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Rhön-Kaserne
Das müssen Sie über die Bundeswehr in Wildflecken wissen
Schießübung bei der Bundeswehr
Der Bundeswehrstandort Wildflecken wird vor allem für Übungen gebraucht. // Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Landkreis Bad Kissingen – Wildflecken ist neben Hammelburg einer von zwei großen Bundeswehr-Standorten im Landkreis Bad Kissingen. Was passiert auf dem Truppenübungsplatz und im Simulationszentrum? Wir blicken über den Zaun.

Die Rhön-Kaserne der Bundeswehr thront gewissermaßen auf den Kuppen oberhalb Wildfleckens. Neben dem Lagerberg in Hammelburg ist sie der zweite Bundeswehr-Standort im Landkreis Bad Kissingen. Was geschieht Tag für Tag in der Kaserne?

Sandor Gecsei, Standortfeldwebel und unter anderem zuständig für Presseanfragen, gibt Einblicke.

Der Artikel im Überblick:

Welche Bundeswehr-Einrichtungen sind am Standort Wildflecken angesiedelt?

Aushängeschild der Rhön-Kaserne in Wildflecken ist der rund 73 Quadratkilometer große Truppenübungsplatz. Das Trainingsgelände befindet sich zu zwei Dritteln auf bayerischem, zu einem Drittel auf hessischem Boden. Der Truppenübungsplatz besteht seit 1938 und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zwischenzeitlich auch von der US-Armee genutzt.

Der Zugang der Kaserne ist grundsätzlich nicht gestattet.
Der Zugang der Kaserne ist grundsätzlich nicht gestattet. // René Ruprecht (Archiv)

In Wildflecken sind weitere Einrichtungen der Bundeswehr untergebracht. Besondere Relevanz hat dabei das Gefechtssimulationszentrum Heer, die zentrale Ausbildungseinrichtung für rechnergestützte, also am Computer simulierte Gefechtsübungen. Das Kommando über das Gefechtssimulationszentrum hat Oberst Christian Gnerlich.

Standortältester in Wildflecken ist Oberstleutnant Rainer Hoch. Er ist zudem Kommandeur der Truppenübungsplatzkommandantur Süd, welcher unter anderem die Übungsanlagen in Hammelburg und Wildflecken unterstehen.

Worauf liegt der Schwerpunkt des Truppenübungsplatzes?

Soldatinnen und Soldaten aus anz Deutschland nutzen den Truppenübungsplatz samt Simulationszentrum. Auch Einheiten aus dem Ausland sind immer wieder für Übungen zu Gast, vorwiegend NATO-Verbündete. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Infanterie, also auf Einheiten, die zu Fuß unterwegs sind. Geübt werden beispielsweise verschiedene Gefechtsarten oder Rettungsmissionen.

Auf dem heutigen Übungsgelände befanden sich früher sieben Gemeinden, deren Einwohnerinnen und Einwohner bis 1938 umgesiedelt wurden. Fünf davon in Unterfranken: Altglashütten, Neuglashütten, Reußendorf, Rothenrain und Werberg. Auch der Wallfahrtsort Maria Ehrenberg befindet sich auf dem Gelände. „Das Areal hat Mittelgebirgscharakter mit Höhen von bis zu über 900 Metern“, nennt Gecsei einen der Vorzüge.

Wie viele Soldatinnen, Soldaten und zivile Mitarbeitende sind in Wildflecken untergebracht?

Der Truppenübungsplatz ist für die Nutzung durch ein Bataillon ausgelegt. „Die Ausbildungsgröße der übenden Truppe variiert nach Ausbildungsbedarf“, so Gecsei. Ein Bataillon umfasst üblicherweise von 300 bis 1200 Personen. Zudem gibt es Soldatinnen und Soldaten, die fest in Wildflecken stationiert sind.

In Wildflecken trainieren Soldaten aus den In- und Ausland.
In Wildflecken trainieren Soldaten aus den In- und Ausland. // Rüdiger Schwenkert

Neben den militärischen Einheiten befinden sich in der Rhön-Kaserne auch etliche Mitarbeitende in zivilen Berufen. Unter anderem gibt es Maler, Maurer, Schreiner oder Verwaltungsangestellte. Die Bundeswehr gilt mit weit über 2000 Beschäftigten an den Standorten Wildflecken und Hammelburg als größter Arbeitgeber im Landkreis Bad Kissingen. In Wildflecken sind rund 750 militärische und zivile Arbeitskräfte untergebracht.

Wie öffentlich ist die Rhön-Kaserne in Wildflecken?

Grundsätzlich ist der Truppenübungsplatz nicht ohne Weiteres begehbar. „Ausnahme sind öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen“, erklärt Gecsei. Geöffnet ist das Gelände zu den jährlichen Wandertagen, auch Wallfahrten zum Maria Ehrenberg finden regelmäßig statt.

In welcher Verbindung stehen die Bundeswehr-Standorte in Wildflecken und Hammelburg?

Abgesehen von der räumlichen Nähe gibt es zwischen den Bundeswehr-Standorten in Hammelburg und Wildflecken keinerlei Verbindung. In Hammelburg, wo die Infanterieschule Aushängeschild des Standorts am Lagerberg ist, gibt es einen eigenen Truppenübungsplatz, weshalb kaum Soldatinnen und Soldaten zwischen den beiden Einrichtungen unterwegs sind.

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