Der Sommermonat Juli war insgesamt zu nass – aber nicht überall in Unterfranken. Dort gibt es, was die Niederschlagsmenge betrifft, große Unterschiede.
Der Würzburger Udo Feldinger, Wettertechniker beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach, hat sich die Niederschlagemengen in der Region näher angeschaut. Seine Bilanz beruht auf den Messdaten von etwa 60 DWD-Wetterstationen, gemessen in Millimeter. Ein Millimeter Regen bedeutet ein Liter pro Quadratmeter.
Mehr Niederschlag im Süden und Westen
Die Auswertung Feldingers ergab: „Flächenmäßig betrachtet, gab es im Süden und Westen Unterfrankens weit mehr Niederschlag als im Norden.“ So fielen im Juli zwischen 37,2 Millimeter in Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) und 138,9 Millimeter in Amorbach-Neudorf (Lkr. Miltenberg).
Im Landkreis Würzburg waren es 126,3 Millimeter Regen in Oberaltertheim und 119,2 Millimeter in Bütthard. Im Südosten Unterfrankens, in Geiselwind (Lkr. Kitzingen) fielen im Juli 108,3 und in Würzburg 104,9 Millimeter Regen herab.
Unterschiede zeigen sich auch über einen längeren Zeitraum – in den Abweichungen gegenüber dem Mittel (Referenzperiode 1961 bis 1990). So fiel im Juli in Bütthard mit den gemessenen 119,2 Millimeter Regen mehr als das Doppelte vom Himmel herunter: 207,7 Prozent. In Reichenbach (Lkr. Bad Kissingen) wurde mit 42,6 Millimeter Regen nur knapp 70 Prozent vom Mittel erreicht. In Würzburg liegt die Regenmenge von 104,9 Millimeter knapp 193 Prozent über dem Mittel.
Bayernweit betrachtet, belief sich die Monatsniederschlagssumme laut DWD auf 131 Liter pro Quadratmeter, 30 Prozent mehr als in der Referenzperiode (101 Liter pro Quadratmeter).
Bis zu 25 Regentage am Alpenrand
Am heftigsten schüttete es im Juli am Alpenrand mit 300 bis 450 Liter pro Quadratmeter. Dort und im Bayerischen Wald gab es bis zu 25 Regentage. Im Süden Bayerns wurde sogar ein bundesweiter Rekord bei der Tagesniederschlagssumme gemessen: 99 Liter pro Quadratmeter im Chiemgau, in Stein, einem Ortsteil von Aschau.
Deutschlandweit wertete der DWD rund 2000 Messstationen aus. Den Angaben zufolge landeten im Juli flächendeckend 114 Liter pro Quadratmeter in den Messtöpfen: 47 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode (78 Liter/Quadratmeter).
Kühler Juli, aber nicht der kälteste Juli
Was die Temperatur betrifft, gehörte Bayern im Juli zusammen mit Sachsen nach DWD-Angaben mit einer Mitteltemperatur von 18 Grad Celsius zu den kühlsten Bundesländern. Über einen längeren Zeitraum gesehen, liegt das Mittel bei 16,6 Grad Celsius. Der diesjährige Juli war also nicht der kälteste, auch wenn viele Menschen das so empfunden haben dürften.
Wettertechniker Feldinger hat sich nicht die Mitteltemperatur, sondern speziell die mittlere Tageshöchsttemperatur im Juli für Würzburg angeschaut. Sie beträgt 25,6 Grad Celsius. „Damit liegt sie in Würzburg fast im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre mit 25,5 Grad Celsius.“
Tageshöchsttemperatur in Würzburg im Durchschnitt
Betrachtet man die letzten zehn Jahre, also von 2016 bis 2025, dann sieht es anders aus: In diesem Zeitraum sei die mittlere Tageshöchsttemperatur mit 26,4 Grad Celsius höher gewesen. Das heißt, so Feldinger, „nur in den Jahren 2017 und 2021 war es in Würzburg im Juli kühler als im Juli 2025, da lag die mittlere Tageshöchsttemperatur bei 25 beziehungsweise 24,3 Grad Celsius“.
Feldingers Fazit: „In Würzburg war es im Juli nicht kühl – aber nass.“








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