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Noch Restarbeiten zu erledigen
Ausbau des Reichenbachs in Burglauer fast abgeschlossen
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Der Ausbau des Reichenbachs in Burglauer ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen. Bürgermeister Marco Heinickel zeigt sich zufrieden, dass alles ohne größere Komplikationen klappte. // Kristina Kunzmann
Signet des Fränkischen Tags von Kristina Kunzmann
Burglauer
Burglauer – Bei einem der größten Bauprojekte in der Ortsgeschichte sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. Was die Planer herausforderte und wie der Bauabschluss gefeiert wird.

Ein sonniger Morgen im Juni: Marco Heinickel läuft die Neustädter Straße am neu ausgebauten Reichenbach in Burglauer entlang. Er zeigt Gehwege, Sitzstufen, von einer Burgläurerin gesponserte Blumenkästen an der Ufermauer. Er scherzt mit Arbeitern, winkt und grüßt im Minutentakt in alle Richtungen.

Der Stolz darüber, dass das bisher größte Bauprojekt in der Geschichte seiner Gemeinde fast abgeschlossen ist, ist dem Bürgermeister anzumerken. Erst recht, als eine Autofahrerin wie vom Ortsoberhaupt bestellt die Scheibe herunterkurbelt und lobt: „Jetzt kann man da sicher laufen, das ist ein Wunder! Ich finde die neue Straße wunderbar.“

Auch Marco Heinickel ist zufrieden – und erleichtert. „Ich bin froh, dass jetzt fast alles durch ist und so gut funktioniert hat, ohne größere Komplikationen“, sagt der Bürgermeister. Alle hätten gut zusammengespielt, angefangen vom Ingenieurbüro Alka bis hin zur Tiefbauabteilung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt um Alexander Barthelmes, und einen „überragenden Job“ gemacht, so Heinickel.

Straßensperrungen waren eine Herausforderung

Seit Mitte Juni fließt der Verkehr wieder am „Booch“ entlang. Erneuert wurden die Ufermauern des Bachs und das Geländer, außerdem drei Brücken. Der Steg zum Martinsplatz wurde barrierearm gestaltet und ein Teil des Platzes aufgehübscht. Die Bushaltestelle in der Bündstraße wurde neu gestaltet und zusätzlich auf der östlichen Fahrbahnseite ein Bussteig geschaffen. Zusätzlich erhielt die Neustädter Straße einen Gehweg.

Um den Zugang zum Wasser zu erleichtern, gibt es in Burglauer nun Sitzstufen am Booch. Auf der Freifläche dahinter soll die gemeindliche Obstpresse ihren Platz finden.
Um den Zugang zum Wasser zu erleichtern, gibt es in Burglauer nun Sitzstufen am Booch. Auf der Freifläche dahinter soll die gemeindliche Obstpresse ihren Platz finden. // Kristina Kunzmann

„Das Ortsbild der Gemeinde Burglauer hat sich vollkommen verändert und wurde aufgewertet. Nicht nur im Sinne des Hochwasserschutzes. Sondern auch, was die Attraktivität des Innenorts betrifft“, sagt der Bürgermeister. Der Zeitrahmen von zwei Jahren sei um zwei Monate überschritten worden, die Maßnahme liege jedoch voraussichtlich im Kostenrahmen von fünf Millionen Euro, so Heinickel. Fördermittel gab es vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen und der Regierung von Unterfranken.

Die größte Herausforderung seien die Straßensperrungen gewesen. „Das ist nicht der Stachus in München“, habe vor Beginn der Baumaßnahme der Bauleiter der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt in Bezug auf das Verkehrsaufkommen scherzhaft gesagt, so Heinickel. Beim Vor-Ort-Termin sei dann ein Auto nach dem anderen vorbeigefahren. „Doch ein bisschen Stachus, oder?“, habe er gekontert.

Zeitweise konnte nur eine von vier Bushaltestellen im Ort bedient werden, Anlieger ihre Grundstücke nicht anfahren. Doch die Bürger seien sehr kooperativ gewesen, Ärger habe es keinen gegeben. Manche Anwohner hätten die Arbeiter gar mit Brotzeit verköstigt.

2009 gründete sich die Bürgerinitiative „Booch und Büschle erhalten“

Heute ist die Gemeinde dank Hochwasserrückhaltebecken und Bachausbau vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt. Bis dahin floss nicht nur sprichwörtlich viel Wasser den Booch hinunter, die Maßnahme war tatsächlich ein über Jahre währender Prozess. Er hatte noch unter Heinickels Vorgänger Kurt Back begonnen, zunächst außerorts.

Das dort geplante Rückhaltebecken war anfangs nicht unumstritten. Sogar eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Booch und Büschle erhalten“ gründete sich im Jahr 2009, es gab Proteste. Die Kritiker nahmen hauptsächlich Anstoß an der Dimension des Bauwerks und dessen Standort. Das „schönste Stück Natur in Burglauer“ werde dafür geopfert.

Das Hochwasserrückhaltebecken nahe Burglauer hat sich inzwischen bei mehreren Hochwassern bewährt. Es befindet sich im Naherholungsgebiet mit dem gemeindlichen Trauplatz.
Das Hochwasserrückhaltebecken nahe Burglauer hat sich inzwischen bei mehreren Hochwassern bewährt. Es befindet sich im Naherholungsgebiet mit dem gemeindlichen Trauplatz. // Kristina Kunzmann

2017 wurde das scherzhaft als „Kurt-Back-Staudamm“ betitelte Becken in der Flur dennoch in Betrieb genommen. Inzwischen habe es sich bereits bei mehreren Hochwassern bewährt, so Heinickel: „Wir haben dort jetzt außerdem ein Naherholungsgebiet mit Trauplatz, das ist wirklich schön geworden.“

Im Zuge des nun fast abgeschlossenen Reichenbach-Ausbaus wurden außerdem Sitzstufen geschaffen, um einen leichteren Zugang zum Wasser zu schaffen. Details wie taktile Leitelemente und abgesenkte Bordsteine machen die Neustädter Straße und die Bündstraße barrierearmer. Wo früher das Bauhof-Gebäude stand, soll die gemeindliche Obstpresse ihren Platz finden. An dieser Stelle kann sich der Bürgermeister eine Art Aufenthaltsort mit Toilette vorstellen.

Der Ausbau des Reichenbachs in Burglauer ist fast abgeschlossen. Auch die Bushaltestelle in der Bündstraße (hinten rechts) wurde neu gestaltet.
Der Ausbau des Reichenbachs in Burglauer ist fast abgeschlossen. Auch die Bushaltestelle in der Bündstraße (hinten rechts) wurde neu gestaltet. // Kristina Kunzmann

Die Fertigstellung des Reichenbach-Ausbaus wird am Samstag, 12. Juli, ab 14 Uhr mit einem Straßenfest unter dem Motto „Burglauer im neuen Glanz“ gefeiert. Geplant sind verschiedene Aktionen, Live-Musik, ein „Brücken-Schoppen“ und ein Programm für Kinder.

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