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Wieder ohne Bürgerbeteiligung
Debatte um Windpark Fuchsstadt: Viertes Rad ja oder nein?
Windräder Windpark Fuchsstadt
Drei Windräder stehen in Fuchsstadt bereits, ein viertes steht nun zur Diskussion. // Milena Meder
Fuchsstadt – In Fuchsstadt wird ein viertes Windrad diskutiert. Glücklich sind darüber nicht alle. Die Meinungen des Gemeinderates sind gespalten, auch die Bevölkerung ärgert sich. Das sind die Einwände.

Drei Windräder mit einer Nabenhöhe von 164 Metern und einem Rotor-Durchmesser von 149 Metern stehen seit Frühjahr 2023 in Fuchsstadt auf dem Gemarkungsbereich Lauerbach. Aktuell umfasst der Windpark drei Anlagen mit jeweils 4,5 Megawatt Leistung. Die produzierte Elektrizität wird über eine langjährige EEG-Einspeisevergütung vermarktet und ermöglicht die Versorgung von rund 9000 Haushalten mit erneuerbarem Strom.

Eine mögliche vierte Windkraftanlage, die in den Erstplanung des Projekts bereits vorgesehen war, aus den unterschiedlichsten Gründen aber nicht umgesetzt werden konnte, sorgte nun für Diskussionen – und das nicht nur im Gemeinderat. Auch der ein oder andere Bürger ärgert sich.

 „Damit könnte man ganz Fuchsstadt versorgen“

„Anfang des Jahres ist die Firma mit der Anfrage für eine Aufstockung an uns herangetreten“, erzählt Bürgermeister René Gerner (ZAG). Eigentümer des Windparks ist ein Schweizer Unternehmen, gebaut und betreut hat ihn die Firma Qair aus München. „Es besteht also ein Nutzungsvertrag, den wir erweitern würden“, erklärt der Bürgermeister. 

Die neue Anlage im Fuchsstädter Windpark wäre zwar 15 Meter höher als die vorhandenen Exemplare, könnte aber eine enorm hohe Leistung bringen. Das neue Windrad würde etwa sieben Megawatt produzieren. „Alleine mit diesem einen Windrad könnte man ganz Fuchsstadt versorgen“, sagt Gerner.

Auch viertes Windrad hätte Standort im Wald

Sorge bereite allerdings vor allem der Standort im Wald. Bei einem Ortstermin besichtigte der Gemeinderat deshalb mit Fachleuten die angedachte Fläche oberhalb der Lauerbach-Kapelle. Dass es sich dabei um eine Waldlichtung handelt, gefiel nicht jedem, eine alternative Fläche hat die Gemeinde allerdings nicht. „Aufgrund des flachgründigen Boden sind an dieser Stelle in den letzten Jahren bereits mehrere Bäume abgestorben“, betont der Bürgermeister. Eine Fläche außerhalb des Waldes wäre auch ihm lieber, sei aber nicht wirklich eine Option.

Das Ratsgremium plädierte für möglichst schonenden Umgang mit dem Wald und der Limitierung des Holzeinschlags. Eine geeignete Ausgleichsmaßnahme wäre eventuell das Anlegen eines Wildackers oder die Aufforstungen auf einer Ausgleichsfläche. „Wir überlegen sogar das Dreifache von dem aufzuforsten, was wir an Fläche benötigen und dann an einer Stelle, die eine wesentlich bessere Bodenbeschaffenheit hat als die jetzige.“

Mast muss am Boden zusammengeschraubt werden

Außerdem müsse beim Bau des Windrads auch die Kran- und Abstellfläche für die Rotoren beachtet werden. Denn: Der Mast muss am Boden zusammengeschraubt werden. Ein Vorschlag von Bürgermeister René Gerner war es deshalb, die angedachte Fläche so zu versetzen, dass der Mast möglichst auf freiem Gelände abgelegt werden kann.

Deutlich bemerkbar machte sich im Gemeinderat also die Sorge um den Wald. Doch gab es auch Stimmen, die besagten: „Wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer“. Allgemeine Kritik über hohe Geldausgaben in Fuchsstadt kam von Bernd Stöth der fragte: „Das kostet alles Geld. Was wollen wir noch alles machen?“ 

Finanzieller Vorteil für Fuchsstadt

Der finanzielle Aspekt bei einer weiteren Windkraftanlage sei beachtlich, sagt der Bürgermeister. Neben der EEG-Vergütung, der Beteiligung an den Erträgen, werde nach etwa zehn bis elf Jahren die Gewerbesteuer wirksam. Zusätzlich fordert die Gemeinde: Ein Vertrag kommt nur zustande, wenn in diesem Zug auch eine zusätzliche Aufforstung der Kahlflächen nahe der bereits betriebenen Windräder erfolgt. 

Anders als beim Solarpark ist die Gemeinde hier also nicht direkt an der Finanzierung beteiligt. „Vom Ertrag erhalten wir aber natürlich etwas“, betont der Bürgermeister. Auch für das mögliche vierte Windrad erhalte die Kommune Geld, die Gemeinde werde die Erträge zusätzlich noch einmal nachverhandeln. „Wir würden mit einem vierten Windrad mehr Erträge erzielen als mit den drei bereits bestehenden.“

Warum keine direkte Bürgerbeteiligung?

Eine direkte Bürgerbeteiligung sei zum Zeitpunkt des damaligen Vertragsabschlusses noch nicht üblich gewesen. Heute sei das zwar möglich, trotzdem habe sich die Gemeinde bei diesen und allen anderen Projekten dagegen entschieden. „Wir haben uns für eine kommunale Beteiligung und gegen eine Bürgerbeteiligung entschieden, damit alle Bürger etwas davon haben“, erklärt Gerner. Die beste Beteiligung sei seiner Meinung nach die Kommunalbeteiligung. „So haben alle etwas davon und nicht nur wenige Einzelne.“ 

Nach einer ausgiebigen Diskussion lehnten den Beschluss zur Erweiterung des Windparks zwar fünf Gemeinderatsmitglieder ab, dennoch gab es grünes Licht. „Wir können jetzt also die nächsten Schritte einleiten“, sagt Gerner. 

 

 

 

 

 

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