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Die neue B289 kommt
Umgehung bei Mainroth: Zehn Fragen, zehn Antworten
So könnte die neue Umgehung der B289 bei Mainroth aussehen
So könnte die neue Bundesstraße 289 aussehen, wenn sie nicht mehr direkt durch Mainroth verläuft. Den virtuellen Kameraflug hat das Staatliche Bauamt Bayreuth in Auftrag gegeben. // V-KON media (Screenshot)
Rothwind/Mainroth – Seit Jahrzehnten wird über die Umgehung zwischen Mainleus und Burgkunstadt diskutiert. Wann beginnt der Bau? Alles, was Sie zum Stand der Planung wissen müssen, finden Sie in unserem Artikel.

Die Umgehung kommt. Was sich für viele Anwohner in Fassoldshof, Rothwind (Landkreis Kulmbach) und Mainroth (Landkreis Lichtenfels) wie ein lange ersehntes Versprechen anhört, ist für andere ein Grund, die Planungen des Bundes ein letztes Mal in Frage zu stellen - bevor die Bauarbeiten an der B289 beginnen.

Am Donnerstag, 25. Januar 2024, wird sich die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Kulmbach-Lichtenfels, Emmi Zeulner (CSU) den Fragen und Anregungen, aber auch der Kritik aus der Bevölkerung im Gasthof Vonbrunn, Mainroth, stellen. Ab 17 Uhr hat die örtliche CSU zu einem Bürgergespräch eingeladen.

Was steht bislang fest, was machen die Planungen und wann sollen die Bauarbeiten beginnen? Unsere Redaktion hat zehn Fragen gestellt und diese, unter dem Aspekt: was bislang bekannt ist - zu beantworten. Hier finden Sie alles, was sie wissen müssen:

1. Wo soll die neue B289 entlang führen?

Das Staatliche Bauamt Bayreuth hat seit längerer Zeit eine Karte zur Planung online gestellt. Darauf ist zu erkennen, dass die Umgehung aus Richtung Kulmbach kommend bei der letzten Schwarzacher Ausfahrt Richtung Main abknicken und entlang der Bahngleise vorbei an Fassoldshof, Rothwind und Mainroth verlaufen wird. Erst auf Höhe Maineck führt die neue Strecke auf die altbekannte B289.

2. Wie sieht die Umgehung im Gelände aus?

Das Staatliche Bauamt hat bei der Firma "V-KON media" ein animiertes Video der Ortsumfahrung in Auftrag gegeben. Hier sehen Sie das Ergebnis:

3. Sind die Planungen bereits abgeschlossen?

Ein Teil der Planungen ist abgeschlossen, ein Teil in der Schwebe, aber die Hauptaufgabe steht dem Staatlichen Bauamt noch bevor. 

Bis Herbst 2023 konnten die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner Einwendungen erheben - also ihre Bedenken äußern oder aktiv Widerspruch gegen die Planungen einlegen, erklärt Konstantin Starke vom Staatlichen Bauamt Bayreuth auf Nachfrage der Redaktion. 

Abgeordnete Emmi Zeulner bei einer Rede im Bundestag
Emmi Zeulner, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Kulmbach-Lichtenfels, wird am Donnerstag, 25.01.2024, den Bürgerinnen und Bürgern von Mainroth Rede und Antwort stehen. Thema: die geplante Umgehung zwischen Fassoldshof, Rothwind und Mainklein. // Tobias Koch

Derzeit werden die Einwendungen gesichtet und Stellungnahmen erarbeitet. Erst wenn dieser Teilaspekt und das restliche Planungsfeststellungsverfahren abgeschlossen ist - d.h. durch die Regierung von Oberfranken genehmigt ist -, geht es in den nächsten Teil der Projektplanung. "Aufgrund zahlreicher Unwägbarkeiten, wie beispielsweise Klageverfahren," kann das Bauamt das Voranschreiten des Verfahrens noch nicht genauer terminieren.

4. Was folgt als nächstes im Planungsverfahren?

Ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, folgen die weiteren Schritte: die Ausführungsplanung, die Vergabe der Bauleistungen und schließlich der Baubeginn. 

5. Gibt es weiterhin Chancen auf Einwendungen gegen die Umgehungsplanungen?

Nein. Das Projekt ist von staatlicher Seite genehmigt - auch der Marktgemeinderat Mainleus und der Stadtrat Burgkunstadt haben bereits zugestimmt, ebenso wie die Kreisausschüsse -, die Bürgerbeteiligung abgeschlossen. Wenn dem Bauamt keine größeren Klageverfahren drohen, steht dem nächsten Planungsschritt nicht mehr viel im Weg.

6. Wie stark wird die Umwelt durch die Umgehung beeinträchtigt?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen: Konstantin Starke vom Staatlichen Bauamt erklärt, dass die Eingriffe in die Natur sehr gering ausfallen, weil ein bereits bestehender "Infrastrukturkorridor" mitgenutzt werden kann. Oder anders ausgedrückt: Bahngleise und Stromtrassen verlaufen bereits durch das Maintal. Die Umgehung wird zu großen Teilen entlang der Trassen verlaufen.

Dr. Susann Freiburg – Die Grünen
Susann Freiburg, Kreistagsabgeordnete der Grünen, hat im Juli 2023 die Pläne für die neue Umgehung im Kreisausschuss kritisiert. // FT

Anders sehen es die Kritiker wie Kreistagsabgeordnete Susann Freiburg (Bündnis 90/Grüne), die auch im Namen ihrer Fraktion redet, die das Projekt ablehnt. In einer Rede vor dem Kreisausschuss im Juli 2023 hat sie darauf hingewiesen, dass eine neue Straße alles andere als den Klimaschutz fördert und in Rothwind "die besten Böden für den Spargelanbau asphaltiert werden".

Auf Nachfrage unserer Redaktion steht Susann Freiburg dem Projekt weiterhin ablehnend gegenüber, auch wenn der Kreistag zugestimmt hat: "Das Projekt ist überdimensioniert und ökologisch unsinnig", sagt sie.  Durch den Straßenbau werde unsere Landschaft weiter zerstört, sagt die Grünen-Politikerin. Ein Negativbeispiel für derartige Eingriffe in die Natur sei die B173-Baustelle bei Michelau.

Auch Landwirte beklagen, wie zuvor bei den Debatten in Rothwind im Jahr 2020, den Flächenverschleiß durch die geteerten Verkehrsadern.

7. Wie teuer wird die Ortsumgehung Fassoldshof-Rothwind-Mainroth?

Geplant sind etwa 50 Millionen Euro. Ob sich diese Kalkulation einhalten lässt, wird sich wohl erst in der Ausführungsplanung bzw. in der Vergabe der Aufträge an Bauunternehmen genauer bestimmen lassen.

Auch hier setzen die Kritiker der Ortsumgehung an: "In Zeiten von leeren Kassen sollten wir uns deswegen unnötige Bauprojekte sparen", sagt Grünen-Politikerin Susann Freiburg.

8. Wieviel Verkehr rollt täglich über die B289 zwischen Mainroth und Fassoldshof?

10.000 Fahrzeuge rollen im Durchschnitt pro Tag durch die drei Ortschaften an der Landkreisgrenze Kulmbach/Lichtenfels. Der Schwerlastverkehr liegt laut der Berechnungen des Bauamts Bayreuth bei 12 Prozent.

9. Wie wird sich die Verkehrslast verringern?

Das Staatliche Bauamt geht davon aus, dass 90 Prozent weniger Autos und Lkws durch die Ortschaften Mainroth, Rothwind und Fassoldshof fahren werden. 

Die Bürger von Mainroth bekommen ihre Umgehung, für die sie immer wieder demonstriert haben. Die aktuelle Planung schmeckte jedoch nicht allen im Gemeinderat von Altenkunstadt.
Für die Umgehung der B289 bei Mainroth sind auch einige Bürger auf die Straße gegangen, das zeigt unser Archivbild. // Archiv/Stephan Stöckel

10. Welche Punkte sprechen außerdem für die Umgehung?

Die Reduzierung des Verkehrsaufkommens in den drei Ortschaften ist sicher das ausschlaggebende Argument.  Schließlich waren gerade die Anwohner jahrzehntelang Abgasen und Lärm ausgesetzt. Zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer Punkte, die die Befürworter aufführen: Reduzierung der Unfälle (59 mit Personen- und Sachschaden zwischen 2012 und 2022), schnellere Verbindung in Richtung Coburg für Pendler und dadurch eine Steigerung der Attraktivität, Vorteile für den ÖPNV, die direkte Bahnhofsanbindung in Mainroth neben der Umgehungstrasse. 

Mainrother Bürger: "Wann geht es endlich los?"

Michael Foltes, der den Abend mit Emmi Zeulner im Namen des CSU-Ortsverbands organisiert, geht grundsätzlich von einer breiten Zustimmung der Mainrother aus.

"Viele fragen sich, wann es endlich losgeht", sagt er auf Anfrage unserer Redaktion. Diese und andere Fragen sollen am Donnerstag im Bürgergespräch geklärt werden.

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