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Interview mit Preisträger
„Nachhaltiges Bauen muss nicht zwingend teurer sein“
Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig
Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig // Natalia Mleczko
Signet des Fränkischen Tags von Natalia Mleczko
Landkreis Bad Kissingen – Ein Holzbaubetrieb aus dem Kreis Bad Kissingen hat den deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten. Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig erklärt, warum er auf natürliche Baustoffe setzt.

Der Zimmererbetrieb Eyrich-Halbig aus Oberthulba hat 2025 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Bauhandwerk gewonnen. Das Unternehmen hat seine Treibhausgasemissionen innerhalb von zwei Jahren um 29 Prozent reduziert, auch der Flüssiggasverbrauch sank um 54 Prozent und die Ölheizung wurde durch eine Wärmepumpe ersetzt. Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig, weshalb seine Firma trotz steigender Kosten verstärkt auf Nachhaltigkeit setzt.

Der Nachhaltigkeitspreis ist eine hohe Auszeichnung. Warum setzt Ihre Firma verstärkt auf Nachhaltigkeit?

Michael Eyrich-Halbig: Wir waren extrem überrascht, dass wir den Nachhaltigkeitspreis gewonnen haben. Auf diesen Preis bewirbt man sich nicht, sondern eine Jury sondiert deutschlandweit, wer infrage kommt. Unser Unternehmen setzt seit jeher auf ökologische Baumaterialien. Seit 2020 haben wir uns noch näher mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst. Dabei merkten wir: Je tiefer wir uns damit beschäftigten, desto mehr gehört dazu. Es sind Fragen aufgekommen, wie zum Beispiel: Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern, meinen Lieferanten und Partnerfirmen um? Unser Weg ist es auch, uns zu fragen: Woher kommen unsere Abfälle und Ausstöße, wie weit sind die Transportwege? Wie können wir diese verringern? Wir heizen unsere Firmengebäude mit unseren Holzabfällen. Zusätzlich haben wir Wärmepumpen eingebaut. Wir prüfen, was wir umstellen können, um noch weniger CO₂ zu verbrauchen.

Was sind Ihre persönlichen Gründe, auf Nachhaltigkeit zu achten?

Ich habe drei Kinder und da mache ich mir als Vater schon Gedanken. Wie steht es um die Zukunft meiner Kinder und können sie vernünftig aufwachsen? Oder auch deren Kinder einmal? Ich finde, dass jeder seinen Beitrag leisten kann. Natürlich hat es den größeren Effekt, wenn die Großen ihren Ausstoß drosseln. Aber dennoch kann jeder mit gutem Beispiel vorangehen und eine Vorbildfunktion einnehmen, an der sich dann wieder andere orientieren.

Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig  des Zimmererbetriebs Eyrich-Halbig aus Oberthulba
Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig des Zimmererbetriebs Eyrich-Halbig aus Oberthulba // Natalia Mleczko

Für wen eignet sich nachhaltiges Bauen? Und ist das wirklich so teuer, wie einige sagen?

Nachhaltiges Bauen sollte für jeden ein wichtiger Punkt sein. Es muss nicht zwingend teurer sein. Dennoch gibt es günstigere Materialien wie Styropor als Wärmedämmung. Das kommt als Baustoff für uns allerdings nicht infrage. Zum nachhaltigen Bauen gehören auch die Transportwege: Wo kommt mein Baumaterial her und wo müssen meine fertigen Bauteile hintransportiert werden? Auch ist zu nennen, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um die Baumaterialien herzustellen. Es spielen viele Punkte in eine nachhaltige Bauweise hinein, aber nachhaltiges Bauen bedeutet nicht gleich, dass dies auch teuer ist.

In welchen Bereichen wird nachhaltiges Bauen schwierig?

 Schwierig ist es noch im Bereich der Bodenplatten und Kellerräume. Diese werden von Feuchtigkeit stark beansprucht. Es gibt da auch nachhaltige Materialien, aber das ist aktuell noch ein Nischenmarkt. Hier gibt es mit Schaumglasplatten aber bereits erste Alternativen. Alles andere ist problemlos mit ökologischen Baumaterialien realisierbar.

Zimmererbetrieb Eyrich-Halbig aus Oberthulba : Rohstoffe
Zimmererbetrieb Eyrich-Halbig aus Oberthulba : Rohstoffe // Natalia Mleczko

Welche Tipps haben Sie für Bauherrinnen und Bauherren, die nachhaltig bauen wollen?

Ich würde jedem Bauherren raten, für sich im Vorfeld zu definieren, was einem wichtig ist. Will ich mit gesunden, ökologischen Baumaterialien bauen? Möchte ich ein örtliches Unternehmen als Baupartner? Es gibt viele Wege zur Nachhaltigkeit und jeder kann am Ende des Tages seinen Beitrag leisten. Aus meiner Sicht ist es auch immer ratsam, sich auf sein Baugefühl zu verlassen.

Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig auf dem Firmengelände
Geschäftsführer Michael Eyrich-Halbig auf dem Firmengelände // Natalia Mleczko

Was sind Ihre No-Gos beim Bau?

Ich bin ein Freund davon, wenn die Technik einfach gehalten wird. Es gibt mittlerweile so viel Haustechnik, die im Gebäude eingesetzt wird. Es ist zwar praktisch, wenn alles über das Smartphone gesteuert werden kann oder Rollos automatisch hoch- und runterfahren und ich gar nicht drücken oder kurbeln muss. Das ist auch okay, das wollen auch manche Bauherren unbedingt in ihrem Haus haben. Ich bin da aber eher ein Freund der Einfachheit. Denn mit mehr Technik am Haus steigen auch die Baukosten. Ein wirkliches No-Go sind für uns alle Materialien, die erdölbasiert sind.

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