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Kunstprojekt
Fette Hitze sorgt für „Street Art“ für Bayreuther Festspiele
König Ludwig II übergibt Richard Wagner einen mit Golddukaten gefüllten. Das steht im Mittelpunkt des 180 Quadratmeter großen Bildes.Michael Benz
König Ludwig II übergibt Richard Wagner einen mit Golddukaten gefüllten. Das steht im Mittelpunkt des 180 Quadratmeter großen Bildes.Michael Benz // 
Bayreuth – Der ungarische Künstler „Fat Heat“ gestaltet für das Opernhaus ein riesiges Bild im Industriegebiet. Was daran so besonders ist.

Wer vor einiger Zeit das Bayreuther Industriegebiet St. Georgen an der Kreuzung Riedinger Straße/Max-Frisch-Straße durchfahren hat, dürfte sich über ein riesengroßes Baugerüst gewundert haben. Inzwischen wurde es mit Tuch bespannt und gestaltet. Das Ergebnis: ein Riesengraffiti.

Kunst für die Weltstadt auf Zeit

„Fat Heat“ (fette Hitze) heißt er, der Künstler aus Ungarn, der mit seinem Namen Leidenschaft transportieren möchte und sich auf großformatige Wandbilder (Murals) sowie Graffiti, Leinwandkunst und Animation spezialisiert hat. Nach eigenen Aussagen ist er weltweit tätig und hat schon einige Kontinente besucht und dort seine Werke hinterlassen. Er lebt von der Kunst („ich bin süchtig danach“) und hat zwanzig Jahre Erfahrung.

Was „Fat Heat“ auf einer 16 x 11 Meter großen Plane derzeit in Bayreuth abliefert, ist wohl bisher einzigartig in der Festspielstadt Bayreuth, die in wenigen Tagen wieder die „Weltstadt auf Zeit“ sein wird.

Im kleinen Festspielhaus werden Kinder und Jugendliche an die Werke des Meisters herangeführt.
Im kleinen Festspielhaus werden Kinder und Jugendliche an die Werke des Meisters herangeführt. // 

Prägende Persönlichkeiten der letzten 150 Jahren werden auf fast 180 Quadratmeter Fläche erscheinen. Mittig platziert ist König Ludwig II. Er übergibt Richard Wagner einen mit Golddukaten gefüllten Kelch. Sicher soll damit die Zahlung an Wagner gemeint sein, der damit das Festspielhaus hat bauen lassen. Denn ohne dieses Geld des wohlgesonnenen Gönners und Musikliebhabhabers aus dem bayerischen Süden wäre es wohl nie entstanden.

Das Wetter meinte es bisher gut mit dem fotoscheuen, englisch sprechenden Muralisten aus Budapest. Er rechnet deshalb mit der Fertigstellung des monumentales Graffitiwerkes Anfang nächster Woche.

Das Werk werde nach zwei Wochen ins Festspielhaus „hinter Chor und Orchester“, also auf die Bühne umziehen, hieß es von dort. Es bleibt also noch genügend Zeit, sich einen eigenen Eindruck von der „Street Art“ vor Ort zu verschaffen..

Dass man in der Chefetage zum Jubiläum neue Wege gehen möchte, verdeutlicht auch das „kleine Festspielhaus“, das in den letzten Monaten am Hügel positioniert wurde und Kinder und Jugendliche zum Jubiläum an die Werke des Meisters heranführen soll. Es fasst 200 Plätze und bietet eine Bühne, auf der heuer 100 Veranstaltungen stattfinden sollen. Die solide Konstruktion mit Beton und Stahl (lediglich die Wände sind aus Kunststoff) lässt erahnen, dass sie auch auf künftige Jahre ausgerichtet ist.

Und wem das immer noch nicht reicht, der kann am 2. August zuschlagen. Dann sollen elektronische Klänge und eine Open-Air-Party mit DJ Alle Farben aus Berlin am Festspielhaus stattfinden. Rund 1000 Besucher können auf dem Vorplatz sowie an der Hinterbühne abfeiern. Tickets gibt es ab sofort über www.bayreuther-festspiele.de.

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