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Von der Idee bis zur Umsetzung
Bad Brückenaus Logo: Modernisierung beschlossen
Die direkte Gegenüberstellung des alten und neuen Logos der Stadt Bad Brückenau.
Die direkte Gegenüberstellung des alten und neuen Logos der Stadt Bad Brückenau. // Steffen Standke/Grafik Franziska Schäfer und Sahar Nezhadbahram
Bad Brückenau – Nach einer langen und teils kontroversen Vorgeschichte präsentiert Bad Brückenau ein überarbeitetes Logo – der Regenbogen bleibt, modernisiert und klarer denn je. Die Geschichte dahinter.

Bereits im Bürgermeister-Wahlkampf 2020 war der damalige Kulturamtsleiter Jan Marberg überzeugt: „Unser Logo ist gnadenlos überaltert. Wir müssen etwas Neues, Frisches, Modernes machen.“

Nachdem er 2024 zum Bürgermeister gewählt worden war, nahm Marberg die Umsetzung dieser Vision direkt in Angriff. Doch das Vorhaben brachte einige Herausforderungen mit sich. Als Bürgermeister musste er Rücksicht auf den städtischen Haushalt nehmen, setzte jedoch klare Prioritäten: „Es ist wichtig, dass wir das Thema Logo angehen.“

Schließlich wurden 20.000 Euro für die Entwicklung eines neuen Corporate Designs – bestehend aus Logo und Kommunikationsstil – in den Haushalt eingestellt.

Die Ausgangslage: Ein überholtes Logo

Die beauftragte Werbeagentur CreArt Fulda, unter der Leitung von Geschäftsführerin Anika Wuttke, entwickelte drei Routen, die jeweils ein neues Logo mit einem dazugehörigen Kommunikationsstil umfassten. Um eine breite Akzeptanz im Stadtrat zu erzielen, wurde ein Arbeitskreis mit Vertretern aus den Fraktionen gebildet.
 
Bürgermeister Marberg entschied sich schließlich für ein modernes Logo mit einem grünen Bogen, der als eigenständiges Wiedererkennungsmerkmal ähnlich wie der Nike-Haken fungieren könnte. Die Farbe Grün wurde gewählt, da sie im Workshop am häufigsten mit der Stadt assoziiert wurde. „Für mich persönlich ist es Blau, aber Grün hat sich überraschenderweise durchgesetzt“, erklärte Marberg.

Er gab seinen Vorschlag an den Arbeitskreis weiter. „Ich bekam bis auf eine Rückmeldung kein Feedback. Und die eine Rückmeldung war positiv“, erinnert er sich.

Widerstand im Stadtrat

Doch als Marberg seinen Favoriten im Stadtrat präsentierte, stieß er auf Widerstand. Einige Mitglieder sprachen sich gegen die Kosten und für den Erhalt des alten Regenbogens im Logo aus. Nach einer vertagten Entscheidung und einer Kostenanalyse wurde der Vorschlag im März erneut vorgestellt – und mit einem Patt von 9:9 Stimmen abgelehnt. Damit war klar: Ein völlig neues Logo würde nicht umgesetzt werden.
 
„Die Möglichkeiten für einen Aufbruch mit einem neuen Logo hat man eher weniger gesehen, auch aus politischen Gründen“, kommentierte Marberg später gegenüber dieser Redaktion. Er fügte hinzu, dass der Vorschlag vermutlich durchgegangen wäre, wenn die größte Fraktion – das wäre dann die CSU – den Antrag gestellt hätte.

Der Kompromiss: Überarbeitung statt Neuanfang

Das modernisierte Logo bewahrt den Regenbogen als zentrales Element und schafft gleichzeitig einen klaren, zeitgemäßen Auftritt für die Stadt.
Das modernisierte Logo bewahrt den Regenbogen als zentrales Element und schafft gleichzeitig einen klaren, zeitgemäßen Auftritt für die Stadt. // Werbeagentur CreArt, Fulda

Die Ablehnung eines neuen Logos führte zu einem Kompromissvorschlag der Agentur, den Anika Wuttke im Stadtrat präsentierte: Das bestehende Logo sollte behutsam überarbeitet werden, um es moderner und einheitlicher zu gestalten, ohne den Wiedererkennungswert des Regenbogens zu verlieren. „Es geht darum, das alte Logo zu ‚säubern‘, sodass es für alle Medien, die wir heutzutage haben, einsetzbar ist“, erklärte Wuttke.

Zwei kreative Kommunikationsstile

Neben der behutsamen Überarbeitung des Logos wurden zwei neue Kommunikationsstile entwickelt, die auf allen Print- und Onlineprodukten der Stadt angewendet werden können. Dies sollte die Außendarstellung der Stadt modernisieren und einheitlicher gestalten.

  1. Silhouette mit Spiegelung der Sinn
    Anika Wuttke stellte die erste Variante vor, die eine stilisierte Darstellung des Volkersbergs und der Stadt Bad Brückenau zeigt, ergänzt durch eine Spiegelung in der Sinn. „Es können immer wieder verschiedene Elemente der Silhouette eingesetzt werden“, erklärte sie. Die Silhouette soll den Facettenreichtum der Stadt zeigen und flexibel an unterschiedliche Medien angepasst werden können.
     
    Die zarte Farbgebung der Silhouette – vor allem in Blau – wurde von einigen Stadträten kritisiert. Karin Ott merkte an: „Die Natur kommt nicht raus.“ Wuttke entgegnete, dass die zurückhaltenden Farben bewusst gewählt wurden, damit der Regenbogen im Logo stärker leuchten kann.
     
  2. Fluss als zentrales Element
    Die zweite Variante rückt die Sinn, den Fluss, der sich durch das Tal schlängelt, in den Mittelpunkt. Die geschwungene Form des Flusses wird in Teilstücke zerlegt, wodurch immer neue Variationen und Gestaltungsmöglichkeiten entstehen. „Am Lauf der Sinn das Herz Bad Brückenaus entdecken – das ist hier der Hintergedanke“, erklärte Wuttke. 

Die Entscheidung: Modernisierung mit Tradition

Nach intensiver Diskussion entschied sich der Stadtrat mehrheitlich für Variante 1 mit der Silhouette und die behutsame Überarbeitung des alten Logos.

Diese Lösung erfüllt die zentralen Forderungen der Stadträte: Der Regenbogen bleibt als Wiedererkennungsmerkmal bestehen und die Außendarstellung der Stadt wird dennoch modernisiert. 

Darüber hinaus kann der neue Kommunikationsstil nicht nur die Außendarstellung der Stadt prägen, sondern auch die interne Kommunikation stärken. Einrichtungen wie der Bauhof, die Bibliothek, die Tourist-Information oder externe Partner wie Schulen und Kindergärten können das Logo und den Kommunikationsstil einsetzen.

„Der Bogen bleibt das zentrale Wiedererkennungsmerkmal zur Markenstärkung“, fasste Wuttke zusammen. Ob die einzelnen Einrichtungen den Bogen in seiner gesamten Farbigkeit oder nur einzelne Farben aus dem Regenbogen verwenden, muss noch gesondert entschieden werden.

An dieser Stelle kann die Silhouette nicht gezeigt werden, da Bürgermeister Marberg eine öffentliche Präsentation plant.

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