Konvoi
Hilfslieferung: Von Himmelkron in die Ukraine
Viele fleißige Helfer haben die Kartins mit Spendengütern umgeladen.
Viele fleißige Helfer haben die Kartins mit Spendengütern umgeladen.
Werner Reißaus
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Himmelkron – Helfer aus drei Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um Lebensmittel und Schlafsäcke in die Ukraine zu transportieren.

Nach der Devise „Nicht reden, sondern handeln!“ wird sich ein interkommunaler Hilfskonvoi aus den Gemeinden Himmelkron und Weidenberg sowie aus der Stadt Bayreuth am Wochenende auf den Weg machen, um Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs in die Ukraine zu transportieren. Initiatoren sind die ehemalige Sekretärin des Dekanats Bayreuth, Christine Peetz, und der früheren Leiter des Hauptamts der Stadt Bayreuth, Rainer Sack.

Himmelkroner hat schon mehrere Transporte organisiert

Was die beiden in nur wenigen Tagen auf die Beine gestellt haben, ist enorm. Sie organisierten Helfer und holten den Himmelkroner Bauunternehmer Sven Kosater mit ins Boot, der mit seinem Freund Thomas Ferdinand schon mehrere solcher Hilfstransporte in die Ukraine abgewickelt und gute Kontakte zur Übergabestelle in Tschechien für den weiteren Transport in die Ukraine hat.

Von Tschechien aus werden die Hilfsgüter weiterverteilt

Thomas Ferdinand, der wie Kosater in Himmelkron wohnt, erinnert sich: „Ich habe mit Sven die erste Sammelaktion im Sommer letzten Jahres durchgeführt. Zwei Touren sind wir in die Ukraine gefahren. Später haben wir den Transport nur noch bis 100 Kilometer hinter Prag gebracht, von dort werden die Sachen mit einem großen Laster abgeholt und direkt dorthin gebracht, wo sie am nötigsten gebraucht werden.“

Fünf Fahrten mit dem Transporter

Um alle Spenden abzutransportieren, werde man wohl vier oder fünf Mal mit dem Kleinbus benötigen nach Tschechien fahren müssen, so Ferdinand. Mit Blick auf die kalte Jahreszeit seien vor allem Schlafsäcke, Thermomatten und dicke Decken gefragt gewesen. Aber auch Dosensuppen, Babynahrung und Windeln seien in großer Zahl angeliefert worden.

Christine Peetz: "Eiskalte Unterkünfte ohne Strom"

Christine Peetz hatte Mitte Dezember einen Fernsehbeitrag aus der Ukraine gesehen. „Viele Menschen leben mit ihren Kindern und mitunter auch Babys in zerstörten und eiskalten Unterkünften ohne Strom.“ Und in Deutschland werde diskutiert, ob ein Absenken der Bürotemperatur auf 18 Grad zumutbar sei.

Überwältigendes Spendenaufkommen

Die Hilfsgüter wurden von der Saas in Bayreuth nach Himmelkron gebracht. Rainer Sack dankt dem Lions-Club Bayreuth und der Gemeinde Himmelkron, die sich bereit erklärten, einen Teil der Fahrtkosten zu übernehmen. Überhaupt habe es viele Unterstützer gegeben. „Das Spendenaufkommen war mit 1840 Euro überwältigend.“ Bürgermeister Gerhard Schneider freut sich, wenn mit gemeinsamen Aktionen die Not von Menschen gelindert wird: „Was ich hier begrüße, ist, dass die Spenden direkt bei den Bedürftigen ankommen.“

Hilfsbereitschaft trotz langer Zeit noch enorm

Ingo Rausch vom Lions-Hilfswerk fand es fantastisch, wie sich Ideen und Privatinitiativen entwickelten und daraus Berge von Hilfsmaterial entstanden seien. „Es ist überragend, dass trotz der langen Zeit die Hilfsbereitschaft immer noch enorm ist.“

Birgit Vogel und Kristina Knoll machten sich zum Beispiel auf den Weg, um von einem Teil der Spenden Dosensuppen und Babynahrung zu kaufen. „Natürlich haben die Kunden an der Kasse Augen gemacht, als ich Berge von Dosensuppen eingekauft habe“, so Birgit Vogel, die bereits bei der Frühjahrsaktion im vergangenen Jahr dabei war. „Da war es für mich selbstverständlich, diesmal auch wieder mitzuhelfen.“

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