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Bürgerversammlung
Glasfaser, Radwege und mehr war Thema in Wermerichshausen
Das Feuerwehrhaus und dahinter das Backhaus sind durch die Dorfgemeinschaft saniert worden.
Das Feuerwehrhaus und dahinter das Backhaus sind durch die Dorfgemeinschaft saniert worden. // Hartmut Hessel
Die  Milchsammelstelle soll saniert oder auch umgesetzt werden.
.Die Milchsammelstelle soll saniert oder auch umgesetzt werden. // Hartmut Hessel
Ausbau der Ortsverbindungsstraße Wermerichshausen
Straßen, aber auch Radwege oder Glasfaser waren Themen der Bürgerversammlung Wermerichsausen. // Heike Beudert
Wermerichshausen – Neben der Grundsteuerreform fragen die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes zu Radwegen, zum geplanten Glasfaserausbau, baten um Straßensanierung und es ging um Abfall sowie das Feuerwehrhaus.

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) ist in seinem noch nicht so langen politischen Leben kaum durch Emotionen aufgefallen. Doch nach zwei Stunden geduldiger Frage- und Antwortdebatte in der einer äußerst fairen Bürgerversammlung, gerät der Ton eines Bürgers etwas überheblich.

Die Strategie der Versammlung passe nicht zum Dorf, weil die ortsspezifischen Themen erst im zweiten Teil drankämen.  Dem widersprach der Bürgermeister freundlich aber bestimmt, was offensichtlich die anderen Anwesenden etwa 30 Besucherinnen und Besucher auch so sahen.

Beschwerde thematisierte Grundsteuerreform

Um was ging es? Um die Grundsteuerreform und die Entscheidungsmöglichkeiten der Kommune. Gerade weil die Eigentümer auf dem Land härter durch die verhältnismäßig größeren Grundstücke belastet werden, wird der Stadtrat entweder die Summe der bisherigen Grundsteuereinnahmen bei einem Hebesatz von 450 Punkten durch eine Senkung des Satzes auf etwa 320 Punkte beibehalten – oder sogar um 10 Prozent senken, wie eine andere Strömung im Stadtrat das möchte.

„Den Belastungen die Spitze nehmen“, ist das Ziel, formulierte der Bürgermeister. Und das fair und transparent, gerade bei der kommenden Entscheidung bei Wasser und Abwasser. Es war ein mehr unbewusster Nebensatz: „Wir wollen ja alle glücklich machen!“. Doch das Bemühen, auch die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger durch die gerade jetzt stattfindenden Bürgerversammlungen mitzunehmen, sei eine gute Sache. Und das rechtfertige auch den inhaltsstarken Bericht im ersten Teil jeder Versammlung.

Viele Fragen zu Glasfaser in Wermerichshausen 

Einen großen Raum nahmen Fragen und Meinungen zu Glasfaserverlegung in den kommenden zwei bis vier Jahren ein. Michael Kastl bat um Verständnis, dass es erst Antworten zu Detailfragen wie etwa zum eigenen Hausanschluss gibt, wenn eine der beiden Firmen, die ein Angebot machten, den Auftrag erhalten haben. 

In diesem Zusammenhang erfuhr die Öffentlichkeit, dass zur Betreuung und auch Überwachung des großen Projekts die Bauverwaltung einen zusätzlichen Mitarbeiter ab 2025 erhält. Natürlich fragen Bürgerinnen und Bürger nach der Technik der Verlegung in die erst vor Kurzem hergestellte Hauptstraße. Selbst das ist nach Aussage des Bürgermeisters erst konkret mit dem künftigen Auftragnehmer zu klären, da jede Firma unterschiedliche Techniken anwendet und es von Ort zu Ort verschieden sein kann. Selbst bereits verlegte Leerrohre sind für die Firmen kein Muss.

Ein Dorf der Radfahrerinnen und Radfahrer

Wermerichshausen ist ein Dorf der Radfahrer und Radfahrerinnen, wenn man die Anzahl der Wortführer zu Radwegen rund um das Dorf in der Versammlung als Maßstab nimmt. Es gibt gute und ziemlich schlechte Fahrwege, die gleichzeitig auch Wander- und Spazierwege sind. An den Fischteichen, in der Nähe des Tierheims Wannigsmühle sind die Wege kaum befahr- und begehbar, es stehen große Pfützen in den Schlaglöchern, so die ehemalige Ortssprecherin Ulla Müller.

Da müsste dringend was gemacht werden. Auf der anderen Seite soll der Radweg von Kleinwenkheim nach Großwenkheim mit Asphalt befestigt werden, was aus Sicht von Ulla Müller völlig unnötig sei, da „der Weg, so wie er ist, keinerlei Schäden aufweist“ und eine Versiegelung hier dem Naturschutzgedanken widerspricht.

Weniger Wegeflächen an Flur- und Waldwegen

Der Bürgermeister möchte auch diesen Gedanken an entscheidender Stelle vorbringen. Wege, vor allem Flur- und Waldwege und deren Grenzsteine wurden unter anderem von Vertretern der Waldkörperschaft vorgebracht. Die Grenzsteine würden oft genug einfach umgeackert. Die Wegflächen werden weniger, am Ende sind keine mehr vorhanden.

Michael Kastl stellt klar: „Die Stadt Münnerstadt duldet keine Beseitigung von Grenzsteinen, wie das in der Flur leider nicht selten geschieht“. Die Verfolgung gestaltet sich schwierig. Am Ende müssen die Eigentümer für die Instandsetzung aufkommen. Oder, wenn man sie identifizieren kann, die Täter. 

Eine Bürgerin macht darauf aufmerksam, dass durch Heckenüberwucherung öffentliche Waldwege nicht mehr gut benutzt werden können. Der Bürgermeister versprach Abhilfe. 

Zwei Kreisangelegenheiten: Abfall und Straßen

Zwei Kreisangelegenheiten wurden angesprochen. Zum einen die marode Kreisstraße von Wermerichshausen nach Kleinwenkheim und zum anderen wurde von einem Bürger die Forderung nach einer Gelben Tonne, statt eines gelben Sacks vorgebracht. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass die kommunale Kreis-Abfallentsorgung sich für die nächsten Jahre auf das Säcke-System festgelegt hat.

Mit sanierten Kreisstraßen ist die Stadt im Moment gut aufgestellt, aber das bedeutet keinen Stillstand. Der Kreis baut weiterhin fleißig und – wenn planbar – mit einem begleitenden Radweg.

Feuerwehrhaus und Milchsammelstelle Thema

Ein Bürger fand, „dass das jetzt sein müsste“. Er bedankte sich im Namen der Anwesenden für den Einsatz von Bürgermeister, Stadtrat und vor allem vom Bautrupp für die geleistete Arbeit und die Zuschüsse, die die Dorfgemeinschaft für das Feuerwehrhaus und bereits früher für den Gemeinde-Backofen erhalten hat.

Man werde in naher Zukunft auch die Milchsammelstelle sanieren. Michael Kastl gab den Dank zurück und vergaß nicht zu erwähnen, dass das Feuerwehrhaus statt 200.000 Euro ohne tatkräftige Mithilfe der Dorfbewohner leicht über eine halbe Million gekostet hätte.

 

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