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Leerstand seit 13 Jahren
Wie geht es mit dem Kupsch-Gebäude in der Innenstadt weiter?
Kupsch Hammelburg
Möglicherweise wird das ehemalige Kupsch-Gebäude in der Bahnhofstraße von Hammelburg verkauft. // Milena Meder
Hammelburg – Seit 2012 steht das Kupsch-Gebäude in der Bahnhofstraße weitestgehend leer. Auch die Stadt, welche das Anwesen vor sechs Jahren per Vorkaufsrecht erwarb, konnte bis dato keine Lösung finden. Warum nun der Verkauf im Raum steht.

Es ist Ende August 2012. Ergreifende Szenen spielen sich am letzten Öffnungstag des Kupsch-Marktes in der Bahnhofstraße ab. Kunden bedanken sich beim Personal, welches das Aus nicht fassen kann.

Zum Schluss schafften es nicht mal mehr alle Stammkunden, sich von „ihrem“ Kupsch-Personal zu verabschieden, denn: Die Schließung des traditionsreichen Marktes verlegten die Verantwortlichen kurzerhand von Samstag auf Freitag vor, wie es damals in der Zeitung hieß. Das Sortiment gab keinen weiteren Verkaufstag mehr her, mutmaßten die Menschen zwischen ziemlich ausgeräumten Regalen.

Das war die Kupsch-Filiale am Marktplatz neben Blumen-Hurrlein nach der Währungsreform 1948
Das war die Kupsch-Filiale am Marktplatz neben Blumen-Hurrlein nach der Währungsreform 1948. // Archiv Josef Kirchner

Heute, knapp 13 Jahre später, steht das Gebäude noch immer weitestgehend leer. Zwar erwarb die Stadt im August 2018 über ein Vorkaufsrecht die Immobilie zwischen Bahnhofstraße und Langem Graben und es wurden zwischenzeitlich auch mehrere Nutzungskonzepte diskutiert, eine passende Lösung konnte bis dato aber nicht gefunden werden.

Kupsch-Gebäude: Darum fordert der CBB den Verkauf

Damit das Gebäude nun nicht noch weitere Jahre leer steht, stellte der Christliche Bürgerblock (CBB) deshalb in einem Antrag die Forderung: „Um den weiteren Stillstand des ungenutzten Gebäudes zu beenden, beantragen wir, das Gebäude zum Verkauf auszuschreiben und uns entsprechende Vorschläge für eine zukünftige Nutzung zu unterbreiten.“ Allerdings nur unter einer Voraussetzung: Der Verkauf des Gebäudes erfolge ausschließlich nach dem Vorliegen einer konkreten Entwicklungs- und Nutzungsperspektive, bei dem die städtebauliche Entwicklung im Vordergrund steht.  

„Ich gehe davon aus, dass die Stadt aus finanziellen Gründen in den nächsten Jahren keine Chance hat, das Gebäude weiterzuentwickeln“, stellt CBB-Stadtrat Reimar Glückler fest. Um wieder Leben in das Anwesen zu bringen, schlägt die Fraktion deshalb einen Verkauf vor. „Wir haben das im Stadtrat diskutiert und die Bereitschaft war da, das Gebäude zu verkaufen“, berichtet er.

Kupsch Hammelburg
Die ehemalige Kupsch-Filiale in der Bahnhofstraße in Hammelburg // Wolfgang Dünnebier

Ähnlich wie der CBB waren aber auch die restlichen Fraktionen der Meinung: Eine Veräußerung finde nur unter der Bedingung statt, dass der nachfolgende Besitzer wieder Leben in das Gebäude bringe – und das so schnell wie möglich. „Das Schlimmste, was passieren könnte wäre, wenn es jemand kauft und dann bleibt es noch einmal viele Jahre leer.“

Hammelburg kauft Anwesen 2018 per Vorkaufsrecht

Dass nach Jahren des Leerstands bereits 2018 einmal Bewegung in die Immobilienfrage kam, hatte mit einem Investor zu tun. Dieser habe das Anwesen von der privaten Eigentümerin gekauft; allerdings gelte in der Innenstadt ein Vorkaufsrecht der Stadt. „Der Investor, der jetzt auf die Bühne getreten ist, ist in Hammelburg bisher offenbar weniger bekannt. Er soll aus dem Raum Main-Spessart stammen“, steht es in einem Zeitungsbericht von damals geschrieben.

Wie zu vernehmen war, seien die Eigentümerin der Immobilien und der Investor nicht sehr erfreut darüber gewesen, dass die Stadt das Kupsch-Gebäude kaufen wollte. „Er habe damals angeblich vorgehabt, Wohnungen einzubauen“, erinnert sich Glückler. 

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Es gibt einen Interessenten, der das weiterentwickeln möchte.

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Reimar Glückler Stadtrat

Da die Verwaltung und der Stadtrat mit dem Gebäude allerdings die Stadt weiterbringen und beleben wollten, sei damals für den Kauf gestimmt worden. „Wir haben mal versucht, kleinere Geschäfte wie Bäcker, Gemüsehändler oder kleine Cafés in das Erdgeschoss zu bringen.“ Daran scheine aber niemand so wirklich Interesse gehabt zu haben, sagt der CBBler. Auch eine Mischung aus Regionaltheke, Kunstausstellung, Praxen und Wohnen war 2022 einmal im Gespräch.

„Juristisch eine heikle Angelegenheit“

Einfach Wohnraum auf dem Anwesen zu schaffen, sei nicht so einfach möglich. „Das ist juristisch gesehen eine etwas heikle Angelegenheit“, sagt Glückler. Denn: Das Vorkaufsrecht könne nur ausgeübt werden, wenn der Kauf zum Wohle der Allgemeinheit und nicht zum Wohle eines Einzelnen beitrage. „Wenn wir jetzt also einfach Wohnungen einbauen, könnten wir mit dem Vorbesitzer Probleme bekommen“, weiß der Stadtrat. 

Im Augenblick gebe es mehrere Nutzer im Gebäude – nämlich die Stadtverwaltung mit Büros und Registratur sowie die Stadtwerke mit einem kleinen Materiallager, weiß Stadtbaumeister Detlef Mohr. „Die Stadt Hammelburg möchte das Gebäude kurz- bis mittelfristig veräußern. Wie hier haushalts- und verwaltungsrechtlich vorzugehen ist, wird im Augenblick geprüft“, bestätigt er. Erst, wenn das feststehe, sollen konkrete Verkaufsverhandlungen geführt werden.

„Hierbei wird auch ausschlaggebend sein, wie ein zukünftiger Eigentümer mit dem Gebäude umgeht und welche Nutzungen vorgesehen werden“, schreibt Mohr. Fest steht: Es müsse städtebaulich funktionieren und den Vorgaben der Stadt hinsichtlich Ortsverträglichkeit entsprechen. „Sobald die Rahmenbedingungen wie geschildert geklärt sind, gibt es sicher erneut Beratungen zum Thema im Stadtrat.“ 

Investor hat bereits Interesse bekundet

Reimar Glückler schwebt eine Mischung aus Arztpraxen, kleineren Geschäften und Wohnungen vor. „Ich würde mir wünschen, dass wir es schaffen, die Bahnhofstraße wieder etwas zu beleben“, sagt er und verrät: „Es gibt einen Interessenten, der das weiterentwickeln möchte.“

Der Stadtrat sieht im Verkauf gleich mehrere Vorteile: die Stadt werde nicht finanziell belastet und es gleichzeitig sei ein städtebaulicher Missstand beseitigt. „Die städtebauliche Entwicklung und damit eine Belebung der Innenstadt muss Priorität haben. Ziel ist, eine Attraktivitäts- und Infrastrukturverbesserung in der Innenstadt zu erreichen.“

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