Fast ein Drittel des Gemeindegebiets von Maßbach ist von Wald bedeckt. Entsprechend groß ist das Interesse an der Pflege und dem langfristigen Erhalt dieses wichtigen Naturschatzes. Rund 430 Hektar Wald befinden sich im Besitz der Gemeinde. Der Gemeinderat machte sich deshalb gemeinsam mit den beiden Revierförsterinnen Ute Kerschbaum und Hannah Severin von der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld e.V. bei einem Waldbegang ein aktuelles Bild vom Zustand und der Entwicklung verschiedener Waldflächen. Besucht wurden die Abteilungen Pfingstaspe, Täubig und Stöckig.
Borkenkäferbefall und Sturmschäden
In der Abteilung Pfingstaspe stand die Entwicklung eines knapp vier Hektar großen ehemaligen Fichtenbestandes im Mittelpunkt. Seit 2018 hatte sich dieser Bestand infolge von Borkenkäferbefall und Sturmschäden nach und nach aufgelöst. Auf der entstandenen Fläche findet sich inzwischen ein vielfältiges Nebeneinander aus gepflanzten Kulturen – unter anderem aus einer Bürgerpflanzaktion – und natürlicher Verjüngung unterschiedlichster Baumarten und Altersstufen. Vertreten sind unter anderem Elsbeere, Rotbuche oder die große Küstentanne. Aber auch Hainbuche, Winterlinde, Birke, Aspe, Esche und Ahorn sind vertreten.
Erfolgreicher Schutz
Gegen den Wildverbiss sind Zäune oder Wuchshüllen erforderlich. Die beiden Revierförsterinnen zeigten anschaulich, wie erfolgreich solche Schutzmaßnahmen sein können. Die vor sechs Jahren gepflanzten Eichen haben bereits eine Höhe von rund drei Metern erreicht. Trotz Borkenkäferbefall und zunehmender Hitze sollen in den Revieren möglichst günstige Bedingungen für die jungen Bäume geschaffen werden. Ältere Bäume werden deshalb so lange wie möglich erhalten, um für Beschattung und ein günstiges Kleinklima zu sorgen. Doch das birgt auch das Risiko von Schäden an jungen Kulturen und Zäunen.
Mehraufwand zahlt sich aus
Auch die Pflege der Flächen ist intensiv, da sich dort viel Konkurrenzvegetation entwickelt. Nach Einschätzung der Forstfachleute zahlt sich dieser Mehraufwand jedoch aus: Die jungen Bäume können sich unter den geschützteren Bedingungen besser entwickeln. In der Abteilung Täubig informierte sich der Gemeinderat über einen etwa 60 Jahre alten Kiefern-Eichen-Bestand auf rund 15 Hektar. Die Fläche wurde im Sommer mit einem Harvester durchforstet. Teilbereiche waren bereits seit längerer Zeit für die Maßnahme vorgesehen, konnten aufgrund der Wetterbedingungen bislang jedoch nicht bearbeitet werden.
Schäden werden behoben
In diesem Jahr standen bei guten Holzpreisen auch entsprechende Unternehmer zur Verfügung und das Wetter passte. Abgestorbene Kiefern wurden entnommen, wobei Totholz bewusst im Bestand belassen wurde, um wichtige Funktionen für das Ökosystem zu erfüllen. Durch die Entnahme der Kiefern konnten zugleich die vorhandenen Eichen begünstigt werden. Kleinere, bei den Arbeiten unvermeidbare Schäden am Forstweg sollen noch saniert werden.
Zum Abschluss führte der Waldbegang in die Abteilung Stöckig. Dort wächst ein etwa 70 bis 150 Jahre alter Eichen-Hainbuchen-Buchen- Bestand. Besonderes Augenmerk galt der natürlichen Verjüngung der Eiche. Dort zeigten die Revierförsterinnen auf, wie diese eigentlich als ausgeprägte Lichtbaumart bekannte Eiche sich auch in den vergleichsweise dunklen Bereichen gut entwickelt hat.
Die zusätzliche Beschattung und die dadurch niedrigeren Temperaturen können gerade an heißen Tagen von Vorteil sein. Allerdings ist auch hier eine intensive Pflege erforderlich. Vor allem schnellwüchsigere Hainbuchen müssen regelmäßig entnommen werden, damit die jungen Eichen ausreichend Raum und Licht erhalten. Die beiden Expertinnen hoben dabei ausdrücklich das Engagement von Waldarbeiter Thomas Klopf hervor, dessen kontinuierlicher Einsatz wesentlich zum Erfolg der Pflegemaßnahmen beiträgt.
Das ist für 2027 geplant
Rückblickend wurde deutlich, dass die Schäden an Alteichen durch den Eichenprachtkäfer zunehmen und Kieferntrockenschäden weiter zunehmen. Für 2027 sind weitere Pflegemaßnahmen auf 26 Hektar Gemeindewald geplant. Dabei ist ein Holzeinschlag von 1430 Festmetern vorgesehen, darunter auch wieder die Pflege von jüngeren Beständen durch Brennholzselbstwerber. Gute Nachrichten gab es zum Abschluss: Die Brennholzpreise bleiben wie im letzten Jahr.











