Natur
Trebgast: Neues Wohnungsangebot für Störche
Im Landkreis Kulmbach gibt es inzwischen viele Störche.
Im Landkreis Kulmbach gibt es inzwischen viele Störche.
Foto: Symbolbild: Soeren Stache/dpa
F-Signet von Dieter Hübner Fränkischer Tag
Trebgast – In Trebgast wurde ein Horst für ein Storchenpaar errichtet. Der Bestand der Tiere wächst im Landkreis – und damit die Nachfrage nach Brutplätzen.

Die Weißstörche haben derzeit Hochsaison, sie fühlen sich im Kulmbacher Land wohl. „Nachdem über viele Jahre traditionell nur je ein Horst in Melkendorf und in Altdrossenfeld besetzt waren, wuchs der Bestand in den letzten fünf bis sechs Jahren kontinuierlich an“, weiß Alexander Kusche von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. „Der bisherige Höchststand wurde 2021 mit zwölf Brutpaaren erreicht.“

Das geänderte Zugverhalten der Tiere spiele hier sicherlich eine Rolle, erklärt Alexander Kusche. „Nachdem Langstreckenflüge kräftezehrend und mit einer erhöhten Mortalität verbunden sind, fliegen viele Störche nicht mehr bis nach Afrika, sondern verbringen die Winter in Südfrankreich und Spanien.“ In elf Nisthilfen, die dieses Jahr angenommen wurden, hat seine Behörde neunzehn Jungstörche registriert. Bisher wurden im Landkreis fünfzehn Horte angeboten.

Der neue Horst in Trebgast mit Blick auf die Kirche und die Weißmainaue wird auf die Scheune gehievt.
Der neue Horst in Trebgast mit Blick auf die Kirche und die Weißmainaue wird auf die Scheune gehievt.
Foto: Dieter Hübner

Jetzt kam eine weitere Nistgelegenheit dazu. Auf die Scheune der Familie Aßmann am Ortsausgang in Richtung Himmelkron wurde mit Hilfe eines Krans ein von der Zimmerei Josef Meisel angefertigter Hort auf das Scheunendach gehievt. Er ist aus Eichenholz und 220 kg schwer. Der Rand wurde zum Schutz der Tiere mit Eichendollen versehen, um die Erich Schiffelholz, Chef der LVB-Kreisgruppe Kulmbach, einen Weidenkranz geflochten hat. „Mit der Zeit kann das Nest bis 500 kg und mehr schwer werden“, erklärt er. Der Vorsitzende weiß, dass es schon Kämpfe um einen Hort gegeben hat. „Wir haben derzeit mehr Störche als Nistangebote. Es kann aber auch einige Jahre dauern, bis ein neuer angenommen wird. In Himmelkron waren es acht Jahre.“

Den Anstoß für diese Aktion hat LVB-Mitglied Harry Leucht gegeben. Die zuständige Behörde im Landratsamt gibt je nach Bedarf diese Nisthilfen in Auftrag. Die Kosten dafür belaufen sich auf 2000 Euro und mehr, je nach Bauart und Standorthöhe. Vorher wurde die Statik der Scheune geprüft. Sie diente der Raiffeisenbank in Lanzendorf einst zur Lagerung von Dünger- und Futtermittel für die Landwirtschaft. Anfang der 70er Jahre wurde das Holzgebäude von den jetzigen Besitzern dort abgebaut und am jetzigen Standort wieder aufgestellt.

 

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