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Seit einem Jahr im Amt
Zwölf Monate, zwölf Satzanfänge, zwölf Einblicke
Bürgermeister Jan Marberg entspannt vor dem Rathaus – ein Moment abseits des Amtsalltags.
Bürgermeister Jan Marberg entspannt vor dem Rathaus – ein Moment abseits des Amtsalltags. // Marion Eckert
Bad Brückenau – Ein Jahr im Amt: Bürgermeister Jan Marberg spricht über Herausforderungen, Erfolge und seine Vision für Bad Brückenau. Persönliche Einblicke und Gedanken zur Zukunft der Stadt runden das Gespräch ab.

Jan Marberg leitet die Geschicke Bad Brückenaus seit einem Jahr. In dieser Zeit standen zahlreiche Herausforderungen auf der Agenda: von der finanziellen Lage der Stadt über die Zukunft des Schwimmbads bis hin zur Innenstadtentwicklung.

Die Redaktion hat ihm zwölf Satzanfänge vorgegeben, die er vervollständigen sollte – eine Möglichkeit, persönliche Einblicke und politische Schwerpunkte gleichermaßen zu beleuchten.

1. Die finanzielle Lage der Stadt Bad Brückenau ist eine Herausforderung, aber … 

… wir haben dennoch im Kleinen unsere Möglichkeiten, Fortschritte zu erzielen und den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden.

2. Das Schwimmbadprojekt ist für mich äußerst wichtig, weil …

… es ein sehr sensibles Thema ist. Ein Schwimmbad gehört zum Selbstverständnis der Stadt, und die Bevölkerung wünscht sich ein Schwimmbad für die Zukunft. Wir arbeiten daran, das Schwimmbad zu finden, das zu uns passt – in der richtigen Größe, mit passender Betriebsausstattung und tragbaren Unterhaltskosten. Es sollte zudem ganzjährig nutzbar sein.

3. Mein Lieblingsplatz in Bad Brückenau ist …

… tatsächlich der Fußballplatz des TSV Volkers. Schon als Kulturamtsleiter habe ich dort die Zeit vergessen. Auf dem Platz habe ich keinen Termindruck und muss nicht auf die Uhr schauen. Es gibt zwei Halbzeiten Fußball und danach das Sportheim – das ist für mich ein Lieblingsplatz.

4. Ein großes Ziel für die Innenstadtentwicklung ist …

… mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass das viel bewirken kann. Dazu gehören ein stabiles WLAN-Netz, in das man sich frei einloggen kann, eine passende Möblierung und Orte der Begegnung. Mit Wasser und Pflanzen können wir eine wohnliche Atmosphäre schaffen, die die Leute sagen lässt: „Das sieht toll aus, das sieht wohnlich aus.“ Dann hält man sich automatisch länger in der Innenstadt auf, wovon Einzelhandel und Gastronomie profitieren könnten. Dieses Thema hat großes Potenzial.   

Jan Marberg: Mehr Aufenthaltsqualität für die Innenstadt.
Jan Marberg: Mehr Aufenthaltsqualität für die Innenstadt. // Marion Eckert

5. Die größte Herausforderung bei der Integration neuer Bürgerinnen und Bürger ist …

… der Anfang: ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen. Was uns oft fehlt, ist das Verständnis füreinander. Egal, woher jemand kommt – wenn ich diese Person kenne, habe ich keine Vorbehalte oder Vorurteile. Es ist wichtig, die Schwelle zu überwinden, aufeinander zuzugehen und den anderen kennenzulernen. Jemanden von vornherein zu verurteilen, weil man ihn nicht kennt, ist bequem, aber falsch. Ich glaube, die größte Herausforderung ist, sich überhaupt mal aufeinander zuzubewegen.

6. Ein Projekt, das ich unbedingt voranbringen möchte, ist …

… (lacht) Es gibt so viele Projekte, ich könnte jetzt 50 Antworten geben: die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts, etwas für die Jugend, die Straßenbeleuchtung, die Stadtbibliothek, die Alte Post zu dem machen, was sie verdient, oder eine erfolgreiche Gewerbeansiedlung. Aber das größte Projekt ist, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt zu fördern. Daraus erwächst alles. Mein persönlicher Anspruch ist es, dass jede Bürgerin und jeder Bürger eine Antwort und ein Gespräch bekommt. Die Menschen sollen merken: „Mein Bürgermeister ist nahbar und erreichbar.“ Ich bin ein ganz normaler Bürger, der eine besondere Rolle auf Zeit zugeschrieben bekommen hat.

Jan Marberg: Die Alte Post wieder zu dem machen, was sie verdient.
Jan Marberg: Die Alte Post wieder zu dem machen, was sie verdient. // Marion Eckert

7. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat funktioniert am besten, wenn …

… wir das Wohl der Stadt über persönliche Interessen stellen und gemeinsam an einem Strang ziehen, um die besten Lösungen für Bad Brückenau zu finden.

8. Ein Thema, das die Bürgerinnen und Bürger besonders bewegt, ist …

… an erster Stelle die Sinnflut. Natürlich hat auch die Gemeinschaftsunterkunft die Menschen bewegt, aber das Kernthema bleibt die Sinnflut. Die Brückenauerinnen und Brückenauer sehnen sich nach etwas, auf das sie stolz sein können. Früher waren das die Ludwigstraße und die Therme Sinnflut – beides gibt es nicht mehr. Die Sinnflut war ein Leuchtturmprojekt, ein Wahrzeichen. Deshalb nehmen so viele Anteil an ihrer Zukunft, auch über die eigene Nutzung hinaus.

Die Therme Sinnflut war ein Wahrzeichen von Bad Brückenau.
Die Therme Sinnflut war ein Wahrzeichen von Bad Brückenau. // Marion Eckert

9. Wenn ich mal richtig abschalten will, dann …

… greife ich zur Gitarre oder setze mich ans Schlagzeug. Die Gitarre habe ich immer griffbereit zu Hause, während ich für das Schlagzeug in die Musikschule ausweichen muss – in der Wohnung wäre das eher schwierig. Musik ist für mich das perfekte Ventil, egal in welcher Lebenslage. Und mit den richtigen Musikstilen kann ich auch mal ordentlich Krach machen.

10. Ich möchte, dass Bad Brückenau in sieben Jahren bekannt ist für …

… einen Ort des Wohlfühlens mit regem Leben – für Einheimische wie Touristen. Als eine Stadt, die ihr Schicksal in die eigene Hand genommen und sich zu einem Vorzeigestädtchen entwickelt hat.

11. Wenn ich auf mein erstes Jahr als Bürgermeister zurückblicke, dann denke ich daran …

… wie schnell die Zeit vergangen ist – es fühlt sich an, als wären es nur drei Monate gewesen. Es ist, als würden 10.000 Bilder in wenigen Sekunden an mir vorbeiziehen. Gleichzeitig merke ich, wie gut mir der Anzug des Bürgermeisters passt. Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die Arbeit so natürlich anfühlt und die Zeit wie im Flug vergeht. Ich bin jeden Tag präsent und verfügbar, und ich habe das Gefühl, die Menschen akzeptieren mich. Das zeigt mir: Ich bin genau an der richtigen Stelle.

Bürgermeister Jan Marberg blickt auf sein erstes Amtsjahr zurück und spricht über Herausforderungen, Projekte und gibt persönliche Einblicke.
Bürgermeister Jan Marberg blickt auf sein erstes Amtsjahr zurück und spricht über Herausforderungen, Projekte und gibt persönliche Einblicke. // Marion Eckert

12. Mein persönlicher Wunsch für die Bürgerinnen und Bürger von Bad Brückenau ist …

… den Blick auf das Positive zu richten und die Stärken unserer Stadt zu erkennen. Wir haben so viele Potenziale, die wir entwickeln können, und oft können schon kleine, überschaubare Schritte viel bewirken. Es gibt so viel Gutes in Bad Brückenau – es lohnt sich, sich darauf zu konzentrieren, anstatt sich an Kleinigkeiten aufzuhalten. Natürlich haben wir viel Arbeit vor uns, aber wichtig ist, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern nach vorne zu schauen. Mit einer entspannten Sicht auf die Dinge und weniger Hektik lässt sich der Alltag viel besser bewältigen – und nicht alles muss immer auf die Goldwaage gelegt werden.

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