Am Karlsberg soll eine Art neuer Campus entstehen. Neben, Grund-, Mittel- Montessori- und Musikschule soll es bald im einen Schülerhort für 200 Kinder geben. Dafür müssen die unteren beiden Stockwerke des ehemaligen BBZ umgebaut und saniert werden.
Weil der Außenbereich für 200 Hortkinder aber nicht ausreicht, müsste die Grünanlage hinter der Musikschule dazu genommen werden, die durch die Schlesierstraße vom alten BBZ getrennt ist. Die Lösung: Die Schlesierstraße wird in diesem Bereich gesperrt. Der Vorteil: Die Kinder können von der Grund- und Mittelschule zum Hort laufen, ohne eine einzige Straße überqueren zu müssen.
Bald Rechtsanspruch auf Hortbetreuung
„Wir haben uns ja schon länger mit dem Hort beschäftigt“, sagte Bürgermeister Michael Kastl in der jüngsten Stadtratssitzung. Geplant war der für 100 Kinder. Dann aber kam die Mitteilung, dass künftig wohl 80 Prozent der Grundschüler einen Hort besuchen werden.
Das wären in Münnerstadt 185 Kinder. Hinzu kommt, dass Eltern ab 2026 einen Rechtsanspruch auf Hortbetreuung haben. Weil in einer Gruppe 25 Kinder sind, müsse die Stadt nun acht Gruppen bilden und die entsprechenden Gemeinschaftsräume vorhalten, so der Bürgermeister. „Es verändert sich alles, aber das Gebäude ist mehr als groß genug.“
Foyer und Hörsäle mehrfach nutzen
Gleichzeitig laufen derzeit Gespräche, ob die Montessorischule im Gebäude bleibt. Dann könnte man zentrale Räume wie das Foyer oder die Hörsäle mehrfach nutzen. Jetzt findet ja dort auch schon der Fasching statt. Die Volkshochschule könnte dazu kommen. Regeln ließe sich das nach Meinung des Bürgermeisters beispielsweise über ein digitales Schließsystem.
Eine gute Nachricht hatte er noch: Die Stadt wird die 200 Hortplätze nicht gleich alle im September 2026 vorhalten müssen. „Wir haben einen Hort, der läuft erst einmal weiter. So haben wir Sicherheit“, betonte Michael Kastl.
Ein Stockwerk wird dazugenommen
Architekt Alexander Albert stellte zunächst die alte Planung mit 100 Plätzen vor. Die sollten im Untergeschoss des früheren BBZ entstehen. In Zusammenarbeit mit Hortleiterin Stefanie Vogel und ihrem Team habe er nun den Hort für acht Gruppen geplant. Dafür wird das Stockwerk, in dem sich derzeit die Verwaltung der Montessorischule befinden, dazu genommen.
Für 200 Hortplätze werden 1043 Quadratmeter benötigt plus Zubehör, so der Architekt. Die Lösung: Ins Untergeschoss kommen sämtliche Nebenräume, wie Elternwarteraum, Küche und andere. Die acht eigentlichen Gruppenräume werden im Stockwerk darüber errichtet. Dieser Bereich lässt sich auch problemlos vom Rest des Gebäudes trennen. „Wichtig ist, dass wir uns keine andere Nutzung verbauen“, so der Architekt. Eine kleiner Pferdefuß: Zwischen den beiden Stockwerken muss ein neues Treppenhaus errichtet werden.
Das geschieht mit dem Außenbereich
Ein Problem gibt es mit dem Außenbereich: Der reicht nämlich für 200 Kinder nicht aus. Man könnte die Außenanlage der Musikschule dazu nehmen, dann aber müsste die Schwedenstraße in diesem Bereich gesperrt werden. Auch hier sei eine Mehrfachnutzung möglich.
Ein solcher Bildungscampus sein ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern könnte, fügte Michael Kastl hinzu. Bei einer Teilsperrung der Schlesierstraße müsse allerdings eine Wendemöglichkeit für die Schulbusse gefunden werden. „Ein paar Ideen hätte ich schon“, sagte er. Der Vorteil liege aber auf der Hand: Die Schüler müssten keine einzige Straße überqueren, wenn sie zum Hort laufen.
Was der Umbau kostet
Alexander Albert stellt noch die notwendigen Arbeiten und die Kosten dafür vor. Am Ende kam er auf eine Summe von 4.288.000 Euro, wobei das nicht zu knapp berechnet sei. Es könnte allerdings auch noch etwas hinzukommen, so der Architekt.
Da sich die Förderung pro Kind berechnet, steige auch der Zuschuss, sagte Michael Kastl dazu. Die Kosten seien aus seiner Sicht im Rahmen. „Und wir bleiben im Bestand.“ Außerdem mangele es an Alternativen.
Während der anschließenden Diskussion stellte Michael Kastl klar, dass nicht am ersten Schultag 2026 gleich 185 Kinder „auf der Matte stehen werden“.
Nicht an der falschen Stelle sparen
Norbert Schreiner und Jürgen Eckert gingen auf einige bauliche Notwendigkeiten ein, die auch Alexander Albert bestätigte. „Es macht keinen Sinn, an der falschen Stelle zu sparen“, sagte er.
Wenn man das Thema Hortbetreuung in Bayern betrachte, dann sei Münnerstadt ganz weit vorn, sagte Leo Pfennig. „Ich würde aber darauf drängen, dass wir auch weiterhin ganz vorn dabei sind, auch was die Bezuschussung betrifft“, betonte er. Michael Kastl zeigte sich sehr zuversichtlich, dass es funktioniert mit dieser Leiterin und Stellvertreterin des Hortes.
„Wir sollten diesen Weg gehen“, meinte auch Oliver Jurk. Er hätte trotzdem gerne gewusst, was ein Neubau eines solchen Hortes auf der grünen Wiese kosten würde. Das wäre deutlich teurer, stellte der Bürgermeister heraus. Außerdem müsse der Hort in einer Entfernung von fünf Minuten Fußweg von der Schule liegen. Sonst gebe es keine Förderung.
Viele besser als die Abrisspläne
„Ich finde das sehr gelungen. Was mir besonders gefällt ist, dass wir uns für die restliche Nutzung des Gebäudes alle Türen offen halten“, sagte 2. Bürgermeister Andreas Trägner. Sie finde es toll, dass das alte BBZ dafür genutzt werden kann, stimmte Britta Bildhauer zu. Das gefalle ihr viel besser, als die Abrisspläne, die auch schon im Stadtrat vorgestellt worden waren. Einstimmig beschloss der Stadtrat, die Planung voranzutreiben. Auch sollen Gespräche wegen der Förderung geführt werden.
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