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Firmenansiedlung
Was über die neue Firma im Gewerbegebiet Volkers bekannt ist
Betrieb für Gewerbegebiet Volkers: auch Wohnen möglich
Das Gewerbegebiet Volkers bekommt wahrscheinlich Zuwachs durch einen Betrieb aus der Maschinenbau-Branche. // Steffen Standke
Bad Brückenau-Volkers – Für einen Betrieb, der sich in Volkers ansiedeln möchte, wird der Charakter des Gewerbegebietes geändert. Eine alte Diskussion im Stadtteil kocht derweil wieder hoch.

Gute Nachrichten gibt es derzeit in Bad Brückenau wenige, aber das ist eine: Ein Unternehmen wird seinen Hauptsitz ins Rhönstädtchen verlegen, genauer nach Volkers. Damit das geschieht, musste ein steiniger Weg im Paragrafen-Dschungel geebnet werden.

Firma im Maschinenbau tätig

Viel gibt Bürgermeister Jan Marberg (SPD) nicht preis über das Unternehmen, das im nordwestlichen Teil des Volkerser Gewerbegebietes auf einem bisher unbebauten Grundstück niederlassen will: Es sei in der Maschinenbau-Branche tätig und biete Lösungen in der Lager-, Förder- und Reinigungstechnik für Schüttgüter im Food- und Non-Food-Bereich an. Einen konkreten Namen nennt der Rathauschef nicht. Das sei so mit den Gesprächspartnern vereinbart worden; Formalitäten seien noch zu klären.

Die Firma selbst komme von weiter her, die Inhaberfamilie sei aber in der Region sesshaft. Es handele sich in Volkers nicht um den Aufbau einer Produktion, geplant seien Büros. „Es ist ein sehr emissionsarmer Betrieb“, sagt Marberg. Auch bleibt das Nachtarbeitsverbot von 22 bis 6 Uhr bestehen.

Büro und Wohnen geplant

Vor mehr als einem Jahr sei die Firmenleitung auf ihn zugekommen, ergänzt Marberg. Seitdem würden er und seine Verwaltung sich dafür einsetzen, dass das Unternehmen nach Volkers komme.

Das hängt sicher damit zusammen, dass die rechtlichen Gegebenheiten vor Ort mit den Ansprüchen des Unternehmens abgeglichen werden mussten. Die Firma möchte auf dem ihr bereits gehörenden Grundstück ein Bürogebäude sowie zwei Häuser für Mehrgenerationenwohnen errichten, dazu eine gemeinschaftlich nutzbare Garage.

Bebauungsplan lässt bisher nur Gewerbe zu

Der geltende Bebauungsplan Gewerbegebiet Volkers schreibt aber eine gewerbliche Nutzung vor. Ein Mix aus Wohnen und Gewerbe war bisher baurechtlich nicht genehmigungsfähig, wie es in der Vorlage für die Sitzung des Stadtrats heißt. Das bedeutete für die Verwaltung: Klinken putzen bei den Baubehörden, um eine „Berichtigung“ im Flächennutzungsplan zu erreichen.

Betrieb für Gewerbegebiet Volkers: auch Wohnen möglich
Das Gewerbegebiet Volkers bekommt wahrscheinlich Zuwachs durch einen Betrieb aus der Maschinenbau-Branche. // Steffen Standke

Die Änderung soll in einem beschleunigten Verfahren als Bebauungsplan der Innenentwicklung erfolgen; es handelt sich laut Vorlage um eine „städtebaulich sinnvolle Weiterentwicklung des Standorts“. Auf Umweltprüfung und Umweltbericht wurde verzichtet. Laut Bürgermeister Marberg gab es in dem Verfahren guten Rat und Unterstützung von der zuständigen Behörde im Landratsamt Bad Kissingen. Auch der Stadtrat habe dem Thema offen gegenübergestanden. 

Durchführungsvertrag mit Unternehmen

Eben jenes Gremium beriet im nichtöffentlichen Teil seiner Ratssitzung einen Durchführungsvertrag. Darin verpflichtet sich das Unternehmen, sein Vorhaben umzusetzen und sämtliche Kosten der Bauleitplanung zu übernehmen. Darunter fallen die Planerstellung durch ein externes Fachbüro sowie die anfallenden Gutachter- und Erschließungskosten. Im öffentlichen Teil stimmte der Stadtrat sowohl dem Durchführungsvertrag als auch der Änderung des Bebauungsplans mehrheitlich zu – bei einer Gegenstimme.

In der vorangegangenen Diskussion begrüßte Stadtrat Heribert Übelacker (CSU) die Ansiedlung des Betriebs. Er fülle das Gewerbegebiet und bringe sicher Gewerbesteuer. Man müsse aber Wohnen und Gewerbe in Bad Brückenau neu denken. Es brauche ein Gesamtkonzept, stieß er eine Debatte über die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen an.

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Diskussion um neues Industrie- oder Gewerbegebiet

Laut Bürgermeister Marberg kommen drei größere und mehrere kleinere Flurstücke im Stadtgebiet sowohl für Wohnen als auch für Gewerbe in Betracht; es würden Gespräche mit Eigentümern stattfinden. Zwei der großen Grundstücke liegen im Bereich Volkers, eins nahe dem Gewerbegebiet und eins weiter weg. Letzteres sei eher für Wohnen geeignet. 

Dirk Stumpe (parteilos) könnte sich in Richtung Norden, zur Autobahn hin, ein Gewerbe- oder Industriegebiet vorstellen. Adelheid Zimmermann (FDP) sprach sich vehement gegen ein Industriegebiet aus. In dem Bereich von Volkers gebe es viele Einfamilienhäuser. Die Anwohner hätten sich schon gegen das bestehende Gewerbe gewehrt, sagte sie mit Blick auf frühere Konflikte, auch mit der aufgelösten Firma Rothkegel. Außerdem passe die Geländebeschaffenheit vor Ort nicht. Und dann sei in der Nachbarschaft noch der Volkersberg.

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