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Natur und Umwelt
Gewinneridee: Ein Badesee fürs Sinntal?
Das Wasser im Sinntal – hier der Mühlbach am Georgi-Parkplatz – bietet einen hohen Naherholungswert. Ein Konzept wird erarbeitet.
Das Wasser im Sinntal – hier der Mühlbach am Georgi-Parkplatz – bietet einen hohen Naherholungswert. Ein Konzept wird erarbeitet. // Julia Raab
Bad Brückenau – Offene Wasserflächen und Bachzugänge: Das sind Ideen, die beim Umweltministerium auf Resonanz stoßen. Ein Konzept soll mehr Aufschluss geben.

Die Freude war groß, als Ingo Queck und Eva Reichert-Nelkenstock vor wenigen Wochen eine Mail aus dem Umweltministerium erhielten. Darin verkündet war der Sieg im Ideenwettbewerb „Natürlich fürs Klima“. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagen die beiden Bund Naturschutz Mitstreiter und Ideenentwickler.

Im Februar erst haben sie von dem Wettbewerb des Umweltministeriums gelesen. Schnell musste ein Konzept her. Und sie knüpften damit an das erfolgreiche Projekt Sinnallianz an, das vor mehr als 20 Jahren in der Region startete. Darin ging es grob gesprochen um die Erhaltung des Wildbachs, die Biodiversität und um den Hochwasserschutz im Sinntal.

Zuläufe offen gestalten

Für den Ideenwettbewerb entwickelten Queck und Reichert-Nelkenstock eine Erweiterung vor allem für noch verbaute, oftmals innerörtliche Wasserzuläufe. „Damit sind zum Beispiel die Röthbach und die Leimbach in der Stadt gemeint“, erklärt Queck. Die teilweise verrohrten Zuflüsse sollen in einen ökologisch besseren Zustand versetzt werden, damit die Tiere den Wasserlauf für ihre Wanderungen besser nutzen können.

Konkret bedeutet das: „Wir wollen sie natürlicher und wo möglich auch offener gestalten“, erklärt Queck. Möglich seien auch Zugänge zum Wasser, so wie es am Georgi-Parkplatz der Fall ist. „Das würde auch zu einer besseren Verbindung der Sinnaue und der umliegenden Hänge bedeuten“, ergänzt Reichert-Nelkenstock. Für die Bürger würde das zudem eine zusätzliche Naherholungsmöglichkeit bieten.

Attraktive Freizeitmöglichkeit

Die Idee eines Badesees im Sinntal gibt es schon lange. Umgesetzt wurde sie bisher aber nicht. Hier könnte sie konkreter werden: „Bei Bad Brückenau bietet sich der Bau eines Natursees an“, heißt es im Konzept. Insbesondere für den Hochwasserschutz, aber auch zusätzliche Lebensräume für Tiere und Wasserreservoir für trockene Zeiten sei das sinnvoll, sind Queck und Reichert-Nelkenstock der Meinung.

„Zusätzlich wäre das eine attraktive Freizeitmöglichkeit für die Region“, sagt Queck weiter. Nicht zuletzt, um die beiden illegal als Badeseen genutzten Gewässer im Naturschutzgebiet Schwarze Berge zu entlasten. Der See sollte daher nur auf einer Seite zugänglich sein, damit sich die andere Seite frei entwickeln kann.

Kommunen mit im Boot

Die Gewinneridee steht nicht alleine im Raum. „Zusätzlich erarbeiten die vier Kommunen im Sinntal ein gemeinsames Sturzflutmanagement“, erinnert Reichert- Nelkenstock. Hierbei spielt auch der der Hochwasserschutz eine große Rolle.

Die vier Kommunen entlang der Sinn – Zeitlofs, Bad Brückenau, Riedenberg und Wildflecken, – unterstützen die Projektidee des Bund Naturschutz. Allerdings gibt es aus den Kommunen bisher nur wenige Ideen dazu.

Geld für Konzept

Klar ist aber auch: „Wir stecken hier noch ganz am Anfang“, betont Queck. Als Sieger für den Regierungsbezirk Unterfranken sind die Sinnanlieger besonders stolz. Für das Preisgeld von 10.000 Euro soll ein Konzept erstellt werden. „Mitte Juni haben wir dazu einen Termin mit dem Planungsbüro“, sagt Queck.

Übrigens: Auch das Konzept zum Bad Brückenauer Wasserweg, das bis Herbst erstellt wird, passt gut zur Idee. „Das Wasser und die Quellen sind unsere Stärke. Es wäre schade, wenn wir das nicht nutzen“, sagen Queck und Reichert-Nelkenstock.

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