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Energiewende
Ein Solarpark für die Marktgemeinde Zeitlofs?
Die Kraft der Sonne in der Rhön für Solarstrom nutzen, das wird sicherlich in den kommenden Monaten in vielen Gemeinderäten ein Dauer-Thema sein. Der Zeitlofser Gemeinderat steht einem aktuellen Projekt für einen neuen Solarpark sehr positiv gegen...
Die Kraft der Sonne in der Rhön für Solarstrom nutzen: Der Zeitlofser Gemeinderat steht einem aktuellen Projekt für einen neuen Solarpark sehr positiv gegenüber. // Sebastian Schmitt
Zeitlofs – Zwischen Roßbach und Weißenbach möchte ein Unternehmen einen Solarpark errichten. Wieviel Strom wird produziert und wie ist die Stimmung?

Für Gesprächsstoff – diesmal eher positiver Natur – sorgt die aktuelle Planung für eine Freiflächenphotovoltaikanlage in Weißenbach in der Marktgemeinde Zeitlofs. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es um die Vorstellung des Projektes.

Zwei Zuhörer waren gekommen, um sich ein Bild von dem Vorhaben zu machen. „Es gibt noch keinen Beschluss, es geht erst einmal darum, das Projekt vorzustellen“, sagte Bürgermeister Matthias Hauke und überließ dem Projektplaner das Wort: Daniel Birkmair von „Greenovative“ aus Nürnberg ging auf die bislang 52 Solarparks ein, die das Unternehmen bereits realisiert hat. „Wir haben in Deutschland kein Flächenproblem, wir haben ein Nutzungsproblem“, so Birkmair.

Baubeginn in ein bis zwei Jahren

Auf einer Fläche von 8,2 Hektar zwischen Roßbach und Weißenbach möchte das Unternehmen „Greenovative“ eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichten, die Strom für durchschnittlich 2451 Haushalte pro Jahr erzeugen soll. Der Baubeginn soll in zwölf bis 24 Monaten sein, sagte Birkmair.

Mit der unteren Naturschutzbehörde in Bad Kissingen habe Birkmair bereits Kontakt aufgenommen: „Die erste Resonanz war durchaus positiv.“ Zum größten Teil wird die betroffene Fläche derzeit landwirtschaftlich genutzt, ein Teilbereich ist momentan Wiese.

Bei einer Sichtbarkeitsanalyse wurde ermittelt, dass man die Freiflächenphotovoltaikanlage von der Verbindungsstraße zwischen Zeitlofs und Weißenbach aus nur partiell wahrnehmen wird.

Ab dem 21. Jahr gibt es richtig Geld in die Gemeindekasse

Mit dem Flächeneigentümer hat „Greenovative“ einen Flächennutzungsvertrag geschlossen. Geplant ist auch eine Bürgerbeteiligung. Rund sechs Millionen Euro wird die gesamte Anlage voraussichtlich kosten. In den ersten 20 Jahren könne die Gemeinde mit rund 8500 Euro Gewerbesteuer pro Jahr rechnen, so Birkmair.

Ab dem 21. Jahr stehen rund 42.000 Euro Gewerbesteuer jährlich im Raum. Grund für diesen exorbitanten Sprung: Nach 20 Jahren sind Freiflächenphotovoltaikanlagen im Regelfall komplett steuerlich abgeschrieben.

Noch unklar ist, wo genau der Strom ins Netz eingespeist werden kann. Aktuell geht Birkmair davon aus, dass ein Anschluss bei Wernarz möglich ist. In rund sechs Kilometern Entfernung. „Mit allen Anliegern wurde gesprochen. Es gab keinen einzigen, der Einwände vorgebracht hat“, sagte Bürgermeister Hauke.

Bürgermeister für die Freiflächenphotovoltaikanlage

„Es ist diesmal kein Megaprojekt. Es ist etwas kleiner. Und es ist von den Straßen und Wegen aus kaum zu sehen. Daher finde ich das Vorhaben sehr begrüßenswert“, so der Rathauschef weiter. „Wir hatten bisher Projekte ganz anderer Größenordnung auf dem Tisch. Das ist diesmal anders und passt daher viel besser zu uns.“

Breiten Raum in der Diskussion nahm das Thema Bürgerbeteiligung ein. Von Daniel Birkmair war eine Bürgerbeteiligung mit Beträgen zwischen 1000 und 25.000 Euro in den Raum gestellt worden, mit einer Verzinsung von vier Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren.

Diese Wertschöpfung für die einheimischen Bürger schätzten einige Räte, darunter Zweiter Bürgermeister Volker Roth, als zu gering ein, auch angesichts der hohen Inflation, die deutlich über der angebotenen Verzinsung liegt.

Nicht mehr als vier Prozent Zinsen

Bei der Bürgerbeteiligung ist angedacht, dass die Bürger ein nachrangiges Darlehen an die Projektbetreiber geben, das einen festgeschriebenen Zinssatz in Höhe von vier Prozent als Rendite für die Bürger bietet. Birkmair machte klar, dass eine Erhöhung des Zinssatzes nicht in Aussicht gestellt werden kann. Grundsätzlich standen die Kommunalpolitiker dem Projekt positiv gegenüber. Voraussichtlich in der nächsten Sitzung wird ein Beschluss gefasst.

Die Beteiligung an einer gemeinsamen Gesellschaft zur Bewältigung der Herausforderungen der Energiewende will der Landkreis Bad Kissingen für alle Kommunen zentral regeln.

„Jede Gemeinde wurde explizit darüber informiert“, so Bürgermeister Hauke. Die Gemeinderäte erklärten geschlossen die Bereitschaft, dass sich auch die Marktgemeinde Zeitlofs beteiligen wird.

Dabei geht es unter anderem um folgende Handlungsfelder: Flächensicherung, Planung, Errichtung sowie Finanzierung von regenerativen Erzeugungsanlagen, Betrieb dieser Erzeugungsanlagen und Vermarktung der produzierten elektrischen Energie, Umsetzung und Betrieb von Wärmeversorgungsprojekten.

Der endgültige Unternehmensgegenstand ist noch zu verhandeln. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, Beratungen mit den anderen möglichen Gesellschaftern zu führen.

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