Gemeindefinanzen
Etliche Projekte stehen im Haushaltsplan
Die Brücke über den Tambach im Weitramsdorfer Gemeindeteil Altenhof wurde zwar schon kurz vor Weihnachten 2021 für den Verkehr freigegeben, im Haushalt 2022 schlägt sich das Bauprojekt jedoch noch mit 120.000 Euro nieder.
Die Brücke über den Tambach im Weitramsdorfer Gemeindeteil Altenhof wurde zwar schon kurz vor Weihnachten 2021 für den Verkehr freigegeben, im Haushalt 2022 schlägt sich das Bauprojekt jedoch noch mit 120.000 Euro nieder.
Foto: Berthold Köhler
Weitramsdorf – Solides Fundament: Mit rund 1,4 Millionen Euro kann Weitramsdorf arbeiten. Weil früher gut gewirtschaftet wurde.

Weder neue Kredite noch Kassenkredite muss Weitramsdorf in diesem Jahr aufnehmen. Bei der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend konnte Kämmerer Christian Reuß von einem „gesunden Haushalt“ berichten. Der Gemeinderat verabschiedete den Etat für 2022 ohne Diskussion und einstimmig. Danach hat der Weitramsdorfer Haushalt ein Gesamtvolumen von 16,3 Millionen Euro, der Verwaltungshaushalt beträgt davon 11,6 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 4,6 Millionen Euro.

Besonders erfreulich ist nach den Worten des Kämmerers, dass die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt 1,4 Millionen Euro beträgt, „und damit um den Faktor 10 höher ist als die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung von 133.000 Euro“. Die Mindestzuführung bemisst sich an den ordentlichen Tilgungen. In der Vergangenheit sei gut gewirtschaftet worden, Kanäle, Schule und Rathaus seien saniert worden, begründete Reuß die hohe freie Finanzspanne von 1,4 Millionen Euro, mit denen die Gemeinde arbeiten könne.

Während der Verwaltungshaushalt relativ stabil bleibe, so Reuß, habe sich der Vermögenshaushalt seit 2021 stetig vergrößert. Das liege auch daran, dass die Gemeinde einige Bauinvestitionen unternimmt. Mit je 500.000 Euro veranschlagt ist der Anbau an den Weitramsdorfer Kindergarten und die Kanalsanierung.

Auch Investitionen in Straßen und Kanäle stehen im Haushaltsplan

Jeweils 120.000 Euro im Haushalt enthalten sind für den Straßenausbau Hinterer Mühlberg und den Brückenneubau in Altenhof. Der Städtebau in der Ortsmitte wird 190.000 Euro in Anspruch nehmen, im Baugebiet Truckenbach investiert die Gemeinde 200.000 Euro in Straßen und Kanäle. Für sonstige Baumaßnahmen sind weitere 217.000 Euro geplant. Insgesamt sind für den Sektor Bau 1,9 Millionen Euro im Haushalt enthalten. Das sind 42 Prozent der Ausgaben des Vermögenshaushaltes.

Zweitgrößter Ausgabeposten sind die Zuschüsse und Darlehen von 1,554 Millionen Euro (33 Prozent) wobei hier der Breitbandausbau mit 1,5 Millionen Euro enthalten ist. Im kommenden Jahr sollen weitere zwei Millionen für schnelles Internet und den Kindergarten in Weidach ausgegeben werden. Für den Kauf von Grundstücken hat die Kämmerei eine halbe Millionen Euro vorgesehen.

Der Sparstrumpf von Weitramsdorf ist gut gefüllt. Ende März betrugen die Rücklagen 6,6 Millionen Euro, die Schulden beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro. Rechnerisch bedeutet dies einen Pro-Kopf-Schuldenstand der 5123 Weitramsdorfer von 307 Euro und 13 Cent. „Der Landesdurchschnitt hier lag zum Ende Dezember 2019 bei 671 Euro“, erläuterte Kämmerer Christian Reuß.

Betriebsaufwand ist hoch

Der Verwaltungshaushalt hat die meisten Einnahmen von 6,9 Millionen Euro oder 60 Prozent von Steuern und Zuweisungen. Der Gemeindeanteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer stellt davon den Großteil mit 3,2 Millionen Euro, gefolgt von den Schlüsselzuweisungen (2,4 Millionen Euro) sowie der Grund- (400.500 Euro) und der Gewerbesteuer 350.00 Euro). Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand der Gemeinde schluckt 4,2 Millionen Euro, die Ausgaben für Personal betragen zwei Millionen Euro, knapp 1,8 Millionen Euro sind für Zuweisungen und Zuschüsse verplant.

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