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Schulprojekt
Kulmbacher Schulprojekt: Diese Schokolade mag der Minister
Der Bundesminister Ernährung und Landwirtschaft, Alois Rainer, zeigte sich vom Schokoriegel-Projekt des Caspar-Vischer-Gymnasiums Kulmbach sehr angetan.
Der Bundesminister Ernährung und Landwirtschaft, Alois Rainer, zeigte sich vom Schokoriegel-Projekt des Caspar-Vischer-Gymnasiums Kulmbach sehr angetan. // privat
Kulmbach/Berlin – Kulmbacher Gymnasiasten haben Landwirtschaftsminister Alois Rainer nachhaltige Naschereien präsentiert. Wie es zu dem Projekt kam - und was das Besondere am Ergebnis ist.

Ein Schokoriegel hat Schülerinnen des Caspar-Vischer-Gymnasiums Kulmbach jetzt bis ins Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geführt. Gemeinsam mit ihrem Kunstlehrer Andreas Schobert stellte eine Delegation in Berlin Bundesminister Alois Rainer (CSU) das Schulprojekt „Nachhaltiger Schokoriegel“ vor.

Die Grundidee des Projekts

Die Idee dahinter: Nachhaltigkeit nicht nur im Unterricht behandeln, sondern den gesamten Weg eines Lebensmittels – von der Rezeptur bis zur Vermarktung – selbst erleben. Empfangen wurde die Gruppe dort auch von der Kulmbacher Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU), die den Berlin-Besuch der Schüler begleitete.

Das Projekt war im Rahmen des Lehr-Lern-Konzepts „Forschendes Lernen durch Engagement“ entstanden und verband Produktdesign, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Denken. Die Schüler beschäftigten sich mit fairem Handel, globalen Lieferketten und nachhaltiger Lebensmittelproduktion und entwickelten gleichzeitig einen marktfähigen Schokoriegel samt Verpackung und Vermarktungskonzept.

Viel Zeit für Austausch mit Schülergruppe

Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft. Zu ihnen gehörte auch „Freaks to Table“, die das Projekt als Praxispartner begleiteten.

Im Ministerium nahm sich Alois Rainer viel Zeit für den Austausch mit der Schülergruppe. Er ließ sich die Entstehung des Schokoriegels erläutern und überzeugte sich gleich selbst von dessen Qualität – indem er zwei der Riegel probierte. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Verbindung aus nachhaltigem Produkt, Bildungsarbeit und unternehmerischem Denken. Zudem sagte der Bundesminister seine Unterstützung zu, um die Weiterentwicklung des Projekts sowie dessen Einsatz an weiteren Schulen voranzubringen.

Projektleiter Andreas Schobert stellte dabei auch das Konzept „LOCO 100“ vor. Ziel ist es, den nachhaltigen Schokoriegel gemeinsam mit einem eigens entwickelten Bildungspaket zunächst an 100 Schulen in Deutschland zu etablieren. Lehrkräfte sollen Unterrichtsmaterialien zu Themen wie Nachhaltigkeit, fairem Handel, globalen Lieferketten, Biodiversität und verantwortungsvollem Konsum erhalten. Ergänzt wird das Paket durch 15 Schokoriegel für eine gemeinsame Verkostung im Unterricht. So soll nachhaltige Bildung nicht nur theoretisch vermittelt, sondern unmittelbar erlebbar gemacht werden.

Für die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner besitzt das Projekt Vorbildcharakter. „Hier wird klar: Schule bedeutet nicht nur Theorie – hier entsteht aus einer ersten Idee ein Produkt zum Anfassen – besser gesagt zum Schmecken und Genießen“, sagt sie. Das Projekt habe bundesweiten Modellcharakter und könne ihrer Ansicht nach auch an vielen weiteren Schulen umgesetzt werden. Dafür wolle sie sich auf Bundesebene einsetzen.

MdB Emmi Zeulner und Bundesminister Alois Rainer lassen sich den „Locoriegel“ schmecken.
MdB Emmi Zeulner und Bundesminister Alois Rainer lassen sich den „Locoriegel“ schmecken. // privat

Der Besuch im Bundesministerium wird den Schülerinnen noch lange in Erinnerung bleiben. „Unseren Besuch beim Minister empfand ich als interessant und alltagsuntypisch. Besonders bemerkenswert war für mich, wie schnell sein Fokus auf das Probieren des Schokoriegels lag“, berichtet Angelina Dietz.

Für ihre Mitschülerin Klara Striegl (11a) war vor allem die Gelegenheit besonders, das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit persönlich vorstellen zu dürfen. „Es hat mich motiviert zu erleben, dass der fair gehandelte Schokoriegel und die Idee dahinter bei wichtigen Entscheidungsträgern auf echtes Interesse gestoßen sind.“ Jana Günther (11c) zeigte sich ebenfalls beeindruckt: „Man hatte das Gefühl, mit Engagement und einem Ziel weit zu kommen und viele bedeutsame Menschen zu erreichen.“

Reaktion aus Berlin ist wichtige Bestätigung

Für Andreas Schobert ist die Anerkennung aus Berlin eine wichtige Bestätigung: „Die Wertschätzung aus dem Bundesministerium ist für unser Projekt eine große Anerkennung und zugleich Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte und darauf, gemeinsam mit vielen weiteren Schulen nachhaltige Bildung erlebbar zu machen.“

Mit der Einladung nach Berlin hat das Kulmbacher Schulprojekt einen weiteren Meilenstein erreicht. Aus einer Idee im Kunstunterricht ist ein Bildungsprojekt mit bundesweiter Perspektive geworden. Sollte das Konzept „LOCO 100“ erfolgreich umgesetzt werden, könnte der nachhaltige Schokoriegel künftig an vielen weiteren Schulen nicht nur für guten Geschmack, sondern auch für praxisnahen Unterricht sorgen.

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