Die Freude ist groß: Der 19-jährige Azubi Nicolas Neubert aus Motten ist kürzlich zum Kammersieger im Parkettlegen gekürt worden. Er konnte mit seiner Arbeit die Jury der Deutschen Meisterschaft im Handwerk für sich gewinnen. Doch der junge Handwerker bleibt bodenständig, krempelt seine Ärmel hoch und macht sich wieder an seine Arbeit: das Bodenlegen.
An diesem Tag verlegt er das wieder in Mode kommende Fischgrätenparkett in einem Musterhaus in Kothen, einem Gemeindeteil Mottens. Der junge Handwerker kniet auf allen Vieren. In dieser Position verbringt er einen Großteil seines Arbeitstages.
Er hat sich Knieschoner angezogen. Es sei keine gute Idee, keine zu tragen, erzählt Neubert und schmunzelt. Er hatte schon einmal eine Schleimbeutelentzündung, weil er nicht daran gedacht hatte. Seitdem sind die Schoner ein fester Bestandteil seiner Arbeitskleidung. Auch die Lautstärke dürfe man auf der Baustelle nicht unterschätzen. Die Räume sind in aller Regel leer und jedes Geräusch hallt. Deswegen braucht er für seine Arbeit einen Gehörschutz.
Nach einem Schulpraktikum wurde ihm die Lehrstelle angeboten
Neuberts Weg ins Handwerk verlief schnörkellos. Der Mittelschüler musste ein Pflichtpraktikum absolvieren. Durch einen Freund der Familie fand er einen Praktikumsplatz bei seiner Ausbildungsstätte Fußboden Bauer in Motten. Firmenchef Klaus Bauer bot ihm nach dem Praktikum einen Ausbildungsplatz an. Während der Schulferien und vor dem Ausbildungsbeginn jobbte er bereits in den Ferien nebenher in dem Unternehmen. Keine drei Jahre später ist er Kammersieger. Bald ist er außerdem fertig mit der Lehre.
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An seinem Job schätzt er, dass er am Abend sieht, was er den ganzen Arbeitstag getan hat. Er sei ein Bastler. Er mag es, wenn „schwierige Spezialfälle“ auftreten, das fordere ihn heraus. Neubert verlegt alle Böden, doch Parkett ist ihm am liebsten. Das lasse sich einfach verlegen. Der Holzboden verzeiht viel, anders als ein Vinyl-Bodenbelag, bei dem jedes vergessene Steinchen herausragt. Daher müsse man da besonders penibel auf den Untergrund achten. Auch hält ein Parkettboden bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte.
Das Fischgrätenmuster kommt wieder in Mode, erzählt der Handwerker, als er die Bretter auf dem Leim positioniert. Den Leim hat er davor mit einem Spachtel und routinierter Hand in Halbkreisform auf dem Untergrund verteilt. Mit einem geübten Auge inspiziert er seine Arbeit. Er nimmt einen runden Hammer und haut beherzt auf das Parkett, damit das Holz fest am Untergrund befestigt wird. Danach verklebt er seine Arbeit mit einem Tape, damit das frisch verlegte Holz nicht verrutscht.
Kammersieger Nicolas Neubert hat Bock auf seinen Job als Parkettleger
Wenn er noch einmal die Wahl hätte, würde er sich wieder für das Handwerk entscheiden, erzählt Neubert. Seit seinem Ausbildungsbeginn hat es ihm der Baustoff Holz angetan. „Daraus kann man so vieles machen“, sagt er. Das Einzige, das ihn an seiner Arbeit etwas stört, ist der frühe Arbeitsbeginn. Um 7 Uhr in der Früh stehe er schon im Betrieb. Er sei aber eher ein „typischer Langschläfer“, sagt er und lacht. Sein Arbeitstag geht in der Regel bis 16.30 Uhr. Am Freitag hat er ab 12 Uhr Feierabend. Das gefalle ihm.
„Man muss schon Bock auf den Job haben“, sagt der 19-jährige Azubi. Nicolas Neubert wusste bereits als Schüler, dass er mit den Händen arbeiten will. Neubert wollte zunächst nicht unbedingt ins Handwerk. Er überlegte, erst Koch zu werden. Nach drei Jahren Lehre weiß er, dass er doch lieber Parkett legt, als in der Küche an den Kochtöpfen zu stehen.












