Es sind diese vier Buchstaben – PPWR, die den Produzenten von Papier- und Pappeverpackungen erhebliche Kopfschmerzen bereitet haben. PPWR steht im Englischen für Packaging & Packaging Waste Regulation. Diese ehrgeizige Verordnung der Europäischen Union will die Verschmutzung durch Verpackungen verringern und eine Kreislaufwirtschaft für Verpackungen fördern. Papier- und Pappehersteller sehen ihr Geschäft in Gefahr.
Die Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament, dem Europäischen Rat sowie der EU-Kommission zur PPWR endeten in der letzten Woche mit einem positiven Ergebnis zu Gunsten papierbasierter Verpackungen. Das Parlament hat sich im Gegenzug zu höheren Mehrwegzielen mit einer allgemeinen Ausnahme für papierbasierte Transportverpackungen, einschließlich im Non-Food E-Commerce, durchgesetzt. Auch Ausnahmen für Transportverpackungen aus Pappe zwischen Unternehmen sind darin enthalten. Der Beschluss aber steht noch aus.
„Das Verhandlungsergebnis ist aus unserer Perspektive eine sinnvolle Lösung, um weiterhin umweltfreundliche Verpackungen aus Papier, Well- und Vollpappe zuzulassen und die Kreislaufwirtschaft weiter zu stärken. Zudem hoffen wir, dass die FDP einer Zustimmung Deutschlands im Rat nicht im Wege stehen wird, damit die PPWR im April in Brüssel final beschlossen werden kann“, so Björn Schumacher, Geschäftsführer von Schumacher Packaging.
Besonders zukunftsweisende und nachhaltige Verpackungslösungen sind vor allem rein papierbasierte Lösungen. Schumacher Packaging hat diese für zahlreiche Bereiche umgesetzt und macht sie selbst für Haushaltsgroßgeräte möglich – ohne den Einsatz von Styropor. Bei Lebensmitteln werden sie mithilfe biobasierter Schutzbarrieren realisiert. Schumacher: „Papier, Well- und Vollpappe verbinden Natürlichkeit, Stabilität und Produktschutz mit geringem Gewicht, sind vielseitig bedruckbar und helfen durch ihre Individualisierbarkeit, Leerräume zu reduzieren. Damit sind sie am besten geeignet, um Verpackungen über alle Branchen hinweg zu optimieren und Ressourcen zu schonen.“
EU-Verordnung zu Papier und Pappe
Die Minimierung von Verpackungen und damit ein effizienter Materialeinsatz ist ein schon lange gelebtes Thema bei Schumacher Packaging. Björn Schumacher, Geschäftsführer von Schumacher Packaging, forderte in der Debatte um PPWR, die tatsächliche Ökobilanz von Verpackungen zu berücksichtigen und auf die Vorteile papierbasierter Lösungen zu setzen.
Die von der EU-Verordnung geplanten Mehrwegverpackungen gefährdeten nach Ansicht Schumachers aufgrund ihrer Klimabilanz eben diese Ziele. Papier und Pappe sollten von der zuerst vorgesehenen EU-Verordnung als Abfall eingestuft werden. „Tatsächlich aber sind es jedoch Wertstoffe, aus dem neues Material entsteht“, so Schumacher-Verkaufsleiter Bernd Köbler.
Die PPWR-Verordnung sah ursprünglich ab 2040 Mehrwegquoten unter anderem für Haushaltsgroßgeräte (90 Prozent der Verpackungen) und den Non-Food-Versandhandel (50 Prozent der Verpackungen) vor. Mehrwegverpackungen seinen in der Theorie eine überzeugende Idee, da sie nur ein Mal hergestellt werden müssen und sich ihre Ökobilanz mit wiederholter Nutzung stetig verbessere.
Letzteres bestätige sich aber nicht in der Lebensrealität. „Jeder Hersteller benötigt individuelle Verpackungen, damit die Wasch- oder Spülmaschine, der Kühlschrank oder Trockner, Computer oder Staubsauger sicher versandt werden kann“, stellt Verkaufsleiter Köbler fest. Er bezweifelt die Nachhaltigkeit, „wenn leere Obststeigen quer durch Europa gefahren werden“.
Papier, Pappe und Karton werden aus dem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt, wozu meistens Bruch- oder Durchforstungsholz verwendet wird. Verarbeitete Papierfasern können bis zu 20-mal wiederverwendet werden.
Schumacher Packaging
Die Firma ist seit ihrer Gründung 1948 in Ebersdorf bei Coburg ansässig und hat 29 Standorte in Deutschland, Polen, Tschechien, Großbritannien, Italien und den Niederlanden. Schumacher stellt Verpackungen aus Well- und Vollpappe her. Standorte gibt es in Bielefeld, Forchheim, Greven, Hauenstein, Schwarzenberg, Sonneberg und Deligsen. Darüber hinaus hat das Familienunternehmen Betriebsstätten in Polen, Tschechien, Großbritannien, Italien und den Niederlanden. Schumacher Packaging ist einer der größten europaweit agierenden Hersteller.











