Kritik
Grüne zum Tunnel: Es geht nicht um die Anwohner
Die Grünen wollen den Bau des Kauerndorfer Tunnels ausbremsen.
Die Grünen wollen den Bau des Kauerndorfer Tunnels ausbremsen.
Foto: Visualisierung: Staatliches Bauamt Bayreuth
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kauerndorf – Die Grünen wollen den Bau des Kauerndorfer Tunnels verhindern. Sie fürchten eine große Verkehrsachse parallel zur A 70.

Nach der Gemeinderatssitzung in Ködnitz, in der über den aktuellen Stand der Pläne zum Bau des Kauerndorfer Tunnels informiert worden war (siehe BR vom 28. September) melden sich nun die Grünen zu Wort. Nach der Veranstaltung sei eines klar, so Magdalena Pröbstl, Vorstandssprecherin im Landkreis. Weder dem Bauamt noch MdB Emmi Zeulner (CSU) sei es jemals um eines der 26 Häuser in Kauerndorf gegangen.


Was kommt noch?

„Die persönliche Situation der Anwohner dient als Vorwand, um eine große Verkehrsachse parallel der A70 zu schaffen. Da würde ein verkehrsberuhigtes Nadelöhr, egal ob mit oder ohne Anwohner, einfach stören“, so Pröbstl: „Dass sich durch diesen wahnwitzigen Plan weitere Probleme ergeben werden, ist offensichtlich. Wirsberg, Ludwigschorgast, ein paar Häuser in Untersteinach, Kulmbach, Mainleus, Rothwind, Mainklein und Theisau werden unter dieser geplanten Verkehrszunahme leiden. Schallschutz, weitere Umfahrungen, Überholstrecken, was kommt noch? Und vor den höheren Emissionen durch den umgeleiteten Verkehr wollen wir gar nicht sprechen. Die Frage danach, welche Lobby hinter diesen Plänen steckt, kann nur rhetorischer Art sein: Autoindustrie oder Logistik.“

Aufschrei erwartet

Nach Bekanntgabe dieses Planes hätte ein Aufschrei durch die Bevölkerung gehen müssen. „Wollen wir das? Ist das erstrebenswert? Schon jetzt sind viele Anwohner Kulmbachs lärmgeplagt. Das wird und soll zunehmen! Der Verkehr, auch der Schwerlastverkehr, wird und soll zunehmen!“ Es seien noch keine Vergaben getätigt. „Das heißt, es gibt auch keine der von den Vertretern von SPD und FDP kürzlichvorgeschobenen ,rechtlichen Gründe, den Tunnelbau weiter verfolgen zu müssen. „Spätestens jetzt sollten auch die anderen Ampelparteien, wenn sie ihre Kritik an dem Bau ernst meinen, sich mit voller Kraft gegen dessen Realisierung einsetzen.“ Die Stufe der ,höchsten Dringlichkeit’ im Verkehrswegeplan ist nur vorgeschoben. Schon einmal sei ein unsinniges Verkehrsprojekt nach 50 Prozent des Baus gestoppt. „Das war die B303 zwischen Wunsiedel und Eger.“

Kritik an den Landräten

Dass die Landräte Klaus Peter Söllner und Christian Meißner diese Entwicklung ohne Kritik unterstützten und sich somit das Bild unserer Landkreise auf Jahrzehnte verändern werde, sei völlig unverständlich. „Unsere Kinder und Enkel werden es uns definitiv vorwerfen, und dies zu Recht. Der Individual- und Schwerlastverkehr auf der Straße wird weiter gefördert, anstatt auf die Schiene zu setzen. Wir brauchen eine Verkehrswende. Diese wird hier von den Konservativen sichtbar durch die völlig aus der Zeit gefallenen Pläne und Projekte untergraben.“

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