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Sanierung
Neue Klassenzimmer für das Arnold-Gymnasium Neustadt
Umzug in neue Klassenräume Arnold-Gymnasium Neustadt
Am Dienstag fand der Umzug in neue Klassenräume im Beta-Gebäude des Arnold-Gymnasiums Neustadt statt. // Julia Salzmann
Signet des Fränkischen Tags von Julia Salzmann
Neustadt bei Coburg – Seit März 2022 fand der Unterricht für einige Klassen des Arnold-Gymnasiums Neustadt in Containern statt. Jetzt sind sie in den fertig gestellten Klassenzimmertrakt des Beta-Baus umgezogen. Nun folgen Sanierungen des Gamma-Gebäudes und der Einfachsporthalle.

Eine ovale, über zwei Meter hohe Felsenlandschaft ragt auf zwölf Metern Länge und sechs Metern Breite hinter den Bauzäunen in die Luft. Der graue Kletterfelsen vor dem Haupteingang des Arnold-Gymnasiums in Neustadt ist Teil der umfassenden Renovierungsmaßnahmen von Gebäuden, Sport- und Außenanlagen. Mehrere Tonnen Stahl und Beton wurden hier verbaut, um eine Landschaft zu schaffen, die zum Spielen und Verweilen einladen soll. 

Sanierung Arnold-Gymnasium Neustadt- Areal vor dem Haupteingang zur Schule mit Kletterfelsen
Im Außenbereich des Arnold-Gymnasiums Neustadt steht jetzt ein Kletterfelsen. // Julia Salzmann

Fast zwei Jahre fand der Unterricht für einige der Klassen des Arnold Gymnasiums in provisorischen Containern statt. Die umfassenden Sanierungs- und Bauarbeiten werden im laufenden Schulbetrieb durchgeführt, da ist etwas Umstellung gefragt. Doch nun ist der Klassenzimmertrakt des Beta-Baus fertig saniert worden.

Alle packen an

Der Umzug aus der Containeranlage fand am Dienstag statt und von der Schulleitung über die Hausmeister bis zu den Lehrkräften packten alle bei dem Umzug von der Containeranlage in den Klassenzimmertrakt an.  In Zweierteams trugen die Schülerinnen und Schüler ihre Tische und Stühle vom Container in die neuen Klassenräume.

Schülerinnen und Schüler des Arnold-Gymnasiums tragen Tische in sanierte Klassenräume
Schülerinnen und Schüler des Arnold-Gymnasiums tragen gemeinsam ihre Tische in die sanierten Klassenräume des Beta-Trakts. // Julia Salzmann

„Die neuen Klassenräume sind cool“, freut sich ein Schüler aus der fünften Klasse über den Tapetenwechsel. Auf die neu bezogenen Klassenzimmer soll laut Schulleiter Karl-Heinz Sänger im März der Umzug in den komplett neu ausgestatteten naturwissenschaftlichen Trakt folgen, der aktuell noch nicht ganz fertig ist. 

Die alten Tafeln sind weg. Karl-Heinz Sänger zeigt die neuen Touch-Bildschirme des Beta -Trakts. Statt Kreide kommen bei den interaktiven Displays allein die Finger zum Einsatz.

„Wenn Gamma saniert ist, ist das Zeitalter der Kreidetafeln vorbei.“ Karl-Heinz Sänger ist seit 2018 Direktor am Arnold-Gymnasium und war schon an den Anfängen der Umbaumaßnahme, wo es um die Auswahl des Architekturbüros ging, dabei. 

Schulleiter Karl-Heinz Sänger in saniertem Klassenzimmer des Arnold-Gymnasiums Neustadt
Schulleiter Karl-Heinz Sänger zeigt die neue technische Einrichtung in einem sanierten Klassenzimmer des Arnold-Gymnasiums Neustadt. // Julia Salzmann

Mit dem Abschluss der Arbeiten am Klassenzimmertrakt sei es dem Landkreis jetzt möglich, für die weiteren Bauarbeiten auf die Containeranlage zu verzichten und damit Mehrkosten zu vermeiden, merkt das Landratsamt Coburg an. Der Unterricht in den Containern war finanziell nicht ohne, monatlich kosteten sie 8500 Euro Kaltmiete.

Für die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler sei mit dem Umzug aus dem Provisorium wieder ein Stück verbesserte Aufenthaltsqualität während des Unterrichts gesichert. Zugleich stehe der für die Containeranlage genutzte Parkplatz am Arnold-Gymnasium wieder als solcher zur Verfügung. 

Die Containerräume waren im März 2022 von den Klassen des Arnold Gymnasiums bezogen worden.
Die Container am Arnold Gymnasium haben fast zwei Jahre als provisorische Klassenräume gedient. // Julia Salzmann

Das Landratsamt Coburg zeigt sich mit dem Fortschritt der Bauarbeiten insgesamt zufrieden. Bauverzögerungen seien dabei nicht komplett zu verhindern gewesen, denn anhaltende Lieferschwierigkeiten von Baumaterial und der sich zuspitzende Personalmangel im Handwerk seien laut Landratsamt nach wie vor schwer zu kalkulierende Faktoren für den Baufortschritt.

Die schwierige Preissituation bei Baustoffen wirke sich neben anderen Faktoren auch auf den Kostenrahmen für die Teilsanierungsmaßnahmen am Arnold-Gymnasium aus. Ursprünglich war von Olga Denk, für die Baustelle verantwortliche Architektin aus dem Fachbereich Kommunaler Hochbau des Landratsamts, ein Kostenrahmen in Höhe von knapp 13 Millionen vorgesehen. Die Kostensteigerungen würde sich dem Landratsamt zufolge bis jetzt im Rahmen der Kostensteigerung von zehn Prozent bewegen.

Auswirkungen auf den Schulbetrieb

Bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung sei nach Aussage des Landratsamtes die eine oder andere Auswirkung auf den Schulbetrieb nicht zu vermeiden. Anhand der geringen Zahl an Beschwerden lasse sich jedoch abzulesen, dass die Schule der Baumaßnahme mit großem Verständnis begegne.

Karl-Heinz Sänger erwähnt auf Nachfrage seiner Wahrnehmung allein den Anfang der Bauphase, als im Alpha-Gebäude der Presslufthammer zum Einsatz kam: „Da hat der Unterricht schon mal gelitten.“ In der vergangenen Woche sei der Lärmpegel dem Landratsamt zufolge nochmal höher gewesen, weil die Möbel, Schließfächerschränke und Tribünenelemente für die Pausenhalle im Beta-Bau geliefert wurde.

Was steht noch an?

Westlich an den Beta-Bau angeschlossen befindet sich der 1999 in Betrieb genommene zweigeschossige Gamma-Bau. Hier werden die Bodenbeläge ausgetauscht und die abgehängten Decken entfernt, damit die Haustechnik erneuert werden kann.

Zudem ist der Abbruch der Einfachsporthalle ist in den kommenden Monaten geplant. Im Anschluss soll die Verlegung der Fernwärmeleitung sowie der Neubau der Einfachsporthalle folgen, äußert das Landratsamt. Die Zweifachsporthalle auf dem Gelände des Arnold-Gymnasiums in Neustadt könne indes bis auf Weiteres wegen einer Leckage in der Dachkonstruktion nur mit Einschränkungen für den Sportbetrieb genutzt werden.

Eine größere Instandsetzungsmaßnahme dieser könne gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden. Eine Nutzung der Zweifachturnhalle zur Unterbringung von Flüchtlingen, wie sie eine Weile im Gespräch war, sei laut Aussage des Landratsamtes aktuell nicht vorgesehen. 

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