Das „Rhönstübchen“ schließt zum 26. Mai 2025 seine Pforten – mit dieser Nachricht überraschten Conny Schönstein-Hahn und ihr Mann Peter Hahn ihre treue Stammkundschaft auf ihrer Internetseite und in den sozialen Medien.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: „Das hinterlässt eine Riesenlücke, wahrscheinlich nicht nur für unsere Familie! Aber es ist verständlich und natürlich verdient, auch wenn es uns echt traurig macht. Dann alles Gute für die neu gewonnene Freizeit!“, schrieb ein Gast unter den Facebook-Post.
Eine Ära geht zu Ende
26 Jahre lang führte Conny Schönstein-Hahn die traditionsreiche Gaststätte Rhönstübchen im Staatsbad Bad Brückenau, direkt an der Durchgangsstraße gelegen. „Jetzt heißt es Lebewohl sagen – und das mit gemischten Gefühlen“, beschreibt sie ihre Entscheidung.
Noch vor kurzem habe ein Stammgast sie gebeten: „Hör mal auf mit deinem Aprilscherz.“ Doch die Entscheidung stand fest: „Schweren Herzens habe ich mich dazu entschieden, einen Schlussstrich unter das Familienunternehmen zu ziehen.“
Der Schritt sei ihr nicht leichtgefallen, doch gleichzeitig empfinde sie Erleichterung: „Mit der Aufgabe meines Lokals fällt eine große Last von den Schultern der Familie.“
Zeit für sich und die Familie
Als Hauptgrund nennt sie ihr Alter: „Ich werde jetzt 65, da möchte ich etwas kürzertreten. Doch das erlaubt die Selbstständigkeit in der Gastronomie nicht.“ Nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Branche wünscht sie sich vor allem eines: freie Wochenenden und Feiertage. „Bei diesem Familienbetrieb war dies in all den Jahren fast unmöglich gewesen.“
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich Conny Schönstein-Hahn nun aus dem Gastronomieleben. Sie freut sich darauf, mehr Zeit mit ihren beiden Enkelkindern zu verbringen, die Rhön zu erkunden, wandern zu gehen und Fahrrad zu fahren.
Der Blick zurück
Ihr Weg in die Gastronomie begann nach der Elternzeit und der Pflege ihrer Großmutter. In den Jahren 1996 und 1997 absolvierte sie eine Ausbildung zur Köchin.
Anschließend arbeitete sie als stellvertretende Küchenleiterin in einer Kureinrichtung, doch die Tätigkeit dort erfüllte sie nicht. Wirklich kochen musste sie dort nicht, sondern vielmehr angelieferte Tiefkühlkost vorbereiten.
Ein befreundeter Arzt, der um ihre Unzufriedenheit wusste, gab den entscheidenden Tipp: Das „Rhönstübchen“ stand zum Verkauf.
Nach einer Besichtigung im Oktober 1998 war für das Ehepaar Hahn schnell klar: „Das ist unsere Zukunft.“ Obwohl sie das Lokal vorher nur vom Vorbeifahren kannten, fühlten sie sich sofort angesprochen. Nach einem Familienrat eröffneten sie das „Rhönstübchen“ am 1. Januar 1999.
Ein Ort voller Erinnerungen und Geschichten
Die urige und gemütliche Atmosphäre des „Rhönstübchens“ blieb über die Jahre erhalten. Mit seinen Fachwerkdetails, farbigen Tischdecken und zahlreichen Bildern strahlt das Lokal einen besonderen Charme aus. 45 Sitzplätze im Innenbereich und weitere 45 im Biergarten boten den Gästen Platz für genüssliche Stunden.
„Meine Frau kann auf Menschen zugehen, zuhören und, wenn nötig, Trost und Mut geben“, erzählt Peter Hahn stolz. Viele Gäste aus den umliegenden Kurkliniken hätten mit Sorgen und Problemen Zuflucht im „Rhönstübchen“ gesucht – und stets ein offenes Ohr gefunden.
Neben dem täglichen Geschäft war das Lokal ein beliebter Ort für Familienfeiern: „Wir haben ganz individuelle Feiern ausgerichtet“, erinnert sich Peter Hahn. Für ihn und seine Frau war das „Rhönstübchen“ weit mehr als nur ein Arbeitsplatz: „Das war das Leben.“ Einen Ruhetag gab es nicht, die Öffnungszeiten reichten täglich von 11:30 bis 22:00 Uhr.
Dankbarkeit für die treuen Gäste und das Team
Mit großer Dankbarkeit blickt Conny Schönstein-Hahn auf die vergangenen 26 Jahre zurück und gibt ihren Gästen mit auf den Weg: „Es war eine Freude, Sie in meinem Lokal begrüßen und bewirten zu dürfen.“ Viele Stammgäste kamen eigens aus Würzburg oder Frankfurt, um ihre beliebten Schnitzel und Rumsteaks zu genießen.
Auch ihrem Team spricht sie großen Dank aus: Natalia Krum, die seit 24 Jahren Teil des „Rhönstübchens“ ist, sowie Susanne Karges, Yudiangni Garcia Perdomo, Roswitha Jahn-Hohn und Heribert Helfrich hätten sich stets mit vollem Einsatz um die Gäste gekümmert.
Wie geht es mit dem „Rhönstübchen“ weiter?
Schon vor zwei Jahren begannen Hahns mit dem Verkaufsprozess für das Lokal, doch erst jetzt fand sich ein Käufer mit ernsthaftem Interesse. Der neue Besitzer möchte derzeit noch anonym bleiben, plane jedoch, das Lokal nach einer Renovierung wiederzueröffnen, wie Conny Schönstein-Hahn ihren Gästen mitteilt.
Ein Hinweis für alle Gäste: Gutscheine können noch bis 25. Mai eingelöst werden.













