecken, durch Hygieneauflagen waren die Meisterschaften auch nur mit eingeschränkter Besucherzahl möglich.

Im vergangenen Jahr fiel die Rallye aus organisatorischen Gründen laut Arand sogar ganz aus. In diesem Jahr soll der Rallyesprint nun endlich wieder wie vor der Pandemie über die Bühne gehen.

Laut AMSC ist ein Zeitraum von 8 bis 20 Uhr angesetzt. „Wir werden aber alles dafür tun, die Beeinträchtigungen in Grenzen zu halten“, kündigte Arand an, dass die Zeit sicherheitshalber deutlich länger angesetzt wurde. Wenn kein Fahrzeug liegen bleibe oder unvorhergesehene Ereignisse passieren, seien die Strecken bereits weit vor 18 Uhr wieder frei.

Der AMSC rechnet mit rund hundert Fahrzeugen, die drei Runden auf der Staatsstraße St 2294 und der Panzerstraße unterhalb des Flugplatzes am Lagerberg drehen.

„Verkehr möglichst wenig beeinflussen“

„Bei der Streckenführung wurde darauf geachtet, den Verkehr möglichst wenig zu beeinflussen“, betont der AMSC. Der Verein hätte zwar eine Ausweichroute bei Rottershausen, eine Rallye dort sei aber „logistisch mit einem sehr hohen Aufwand verbunden“.

Als weitere Strecke ist seit Jahren ein Rundkurs oberhalb von Sulzthal Bestandteil der Rallye. Früher sei die Serpentine genutzt worden, mittlerweile weiche der AMSC auf den Langenberg aus. Zudem arbeite der AMSC mit dem örtlichen Motorsportclub Sulzthal zusammen, berichtet Sportleiter Arand.

Mit dem befreundeten Verein gebe es auch eine klare Absprache: „Wenn der MSC seinen eigenen Bergslalom wieder aufnehmen will, müssten wir ausweichen.“ Der Gemeinderat Sulzthal stimmt in seiner Sitzung am Montag, 6. Februar, um 19 Uhr darüber ab, ob die Rallye „Fränkisches Weinland“ auch heuer wieder Station in Sulzthal machen darf.

Assmann: „Nicht mehr zeitgemäß“

„Ich halte das nicht mehr für zeitgemäß“, plädierte 2. Bürgermeisterin Elisabeth Assmann (Grüne) gegen die Rallye am Lagerberg. Sie hatte auch bereits 2019 gegen die Veranstaltung gestimmt.

Kritik hatte es damals vor allem von Pfaffenhausens Ortssprecher Detlef Heim (CSU) gegeben. Die Rallye sei mehrfach in Bürgerversammlungen kritisiert worden. Heim ist kein Mitglied im Bauausschuss und war bei der Sitzung auch nicht anwesend.

„Ich gehe davon aus, dass er bei seiner Ablehnung bleibt“, sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU).

Im Ausschuss gab es auch eine kurze Diskussion darüber, ob das Thema nach dem Stadtratsbeschluss 2019 nicht erneut im Stadtrat beraten werden sollte. Am Ende sah sich der Bauausschuss allerdings als zuständig an, auch wenn nur acht Stadträte bei der Sitzung anwesend waren.

„Da muss man mal durch“, sprach sich CBB-Stadtrat Dominik Sitter für die Rallye aus. Das Rennen 2021 bei Obereschenbach sei „relativ unspektakulär“ gewesen, obwohl die Strecke direkt vom Ort aus zu sehen gewesen sei. In Pfaffenhausen verlaufe die Strecke ja oberhalb des Ortes.

„Aushängeschild der Stadt“

„Der AMSC macht viel für Hammelburg und ist ein Aushängeschild der Stadt“, sagte auch FWG-Stadträtin Gabi Ebert. Auch Bürgermeister Armin Warmuth verwies vor allem auf die Bocksbeutelrallye, die in diesem Jahr zum 20. Mal Oldtimer-Fans nach Hammelburg locke. „Der AMSC ist ein sehr engagierter Verein, deshalb stimme ich der Rallye am Lagerberg zu.“

Der Bauausschuss einigte sich zusätzlich darauf, eine ursprünglich von der Verwaltung vorgeschlagene Sperre wieder zu streichen: Demnach hätte der AMSC nach der Rallye im April den Lagerberg von 2024 bis 2028 nicht nutzen können. Nun wird jedes Jahr neu entschieden. Die Beschlüsse dazu im Bauausschuss fielen mit 6:2 Stimmen eindeutig aus.

Vergabe

Für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses Obererthal wurden drei Gewerke vergeben: Die Fliesenarbeiten übernimmt für 77.650 Euro der „Fliesenshop Fink“ aus Wartmannsroth. Das Angebot liegt rund 27.000 Euro über der Schätzung.

Innentüren und Trennwände baut die Nüdlinger Schreinerei Weber für 22.140 Euro ein, die Schlosserarbeiten gehen an die Hammelburger Firma „Plihals Metallbau-Schlosserei“ für 13.370 Euro. Die beiden letzten Gewerke liegen laut Stadtbaumeister Detlef Mohr im Kostenrahmen.

Bauanträge

Keine Einwände gab es gegen den Ausbau eines Garagendaches in Untererthal, die energetische Sanierung und Erweiterung eines Wohnhauses in der Königsberger Straße in Hammelburg und den Neubau eines Carports in Westheim.

Den Abbruch eines seit Jahren leer stehenden Hauses in Obereschenbach bedauerten zwar einige Räte, trotzdem gab es Zustimmung. Der Natursteinkeller soll erhalten bleiben.

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