Seit August letzten Jahres läuft das Planfeststellungsverfahren zur Fulda-Main-Leitung (P43), die den Landkreis Bad Kissingen in großem Umfang betrifft. Darin wird laut Betreiber Tennet der genaue Leitungsverlauf ermittelt. "Aktuell gibt es eine Überarbeitung des Trassenverlaufes mit kleinen Änderungen", sagt Zeitlofs Bürgermeister Matthias Hauke (GMZ). Ein Korridor von hundert Metern Breite steht zum jetzigen Zeitpunkt fest.
Laut Hauke hätten bereits die für das Frühjahr angekündigten Eigentümergespräche stattgefunden, was die Standorte für die Masten der großen Stromtrasse angeht. Auch der Markt Zeitlofs sei davon betroffen, und zwar im Bereich des Tunnelportales der ICE Strecke, wo die Leitung von Hessen kommend zunächst parallel der ICE-Strecke geplant ist.
Zwischen Rossbach und Zeitlofs Änderungen eingepflegt
Aus diesen Gesprächen haben sich aktuell auch minimale Änderungen im Trassenverlauf ergeben. Zu merken sei das am ehesten am Berg Windbühel zwischen Rossbach und Zeitlofs, wo die Trasse dann südwestlich an Weißenbach und an Detter und dann zwischen Heiligkreuz und Heckmühle weiterläuft.
Volker Roth, zweiter Bürgermeister, kritisiert das Vorgehen bei der Auswahl des Trassenverlaufes. Die Einwände der Bevölkerung würden kaum berücksichtigt. "Der Naturschutz bekommt mehr Beachtung als der Mensch", sagt Roth. Abstände zur Bebauung seien da variabler gehandhabt als der Eingriff in ein FFH-Gebiet. Diesem Eindruck stimmt auch Bürgermeister Hauke zu. "Es ist traurig, dass Natur mehr zählt als der Mensch".
Stillstand bei Planungen zu DC41 und DC42
Voraussichtlich in den nächsten Wochen werde es für die Öffentlichkeit wieder eine Infoveranstaltung geben, wo der neue Stand des Trassenverlaufes vorgestellt wird. Dort könnten wieder Eingaben gemachte werden. Allerdings: "Je weiter das Projekt voranschreitet, umso unwahrscheinlicher, dass etwas geändert wird", sagt der Bürgermeister. Er schätzt, dass dieser Teil des Verfahrens bis Mitte des Jahres abgeschlossen wein wird. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz macht einen schnelleren Vorgang bei Ausbauprojekten möglich.
Ganz anders sieht es hingegen bei den Projekten DC41 und DC42 (Nordwest- und Südwestlink) aus, die bisher als unterirdische Gleichstromtrassen mit ähnlichem Verlauf wie die P43 geplant waren. "Hier gibt es nichts neues", sagt der Bürgermeister und weiter: "Wir wissen nicht, ob und wie es damit weiter geht." Wegen des politischen Stillstandes in Berlin und der Neuwahl wisse aktuell niemand, was mit dem Vorhaben passiert. Es "hängt in der Luft".
Über das Projekt
Laut Betreiber Tennet soll die geplante Fulda–Main-Leitung ab 2031 als 380-kV-Wechselstromleitung die Umspannwerke Mecklar und Dipperz in Hessen mit dem Umspannwerk Bergrheinfeld/West in Bayern verbinden. Die Höchstspannungsleitung ist nach derzeitigem Verfahrensstand insgesamt rund 140 Kilometer lang. Im Landkreis Bad Kissingen tritt die Leitung von Hessen kommend bei Zeitlofs (ICE-Strecke) über die Grenze und trifft nach den Ortsteilen Weißenbach und Detter die Gemeinde Wartmannsroth westlich und führt über Morlesau westlich von Hammelburg weiter in Richtung Süden.
Mehr aus dem Marktgemeinderat Zeitlofs
Die Gemeinde lässt aktuell ein Sturzflutenrisikomanagement erstellen, genau wie die weiter oben an der Sinn liegenden Gemeinden Bad Brückenau, Riedenberg und Wildflecken. Um genauere Informationen über Gefahrenlagen zu bekommen, werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, Wasserschäden am Eigentum zu melden. Diese können über die Seite www.starkregenmelder.de getätigt werden.
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