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Nachruf
Wolfgang Schäuble: Im Coburger Land schrieb er Geschichte
Historischer Moment in Neustadt bei Coburg: Am 1. Juli 1990 unterzeichneten die Innenminister Wolfgang Schäuble (Bundesrepublik Deutschland) und Peter-Michael Diestel (DDR) den Staatsvertrag über den Wegfall der Personenkontrollen an der innerdeut...
Historischer Moment in Neustadt bei Coburg: Am 1. Juli 1990 unterzeichneten die Innenminister Wolfgang Schäuble (Bundesrepublik Deutschland) und Peter-Michael Diestel (DDR) den Staatsvertrag über den Wegfall der Personenkontrollen an der innerdeutschen Grenze. // CT-Archiv
Coburg – Der CDU-Politiker ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Auch im Coburger Land hat er Spuren hinterlassen.

Wolfgang Schäuble ist tot. Der ehemalige Bundestagspräsident starb am Zweiten Weihnachtsfeiertag im Alter von 81 Jahren.

Als Wolfgang Schäuble im Coburger Land Geschichte schrieb

Auch im Coburger Land hat Wolfgang Schäuble Spuren hinterlassen. So unterstützte er zum Beispiel mit mehreren Wahlkampfauftritten seinen Freund und politischen Weggefährten Hans Michelbach (CSU), der lange Zeit Bundestagsabgeordneter im Stimmkreis Coburg/Kronach war.

Schäuble: Als Bundesinnenminister in Neustadt bei Coburg

Schäubles denkwürdigster Auftritt im Coburger Land war aber zweifelsohne jener am 1. Juli 1990 in Neustadt bei Coburg. Zu dieser Zeit war Wolfgang Schäuble Bundesinnenminister.

In Neustadt bei Coburg traf sich Schäuble mit seinem DDR-Amtskollegen Peter-Michael Diestel. Die beiden unterzeichneten den Staatsvertrag über den Wegfall der Personenkontrollen an der innerdeutschen Grenze.

Schäuble kam mit dem Hubschrauber

Schäuble kam damals mit dem Hubschrauber nach Neustadt bei Coburg. Beim Landeanflug dürfte er sich über den Anblick Tausender jubelnder Menschen gefreut haben.

Historischer Moment in Neustadt bei Coburg – von links: Edmund Stoiber, Wolfgang Schäuble und Peter-Michael Diestel.
Historischer Moment in Neustadt bei Coburg – von links: Edmund Stoiber, Wolfgang Schäuble und Peter-Michael Diestel. // CT-Archiv

Die Unterzeichnung des Staatsvertrags erfolgte auf einem eigens aufgebauten Podium vor der „Gebrannten Brücke“. Mit dabei war auch Edmund Stoiber, der damals bayerischer Innenminister war.

Wolfgang Schäuble würdigte diesen besonderen Moment mit den Worten: „Was wir seit 40 Jahren erträumt haben, und was viele nicht mehr zu hoffen wagten, wird nun Wirklichkeit.“ Und: „Nach 45 Jahren der widernatürlichen und schmerzlichen Teilung Deutschlands verschwinden die Barrieren, die uns Deutsche trennten.“

Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Die Freude über den Staatsvertrag war riesig – markierte er doch einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit, die schließlich auch am 3. Oktober 1990 vollendet werden sollte.

Für Wolfgang Schäuble war das Jahr 1990 noch mit einem persönlichen Schicksalsschlag verbunden: Er wurde Opfer eines Attentats und war seitdem vom dritten Brustwirbel abwärts gelähmt. Bis zu seinem Tod war Schäuble auf einen Rollstuhl angewiesen.

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