Vom 20. bis 22. Februar 2026 findet das 26. kontrast Filmfest im Internationalen Jugendkultur-Zentrum DAS ZENTRUM in Bayreuth statt. Seit über zwei Jahrzehnten bietet das Festival eine Plattform für internationale Kurzfilme jenseits des Mainstreams und bringt Filmschaffende, Publikum und Filmbegeisterte aus Bayreuth und darüber hinaus zusammen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Filmfestparty mit Livemusik am Freitag
Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl internationaler Kurzfilme – von Animation und Experimentalfilm über Kurzspielfilme bis hin zu Dokumentationen. Ergänzt wird das Filmprogramm durch Kinderfilmblöcke sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit einer Kunstaktion, einem Fachvortrag, der Musik- und Visual-Performance Mischmaschine am Freitagabend und der Filmfestparty mit Livemusik, DJs und der Präsentation der Gewinnerfilme am Samstag. Insgesamt werden 61 Filme gezeigt.
Jede Ausgabe des kontrast Filmfests steht unter einem eigenen Sonderthema. 2026 lautet es „Was wäre, wenn“. Der Konjunktiv eröffnet Möglichkeiten, stellt Gewissheiten infrage und erlaubt es, alternative Verläufe zu denken – im Film ebenso wie im Alltag.
Filme in Bayreuth erzählen von verpassten Chancen
Was wäre, wenn Entscheidungen anders getroffen worden wären? Wenn kleine Abweichungen große Folgen gehabt hätten? Wenn Realität, Erinnerung und Vorstellung ineinander übergehen?
Die Filme zum Sonderthema nähern sich diesen Gedanken aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie erzählen von verpassten Chancen, verschobenen Realitäten, Zufällen und Parallelwelten – mal humorvoll, mal absurd, mal beunruhigend nah an der Gegenwart. Insgesamt laufen 13 Filme des Programms unter dem Sonderthema und laden das Publikum zu filmischen Gedankenspielen und Perspektivwechseln ein.
Das ist der Inhalt der Kurzfilme bei der Bayreuther Veranstaltung
● Teresa, Station B
Drama | Deutschland | 2024/2025 | Block 1, Fr. 20.02.2026, 19 Uhr
Inhalt: Eine Krankenpflegerin gerät zwischen familiäre Verantwortung und die Versorgung schwerkranker Patient:innen, als sie gleichzeitig mit einem privaten Notfall und den Anforderungen des Klinikalltags konfrontiert wird.
Regie: Katharina Sporrer
Zusatzinfo: Wir eröffnen das Festival mit diesem Film.
● Sexo a los 70 (Sex at 70)
Komödie | Spanien | 2025 | Block 2, Fr. 20.02.2026, 21 Uhr
Inhalt: Eine ältere Witwe wird von ihrer Enkelin zu einem Date überredet und erlebt dabei, wie Beziehungen und Begehren jenseits der 70 einen ganz eigenen Rhythmus haben.
Regie: Vanesa Romero
● Houdini
Drama | Polen | 2025 | Block 3, Sa. 21.02.2026, 18 Uhr
Inhalt: Eine lange unterdrückte Verliebtheit des Sicherheitsmitarbeiters Robert in seine Kollegin Marta eskaliert, als er sie nach einer Zurückweisung kurzentschlossen … entführt. Daraus entsteht eine Situation, die anders verläuft, als zunächst anzunehmen ist.
Regie: Mariusz Rusinski
● Free the Chickens
Komödie, Animation | Slovakei, Tschechien | 2024 | Block 4, Sa. 21.02.2026, 20 Uhr
Inhalt: Eine schiefgelaufene Hühnerrettungsaktion treibt eine Gruppe von Aktivist:innen in eine gefährliche Wildnis, in der sie zu neuen Erkenntnissen gelangen – etwa, dass die Natur kein sicherer Ort für Tiere ist.
Regie: Matúš Vizár
● Aura
Drama, Sport | Italien | 2024 | Block 5, Sa. 21.02.2026, 22 Uhr
Inhalt: Aura, eine Judoka ohne Zugang zu emotionaler Nähe, versucht, Miriam Judo beizubringen – ein Mädchen, das durch ein Trauma geprägt ist und Berührungen fürchtet.
Regie: Stefania Accettulli
● Forever Young
Dokumentation | Südkorea | 2025 | Block 8, So. 22.02.2026, 17 Uhr
Inhalt: Eine Frau beginnt spät im Leben ein Literaturstudium und debütiert mit 67 als Dichterin. Mit 86 prägt sie ihr Leben weiterhin durch Poesie und Rezitation.
Regie: Jinkyung Song
● Square Peg in a Black Hole
Drama, Komödie, Fantasy | Deutschland | 2025 | sübkültür, Di. 17.02.2026, 20 Uhr
Inhalt: Während einer Panikattacke auf der Toilette entdeckt die Theaterassistentin Alma ein schwarzes Loch in der Nachbarkabine und wird durch dessen Sog in eine Reihe surrealer Mini-Szenen über den Sinn des Lebens gezogen.
Regie: Ansgar Beck
So sieht das Programm des Filmfests in Bayreuth aus
Freitag, 20. Februar 2026
Das Filmfest startet um 19 Uhr mit dem Eröffnungsfilmblock und einer Begrüßung durch Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Um 21 Uhr folgt der zweite Filmblock. Ab 22.30 Uhr verwandelt die Mischmaschine das ZENTRUM in einen Dancefloor: Mit einer Mischung aus Musik und Visuals aus verschiedenen Jahrzehnten sorgen die DJs für eine ausgelassene Space Disco – der Eintritt ist frei.
Samstag, 21. Februar 2026
Am Nachmittag setzt das Festival um 16 Uhr einen inhaltlichen Schwerpunkt: Der Hollywood-Filmmusikkomponist Lukas Geppert spricht in seinem Vortrag „Vom Grünen Hügel nach Hollywood – Richard Wagner und die Filmmusik“ darüber, wie Wagners Leitmotiv-Technik das emotionale Erleben moderner Kinofilme prägt. Anhand ausgewählter Film- und Hörbeispiele gibt er Einblicke in die Entstehung eines Soundtracks sowie in seine Arbeit an internationalen Produktionen wie Final Destination 6 und Nobody 2.
Am Abend folgen drei Filmblöcke um 18, 20 und 22 Uhr. Im Anschluss werden bei der Filmfestparty die Preise verliehen. Livemusik von Grateful Cat, DJs Frosch, Matti und Heiko sowie Cocktails runden den Festivalabend ab.
Sonntag, 22. Februar 2026
Der Sonntag gehört zunächst den jüngsten Besucherinnen und Besuchern: Zwei Kinderfilmblöcke um 13.30 Uhr und 15 Uhr laden zum Mitfiebern ein, die Gewinner werden per Applausometer bestimmt. Um 17 Uhr folgt ein Dokumentarfilmblock. Den Abschluss bildet um 19 Uhr der Filmblock „Das Beste aus kontrast 2026“ mit Preisträgerfilmen und Publikumslieblingen.
Mit dem Kunstprojekt Malomart erweitert das kontrast-Filmfest sein Programm um eine interaktive, analoge Zeichnung. Die Bayreuther Illustratorin und Business Designerin Lena Wenz ist mit ihrer mobilen Zeichenmaschine zu Gast, die bewusst entschleunigt arbeitet – mit Stift, Papier und Fantasie statt Technik oder KI.
Frage in Bayreuth: „Was wäre, wenn Du eine Kuh wärst?“
Besucherinnen und Besucher erhalten nach dem Einwurf einer Münze innerhalb weniger Minuten ein handgezeichnetes Tierporträt. Ausgangspunkt ist das Projekt Cowtime, in dem Kühe als humorvolle und charakterstarke Projektionsflächen dienen. Passend zum Festivalthema stellt Lena Wenz die Frage: „Was wäre, wenn Du eine Kuh wärst?“ – und übersetzt den Konjunktiv in eine spielerische, visuelle Erfahrung.
Bereits am Dienstag, 17. Februar 2026, ist kontrast ab 20 Uhr in der SÜBKÜLTÜR zu Gast. Gezeigt wird ein speziell kuratierter Filmblock, den das Publikum mit der Vergabe des „Gülden Glöbe“ (dotiert mit 100 Euro) abschließt.
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