Schon viele Jahre ist Münnerstadt in der Städtebauförderung. Das bedeutet: Die Stadt hat verschiedene Gebiete festgelegt, innerhalb derer sie Fördermittel beantragen kann. Die Gelder fließen in Projekte, die für die Stadt wichtig sind, um sie lebenswerter zu machen und für die Zukunft zu wappnen. Es gibt kaum eine Stadt, die nicht daran teilnimmt.
Grundlage für die Städtebauförderung ist das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), weiß Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Bei den Dörfern sei analog dazu das Gemeindeentwicklungskonzept (Gek) Grundlage für die Förderungen durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE).
"Herauspicken, was umsetzbar ist."
Zu Beginn setzt sich die Stadt mit ihrem Sanierungsbeauftragten Alexander Albert aus Salz zusammen und bespricht, welche Projekte sie priorisiert. "Wir haben ja vieles vor, seit Jahren sind Themen wie die Neugestaltung des Marktplatzes oder der Bahnhof auf der Agenda.
Die Kunst dabei ist, herauszupicken, was umsetzbar ist", so Kastl. Später gibt es eine Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken, die die Bund-Länder-Förderung koordiniert. Zum Schluss beschließt der Stadtrat das fortgeschriebene Programm. Dies passierte in einer vergangenen Sitzung des Stadtrates.
Was die Stadt beantragt hat
Bei dem Programm steht das kommende Jahr 2025 mit Ausblick auf die folgenden drei Jahre auf der Agenda. Die genannten Kosten beziehen sich darauf, was die Stadt für das angegebene Jahr an Förderung beantragt und damit eingeplant hat.
Im Antrag enthalten ist beispielsweise der Wettbewerb und die folgende Umsetzung der Umgestaltung des Jörgentorparks. Für den Wettbewerb sind kommendes Jahr 100.000 Euro an Förderung eingeplant, für die Umgestaltung jeweils 600.000 in den kommenden zwei Jahren.
Die Sanierung der Zentscheune ist mit 30.000 Euro Planungskosten in 2025/26 und 6,7 Millionen Euro Umsetzung in den Jahren 2027/28 angesetzt. Für die Fußgängerspange von der inneren Lache zur Altstadt inklusive der Umgestaltung des Alten Angers sind derzeit 1,2 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren an Förderung angesetzt. Für den Parkplatz innere Lache selbst stehen 750.000 Euro für 2025 im Antrag.
Für das Projekt Bildungscampus um die Grund- und Mittelschule sowie ehemaliges BBZ herum sind kommendes Jahr 100.000 Euro Planungskosten vorgesehen. Ebenso weitere 50.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie, was mit dem ehemaligen BBZ mit Landwirtschaftsschule und dem alten Schwimmbad passieren soll. Auch für die Grube soll es eine Machbarkeitsstudie geben, diese ist ebenfalls für 2025 mit 50.000 Euro angesetzt.
Für die Akademie Barbara Stamm sind in den Jahren 2025 bis 2027 insgesamt 2,5 Millionen Euro vorgesehen.
Noch im Antrag stehend, aber ohne zeitlichen Rahmen, sind weitere Projekte. Etwa die Vorstudie für den Bahnhof (40.000 Euro), die Voruntersuchung für das Reißmannshaus (40.000 Euro), oder der Realisierungswettbewerb für den Marktplatz mit umliegenden Straßen (120.000 Euro).
Projektliste bleibt trotz Wegfall der Stabilisierungshilfe
"Die Städtebauförderung versetzt uns in die Lage, diese Projekte anzugehen, weil es eine Förderung in einem hohen Prozentsatz ist", sagt Kastl. Aber: Der Wegfall der Stabilisierungshilfe reist ein zwei Millionen Euro Loch in den Haushalt 2025. Dadurch hat die Stadt damit zu kämpfen, den Eigenanteil für Projekte aufzubringen. Wenn beispielsweise ein Bauprojekt 625.000 Euro kostet und durch die Städtebauförderung 80 Prozent (=500.000 Euro) gefördert würden, müsste die Stadt erst einmal 125.000 Euro selbst aufbringen.
Trotz fehlender Stabilisierungshilfe versichert Kastl: "Die Liste mit den Projekten (oben genannt) ist noch aktuell. Darin enthalten sind Zukunftsinvestitionen, die dringend und wichtig sind."
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