0
Jetzt amtlich bestätigt
Überfahrener Wolf stammt aus dem Rudel Wildflecken
ndesaisbwg-v3-ax-s2048.jpeg
Die im März zwischen Wildflecken und Oberbach überfahrene Wölfin stammt aus dem Rudel Wildflecken. Das bestätigte jetzt das Landesamt für Umwelt. // Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Pfeuffer
Wildflecken
Wildflecken – Die Herkunft des im März zwischen Wildflecken und Oberbach überfahrenen Tieres ist nun geklärt. Es ist nicht der erste Wolf aus dem Rudel, der überfahren wurde.

Am frühen Morgen des 12. März kam es auf der Bundesstraße zwischen Wildflecken und Oberbach zu einem Wildunfall. Dabei kam ein Tier ums Leben, das nach ersten Erkenntnissen starke Ähnlichkeit mit einem Wolf aufwies. Auch erste Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem toten Tier offenbar um einen weiblichen Wolf, also eine Fähe, handeln dürfte.

Nun ist die Auswertung der entsprechenden Proben abgeschlossen. Wie das Landesamt für Umwelt auf seiner Homepage meldet, handelt es sich bei dem getöteten Tier tatsächlich um einen Wolf. Er trägt das Laborkürzel GW5504f. Das Kürzel GW steht dabei für „Genetic Wolf“, die fortlaufende Zahl dient der Individualisierung und das „f“ steht für weiblich (female), „m“ für männlich (male).

Auch die beiden Elterntiere konnten genetisch bestimmt werden. Es handelt sich um die Fähe mit der Kennung GW2552f und den Rüden  GW2068m. Sie sind bekannt als Elterntiere des Rudels, das seit 2022 auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken heimisch ist. Damit bestätigte sich die naheliegende Vermutung, dass das getötete Tier zu diesem Rudel gehört.

Schon der achte getötete Wolf aus dem Rudel

Damit handelt es sich schon um den achten Wolf auf diesem Rudel, der nachweislich ums Leben kam. Ende 2022 wurde eine junge Fähe bei Eichenzell auf der A7 überfahren, im Juni 2023 erlitt ein Rüde bei Ohrdruf das gleiche Schicksal. Im Oktober wurde eine Fähe bei Bischofsheim überfahren und im November dieses Jahres wurde ein illegal erschossener Wolf im Wartburgkreis gefunden.

urn_newsml_dpa.com_20090101_260126-911-014731-v5-s2048.jpeg
Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Wölfe aus dem Wildfleckener Rudel getötet. // Patrick Pleul/dpa

Für Schlagzeilen sorgte im August 2024 ein erstmals wieder von Behörden genehmigter Abschuss einer Wölfin aus dem Wildfleckener Rudel. Im Frühjahr 2025 musste ein schwerverletzter Wolf von der Polizei erlöst werden, der an der A7 bei Uttrichshausen gefunden worden war. Im Oktober 2025 schließlich wurde ein Rüde an der Straße zwischen Riedenberg und Oberbach überfahren. Nun schon das achte Tier aus dem Rudel.

Untersuchung der Todesursache in Berlin

Damit ist bereits mehr als ein Drittel des Nachwuchses aus diesem Rudel auf nicht natürliche Weise ums Leben gekommen. Insgesamt wurden bislang 22 Welpen des Elternpaares nachgewiesen. Sechs Tiere kamen 2022 auf die Welt, 2023 waren es sieben Welpen, 2024 wurden wieder sechs Tiere registriert, im Jahr 2025 wurden drei Tiere anhand von Fotos einer Wildkamera nachgewiesen.

Der Kadaver wurde für weitere Untersuchungen zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin gebracht, das als zentrales Referenzinstitut für die Untersuchung toter Wölfe in Deutschland zuständig ist. Hier soll die genaue Todesursache ermittelt werden.

Inhalt teilen
  • kopiert!