Die letzte Landratswahl ist bereits sechs Jahre her. Also müsste eigentlich in diesem Jahr wieder eine Wahl stattfinden. Weil aber der damalige Landrat, Michael Busch (SPD), 2018 in den Landtag wechselte, gab es im Landkreis Coburg 2019 eine außerplanmäßige, vorgezogene Wahl – und gleichzeitig eine Wachablösung: Jahrzehntelang war im Coburger Landratsamt ein SPD-Mann an der Spitze, bis die Wähler 2019 Sebastian Straubel (CSU) zum Landrat wählten. Seine Amtszeit wurde um ein Jahr verlängert, damit die nächste Wahl wieder im normalen Turnus stattfinden kann.
„Klar, der Sebastian wird wieder kandidieren – da gibt es keine Diskussionen“, bestätigt Martin Mittag, MdL und Kreisvorsitzender der CSU Coburg-Land. Bei der Kreisdelegiertenversammlung Anfang Mai wurde Straubel mit 100 Prozent der Stimmen empfohlen als Landratskandidat. Mittag zufolge folgt dessen Nominierung zusammen mit der Kreistagsliste gegen Ende des Spätsommers. „Irgendwann zwischen Ende September und Mitte Oktober.“
Und wie ist der Status Quo in der restlichen Parteienlandschaft im Landkreis? Unsere Redaktion hat nachgehakt.
Landratswahlen 2026 im Kreis Coburg: Die erste Kandidatin steht
Kandidatin der Linken
Der Platz für die schnellste Nominierung geht an die Partei „Die Linke“. Bei der Versammlung ihres Kreisverbandes nominierten die Mitglieder Claudia Carl (45) aus Neustadt bei Coburg als Landratskandidatin.
Kandidat der ÖDP
Sie hätten sich noch auf keinen Kandidaten geeinigt, sagt Tristan Wolf von der Ökologisch-Demokratischen Partei. Er sitzt deren Kreisverband Coburg-Kronach vor. In den kommenden Wochen, sagt Wolf, wollen sie einen Namen präsentieren.
Kandidat der AfD
Beim Kreisverband Coburg-Kronach der Alternative für Deutschland (AfD) sieht es ähnlich aus. Auf Nachfrage bestätigt deren Vorsitzender und MdL Harald Meußgeier, dass sie sich ebenfalls noch auf keinen Kandidaten geeinigt haben. „So weit sind wir noch nicht“, so Meußgeier.
Kampf um die Coburger Landratskrone: Was machen die Genossen?
Carsten Höllein, Kreisvorsitzender der SPD, sagt: „Wir sind noch in der Findungsphase.“ Und wie lange dauert diese Findungsphase? „Bis Mitte Oktober haben wir uns vorgenommen“, antwortet Höllein.
Höllein sagt – mit Blick auf die ebenfalls im kommenden Jahr stattfindende Oberbürgermeister-Wahl in Coburg: Andere hätten sich den frühestmöglichen Zeitpunkt herausgepickt, um ihren Kandidaten für die OB-Wahl bekannt zu geben. „Die Frage ist, was bezweckt man damit – kann man so machen, muss man aber nicht.“
Das darf als Anspielung gegen die CSU Coburg-Stadt verstanden werden, die bereits im vergangenen Jahr, im Dezember, Hans-Herbert Hartan als OB-Kandidaten nominiert hat.
Kandidat der Freien Wähler: Es ist alles von einem Mann abhängig
Welchen Namen die Freien Wähler präsentieren, steht und fällt mit Vize-Landrat Christian Gunsenheimer. „Das eine bedingt das andere“, sagt der Vorsitzende der überparteilichen Kreiswählergemeinschaft der Freien Wähler Coburg. „Das eine“ ist seine persönliche Zukunft, denn es mehren sich die Spekulationen, dass sich Gunsenheimer politische Karriere künftig in der Stadt Coburg abspielen wird. Ob als Stadtrat oder OB-Kandidat – das ist bislang nicht klar.
Offiziell äußert sich Gunsenheimer dazu nicht. „Das andere“, also wen die Freien Wähler als Landratskandidaten nominieren, hängt davon ab, was ihr Vorsitzender vorhat: Wechselt er von der Landkreis- in die Stadtpolitik oder nicht? Er verrät nur so viel: „Die Coburger Frage klärt sich bis Ende Juni.“ Und die Landratswahlen? Hier sieht er „noch keinen Stress“. Aktuell diskutiere man mehrere Varianten, sagt er.
Immerhin: Der ehemalige Bürgermeister von Weitramsdorf holte bei der Landratswahl 2019 knapp 19,7 Prozent der Stimmen. „Nur vier Prozent-Punkte hinter der SPD“, wie er selbst sagt. Ob Stadt oder Landkreis – Gunsenheimer gibt sich ambitioniert.
Hinweis der Redaktion: Wir werden diesen Artikel updaten, sobald eine neue Nominierung bekannt ist.















