Am Sonntag vor Heiligabend hatten Verena Regus und ihr Team von der „Böll“ in Geroda mächtig zu tun. Wie meist am Wochenende und immer vor Weihnachten. Doch diesmal wehte der Hauch des Abschieds durch die beliebte Gastwirtschaft, in der den ganzen Tag über für spontane Gäste kein Platz mehr zu bekommen war. Denn es war der letzte Öffnungstag der „Böll“. Die Familie Regus/Hergenröder zieht sich zurück, konzentriert sich auf ihr Stammhaus, das „Weiße Rößl“ in Stralsbach.
Regus zieht Bilanz über neun Jahre
„Es waren neun schöne Jahre“, blickt Verena Regus als Betreiberin der „Böll“ zurück. 2016 hatten sie und ihr Bruder Michael, jüngste Generation der Gastwirtsfamilie Hergenröder aus Stralsbach, die runderneuerte Wirtschaft in der Gerodaer Ortsmitte von der Gemeinde gepachtet. Sie gaben dem zuvor unter „Grünes Tal“ laufenden Gasthaus den Namen, den es im Dorfmund immer hatte: „Die Böll“. Fortan brachte Regus moderne Ideen in die Rhöner Küche ein; ihr Vater Thomas Hergenröder setzte sie als Küchenchef um. „Die Böll“ entwickelte sich zum Kultlokal, das neben Gästen aus der Umgebung auch welche aus Fulda oder Würzburg anlockte, meist auf Empfehlung.
Mehrere Gründe für Abschied
Auf die Gründe für den Abschied möchte Verena Regus nicht genauer eingehen – wie schon im Frühjahr 2025, als er öffentlich wurde. Nur soviel: Es habe mehrere Gründe für diese Entscheidung gegeben. Jetzt sei es gut so, wie es sei.
Über Weihnachten und darüber hinaus bleibt „Die Böll“ geschlossen. Die Familie Hergenröder/Regus hat in ihrem Stammhaus in Stralsbach genug zu tun. Anfang Januar will sie im Gasthaus in Geroda auf- und ausräumen, um es ordentlich der Gemeinde zurückzugeben. Das bedeutet aber auch, dass es keinen fließenden Wechsel zu einem neuen Betreiber zum Jahreswechsel geben wird.
Bürgermeister Schneider: Interessent(en) ja, Vertrag nein
Bürgermeister Alexander Schneider berichtet von „guten Gesprächen“ und „engen Verhandlungen“, die derzeit stattfinden würden. Allerdings will er den oder die Interessenten „aus Respekt vor dem möglichen Neuen nicht nennen“. Unterschrieben sei noch nichts; Mitte Januar gebe es möglicherweise mehr zu berichten. Die „Böll“ solle aber definitiv Gastwirtschaft bleiben.











