Vier Jahre lag der letzte Neujahrsempfang der Stadt Münnerstadt zurück. Jetzt gibt es diese Tradition wieder. Am Freitagabend hatte die Stadt Münnerstadt zum ersten Mal wieder zu diesem Ereignis geladen. Es war somit auch eine Premiere für Bürgermeister Michael Kastl und den Stadtrat. Denn die neue Legislaturperiode begann erst im Mai 2020. Für die Geladenen sei der Empfang eine gute Möglichkeit, sich zu treffen und miteinander zu reden, stellte Theo Vorndran aus Kleinwenkheim fest.
Eine Bilanz
Bürgermeister Michael Kastl nutzte den Neujahrsempfang nicht nur für die Dankadresse, sondern auch für eine Zwischenbilanz der Stadtrats- und Verwaltungsarbeit seit Beginn der neuen Legislaturperiode im Mai 2020.
Es sei ein Neustart aus der Krise heraus gewesen. Damit meinte Kastl nicht nur die Coronapandemie, sondern auch das politische Klima vor seinem Amtsantritt. Es sei gelungen, eine Vertrauensbasis und eine wertschätzende Zusammenarbeit zu schaffen, die die Stadt seither voranbringt, so Kastls Resümee.
Viele Herausforderungen
Trotzdem sei es oft eine Arbeit im Krisenmodus gewesen, weil Corona und die Flüchtlingskrise die Stadt vor Herausforderungen gestellt hatten und teilweise noch stellen. Froh zeigte sich Kastl deshalb über die Unterstützung, unter anderem durch die Ukrainehilfe: "Es ist fantastisch, was sie geschafft haben".
Idee für großen Windpark
Eine Herausforderung sei die Energieversorgung gewesen. Hier sieht Kastl die Kommunen weiter in der Verantwortung. Besonders erwähnte er, dass die Idee des Windparks im Bildhäuser Forst dank der Einstellung eines Klimamanagers im Münnerstädter Stadtrat geboren und angestoßen wurde.
Zahlreiche Investitionen
Michael Kastl zeigte auf, welche Projekte die Stadt in den vergangenen vier Jahren angegangen hat. "Ich bin im positiven Sinn selbst erschrocken über die vielen Investitionen", sagte er über die Anschaffungen fürs Feuerwehrwesen. Er nannte Straßenbauprojekte und Neuplanungen, die Generalsanierung der Mehrzweckhalle oder die erfolgten und künftigen Investitionen im Bereich der Kinderbetreuung und der Trinkwasserversorgung. "Sie sehen, wir konnten bislang trotz aller widrigen Umstände vieles bewirken. Es kommt aber noch einiges auf uns zu. Ich freue mich darauf", erklärte Kastl.
Musik beim Neujahrsempfang in Münnerstadt
Beitrag zur Stadtentwicklung
Landrat Thomas Bold erklärte, dass der Landkreis erhebliche Investitionen im Stadtgebiet leistet. Er nannte als Beispiele die angelaufene Sanierung des ehemaligen Jugendhauses durch die Carl-von-Heß-Stiftung oder die Sozialakademie in Maria Bildhausen. Er sieht darin eine Chance für die Stadtentwicklung und sprach von einer "tollen Ergänzung" zu den Investitionen der Stadt.
In diesem Zusammenhang bedauerte Thomas Bold, dass der Bund für die Akademie Barbara Stamm in Maria Bildhausen keine Fördergelder geben wird. Gleichzeitig kündigte er an: "Wir werden sie zum Laufen bringen, auch wenn der Bund nicht zahlt".
Fortuna hat die Hand im Spiel
Im Rahmen des Neujahrsempfangs gab es auch eine besondere Ehrung. Besonders deshalb, weil die Wahl der geehrten Person dieses Mal Fortuna, besser dem Losglück, überlassen wurde. Zwei kleine Glücksfeen, beide mit Namen Mia, und ein Glückself namens Maximilian zogen n die Person, die den städtischen Präsentkorb für besondere Verdienste erhalten sollte. Wie das Schicksal es wollte, fiel das Los nicht auf einen Münnerstädter, sondern auf Josef Reichert aus Weichtungen, den Kreisobmann der Feldgeschworenen. "Das hätte nicht sein müssen", erklärte dieser im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass Josef Reichert zumindest als halber Münnerstädter gezählt werden kann. Er wurde im Münnerstädter Krankenhaus geboren, war im Studienseminar und am Münnerstädter Gymnasium. Derzeit bereitet er das 100-jährige Jubiläum der Feldgeschworenen-Gruppe im östlichen Landkreis vor, die 1925 im Münnerstädter Bären gegründet wurde. Das Fest steigt nächstes Jahr im Mai, natürlich in Münnerstadt.
Volkstümliche Musik
Musikalisch angenehm umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Musikensemble "Kilian, Kolonat und TonArt", mit dem aus Münnerstadt stammenden Kilian Moritz. Die vier Musiker verbinden fränkische Volksmusik mit der Musik anderer Regionen und Richtungen, vom Balkan bis zum Jazz. In Münnerstadt überraschten sie mit einer beschwingten Version des Heimatspielliedes.
Geistliche Worte
Geistliche Worte sprachen die beiden Ortspfarrer P. Markus Reis und Martin Hild. Sie ermahnten die Münnerstädter zum vertrauensvollen Miteinander. Es sei wichtig, dass sich die Stadt auch offen zeigt für die schwierigen Dinge dieser Welt.
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