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Positive Tendenz
Schicksalstag für ZF: Hohe Beteiligung bei Abstimmung
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Rund 1000 Stellen sollen am ZF-Standort Schweinfurt bis 2027 abgebaut werden. // Felix Kästle/dpa
Schweinfurt
Schweinfurt – Die IG-Metall-Mitglieder bei ZF in Schweinfurt haben am Mittwoch über den Sparkurs des Konzerns abgestimmt. Das Interesse war groß, die Tendenz ist positiv.

Bei ZF in Schweinfurt geht am Mittwochabend die Abstimmung der IG Metall über das Sanierungspaket des Konzerns zu Ende. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Oliver Moll verlief das Votum ruhig. Er habe den Eindruck, dass sich die Belegschaft aufgeschlossen gegenüber dem Sparkurs zeige, so der Arbeitnehmervertreter.

Das endgültige Ergebnis wird in der Nacht zu Donnerstag erwartet, da sich bis zuletzt noch Mitglieder beteiligen konnten. Es fließt in das bundesweite Mitgliedervotum der IG Metall ein, das am kommenden Montag, den 13. Oktober, ausgewertet wird. Erst dann steht fest, ob die Belegschaften aller ZF-Standorte dem Sanierungspaket zustimmen.

Großes Interesse an Abstimmung

Laut Thomas Höhn, dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Schweinfurt, war das Interesse an der Abstimmung groß. „Wir haben eine sehr hohe Beteiligung gesehen – das zeigt, wie ernst die Beschäftigten die Situation nehmen“, erklärte Höhn. Das Mitgliedervotum ist der letzte Schritt, bevor das sogenannte Bündnis zur „Neuaufstellung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien“ endgültig beschlossen werden kann.

ZF hatte ursprünglich geplant, die sogenannte Division E auszugliedern oder zu verkaufen. Das ist nun vom Tisch. Stattdessen soll die Sparte aus eigener Kraft restrukturiert werden. In Schweinfurt arbeiten rund 9000 Menschen, davon etwa 6000 in der Division E.

Im Gegenzug für den Verbleib der Sparte im Konzern mussten die Arbeitnehmervertretungen deutliche Zugeständnisse machen. Bis Ende 2027 sollen in Schweinfurt rund 1000 Arbeitsplätze abgebaut werden – 835 in der Division E, weitere 170 in anderen Bereichen. Der Abbau soll über Freiwilligenprogramme, Abfindungen, Qualifizierungen und Altersteilzeit erfolgen; betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Lohnerhöhung um ein halbes Jahr verschoben

Zudem verschiebt ZF die für April 2026 vorgesehene Lohnerhöhung von 3,1 Prozent auf Oktober 2026. Ab September 2025 sinkt die Wochenarbeitszeit von 35 auf 32,5 Stunden, was einem Einkommensminus von rund sieben Prozent entspricht. Diese Regelung gilt bis Ende 2027.

Auch bei Sonderzahlungen müssen die Beschäftigten verzichten. Teile der tariflichen Zusatzleistungen werden künftig nicht mehr ausgezahlt, sondern automatisch in freie Tage umgewandelt. Eine erfolgsabhängige Sonderzahlung entfällt für zwei Jahre komplett.

ZF will mit diesen Maßnahmen bis 2027 rund 500 Millionen Euro einsparen. Auch außertariflich Beschäftigte verzichten 2026 auf Gehaltserhöhungen, und die Managementstrukturen sollen gestrafft werden. Die bundesweite Entscheidung über den Sparkurs folgt am Montag.

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