Außerplanmäßig sprach der Marktgemeinderat über anstehenden forstwirtschaftliche Maßnahmen im Gemeindegebiet, ging es doch um eine nicht geplante Holzernte. Sie ist aus Gründen der Verkehrssicherung notwendig geworden.
Revierleiterin Miriam Sautter stellte die beiden Stellen „Bahnlinie“ und „B 287 Richtung Bad Kissingen“ vor. Bastian Betz, Abteilungsleiter beim AELF, kam von der Messe in München und deshalb etwas später nach.
Auf einer Lauflinie von 600 Metern soll an der Bahnlinie entlang die erste Baumreihe entnommen werden. Man stehe deshalb schon im engen Austausch mit der Bahn, die sich eine Vollsperrung der Strecke während der Arbeiten vorstellen kann, berichtete Miriam Sautter. Zur Sicherheit soll die komplette erste Baumreihe entlang der Bahnlinie entfernt werden. Dafür gab das Gremium sein Einverständnis. Die Arbeiten kosten rund 10.250 Euro.
Kahlhieb in den Hang?
Eine größere Dimension nehme die Verkehrssicherung an dem 1250 Meter langen Straßenstück B 287 Richtung Bad Kissingen an, so Sautter. Ein Begang mit der Straßenmeisterei sei erfolgt, die konnte sich eine Vollsperrung für zwei Wochen Mitte Januar nächsten Jahres vorstellen. Auch aufgrund der vielen schadhaften Bäume wurde ein Kahlhieb bis 30 Meter in den Hang vorgeschlagen, um im Anschluss den Bewuchs erst gar nicht mehr so hoch werden zu lassen.
„Ich kenne die Fläche und die darauf stehenden Bäume von zwei Seiten. Aus Sicht des Forstes und als Feuerwehrmann, der umgefallene Bäume immer wieder von der Straße räumt“, sagte Gemeinderat Klaus Kaufmann. Für den Kahlschlag brauche man eine Genehmigung, da es sich um eine Art Schutzwald handele und es müsse noch ein Unternehmer gefunden werden, so Sautter.
Gefahren für Autofahrer
Die Entscheidung liege beim Gremium, sagte Sautter, wies aber auch auf die Gefahren für Autofahrer hin. Wenn es die Vollsperrung gebe, beteiligten sich die weiteren Eigentümer Richtung Bad Kissingen vielleicht auch noch an der Maßnahme.
„Ich tue mir schwer bei der Vorstellung, nach Bad Kissingen zu fahren und dabei einer 30-Meter-Schneise entlang zu blicken“, sagte 2. Bürgermeister Michael Röder.
„Ist es überhaupt gewünscht?“, fragte Bastian Betz in die Runde. „Sicher müsste man sich an die Kahlfläche erst gewöhnen, aber mittlerweile könnte ich mir die krasse Variante vorstellen“, sprach sich Bürgermeisterin Heike Vogt dafür aus. Man habe schließlich hier 30 Jahre nichts gemacht, nicht dass es doch einmal zu Personenschäden kommt.
Letztendlich sprach sich der Marktgemeinderat gegen den Kahlhieb aus. Im Frühjahr soll bei einer kurzen Vollsperrung eine kleinere Fläche gefällt werden.
Selbst für Brennholzgewinnung schwierig
Dritter Punkt waren die Buchentrockenschäden in der Waldabteilung „Unterholz“. Der Rotkern, also der rötliche bis rotbraune Verfärbung im inneren Bereich älterer Rotbuchen, trete bereits gelegentlich auf. Wenn nun auch noch die Trockenschäden dazu kommen, werde es selbst für die Brennholzgewinnung schwierig, erklärte Sautter das Problem. Daher sei zu überlegen, ob die Buchen nicht genutzt werden sollten. Andere Hiebe würden aber dann nicht gemacht, unter anderem auch der im Ortsteil Wirmsthal.
„Wenn es so weitergeht, geht es irgendwann nur noch um Walderhalt“, sagte die Revierleiterin. Diese Maßnahmen seien dann deutlich sichtbar, der Gemeinderat sollte dahinter stehen, um die vielleicht aufkommenden Fragen der Bürger beantworten zu können. „Wir kommen damit deutlich früher in die Verjüngungsfrage, als wir es uns vorgestellt haben“, sagte Sautter abschließend.
Das Gebäudevolumen bleibt erhalten
Stefan Richter vom gleichnamigen Büro stellte den Anschluss der Entwurfsplanung für den Umbau des Bauhofs. Im Erdgeschoss entsteht neben dem Warmbereich auch eine Kalthalle, das Dachgeschoss beherbergt künftig Sozialräume, ein Büro und neue WC-Anlagen. Die Kubatur, also das Volumen des Gebäudes, bleibt erhalten. Zum Einsatz kommt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Richter bezifferte die Investition auf 828.000 Euro.
Baubeginn könnte im Juli nächsten Jahres sein, im März 2028 wäre dann die planmäßige Fertigstellung.
Die Bürgermeisterin informierte noch über einen Zuschuss an den TSV Euerdorf für die Anschaffung der Tore für die Fußball-Jugendabteilung. Als Förderung erhält der TSV 448 Euro, die Anschaffungskosten belaufen sich auf 2240 Euro.











