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Unterbringung
Haus für sechs geflüchtete Familien in Neukirchen
Sechs Familien aus Georgien und Russland haben in Neukirchen eine neues Dach über dem Kopf gefunden. Die insgesamt 30 Menschen wurden aus dem völlig überbelegten Ankerzentrum Bamberg nach Lautertal gebracht..
Sechs Familien aus Georgien und Russland haben in Neukirchen eine neues Dach über dem Kopf gefunden. Die insgesamt 30 Menschen wurden aus dem völlig überbelegten Ankerzentrum Bamberg nach Lautertal gebracht.. // Christoph Winter
Signet des Fränkischen Tags von Chtistoph Winter
Tiefenlauter – Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch informiert die Gemeinde Lautertal über die Zuweisung von sechs Familien in Neukirchen. Reaktion: Fragen und Skepsis.

Fünf geflüchtete Familien aus Georgien und Russland hat der Landkreis Coburg in der Gemeinde Lautertal untergebracht. Eine sechste Familie wird folgen. Eingezogen sind die Familien in das Haus Nummer 52 in der Eisfelder Straße.

Der Lautertaler Bürgermeister Karl Kolb informierte darüber am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung für die Gemeindeteile Neukirchen und Tiefenlauter. Man werde den neuen Mitbürgern offen begegnen, so der Tenor der Bürgerversammlung.

Interessiert und konzentriert verfolgten die Bürger von Neukirchen und Tiefenlauter die Informationen über den Zuzug von sechs Flüchtlingsfamilien.
Interessiert und konzentriert verfolgten die Bürger von Neukirchen und Tiefenlauter die Informationen über den Zuzug von sechs Flüchtlingsfamilien. // Christoph Winter

Die ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe Lautertal warben für eine Unterstützung der Asylsuchenden. Auch gab es Fragen nach der Betreuung durch das Landratsamt, die Dauer der Unterbringung – und Skepsis.

Etwa 75 Bürger waren in die Jugendbildungsstätte in Neukirchen gekommen. Das Thema „Unterbringung von geflüchteten Menschen im Ortsteil Neukirchen“ war kurzfristig auf die Tagesordnung genommen worden.

„Keine vollendeten Tatsachen vor der Bürgerversammlung schaffen“

Wegen der Information über den Einzug der Flüchtlinge war die Bürgerversammlung für diese beiden Lautertaler Gemeindeteile schon jetzt einberufen worden. Die Bürgerversammlungen für die anderen Gemeindeteile sind – wie in der Vergangenheit stets – Ende November terminiert. „Wir wollten keine vollendeten Tatsachen vor der Bürgerversammlung schaffen“, sagte Karl Kolb. Aber dann seien die Menschen schon eher als vorgesehen aus dem Ankerzentrum in Bamberg nach Lautertal gekommen.

Das Wohnhaus hat ein Investor erworben und für die Unterbringung von Asylsuchenden an das Landratsamt vermietet. Aus den drei vorhandenen Wohnungen wurden sechs gemacht. Maximal 30 Personen werden dort wohnen. „Da keine Nutzungsänderung des Hauses erfolgt, war keine Zustimmung des Gemeinderates nötig“, sagte Bürgermeister Kolb.

Aus drei Wohnungen sechs: keine Nutzungsänderung

Jedoch habe die Gemeinde beim Ankerzentrum in Bamberg bei der Belegung der Neukirchener Unterkunft ihre Vorstellungen durchsetzen können. „Ursprünglich sollten 30 junge Männer aus Syrien oder den Maghreb-Staaten nach Neukirchen kommen. Aber wir konnten erreichen, dass Familien jetzt bei uns eine Unterkunft finden.“ Das berge weitaus weniger Konfliktpotenzial.

Interessiert und konzentriert verfolgten die Bürger von Neukirchen und Tiefenlauter die Informationen über den Zuzug von sechs Flüchtlingsfamilien.
Interessiert und konzentriert verfolgten die Bürger von Neukirchen und Tiefenlauter die Informationen über den Zuzug von sechs Flüchtlingsfamilien. // Christoph Winter

Immerhin entsprächen 30 Menschen etwa 15 Prozent der Einwohnerzahl von Neukirchen.

Bei der großen Zahl von Flüchtlingen sei es künftig fraglich, ob die Wünsche von Gemeinden bei der Unterbringung berücksichtigt werden, meinte Daniel Göring vom Landratsamt Coburg.

Ankerzentrum in Bamberg mit 2800 Personen überbelegt

Das Ankerzentrum in Bamberg sei mit 2800 Personen überbelegt. Eigentlich sollten dort 1500 Menschen während des Asylverfahrens untergebracht sein. „Deshalb werden die Leute eher auf die Landkreise verteilt.“

Christian Fleischmann ist der Verwalter der neuen Flüchtlingsunterkunft in Neukirchen. „Wir werden gut zurechtkommen“, ist er sich sicher.
Christian Fleischmann ist der Verwalter der neuen Flüchtlingsunterkunft in Neukirchen. „Wir werden gut zurechtkommen“, ist er sich sicher. // Christoph Winter

Seit August vergangenen Jahres hat der Landkreis Coburg 825 Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Bei dieser Zahl sind die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nicht berücksichtigt. Bis September kamen etwa 40 bis 50 Leute täglich aus dem Ankerzentrum in den Landkreis, „jetzt sind es um die 100“, weiß Daniel Göring.

„Die Unterbringung der Migranten gestaltet sich immer schwieriger“

Mitunter erfahre das Landratsamt einen Tag vorher, dass ein Bus mit Migranten ankommen wird. Über 100 Immobilien habe man inzwischen angemietet und über 1000 Menschen hätten ein Dach über dem Kopf bekommen. Die Unterbringung gestalte sich aber immer schwieriger.

Zahl der Personen steigt auf 75

In Lautertal wohnten bislang 45 Flüchtlinge, nun werden es 75 sein. Der Landkreis hat seine Quote der Flüchtlingsunterbringung zu 80 Prozent erfüllt.

Die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen sei besser als Massenunterkünfte, erklärte Bürgermeister Karl Kolb. Trotz der steigenden Zahl von Schutzsuchenden sei alles zu versuchen, um Turnhallen, Schulen oder Hotels nicht belegen müssen. „Aber wir stehen kurz davor, Turnhallen zu nutzen oder Container aufstellen zu müssen“, malte Kolb ein düsteres Bild.

Flüchtlingshelferkreis im Lautertal sucht Helfer

Der ehrenamtliche Flüchtlingshelferkreis im Lautertal sucht weitere Helfer. Es geht darum, erste Sprachkenntnisse zu vermitteln oder jemanden im Auto mit zum Einkaufen zu nehmen oder bei Behördengängen zu unterstützen.

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