Dass im Rugendorfer Steinbruch künftig gebrauchte Baumaterialien eingelagert werden sollen, hatte ab dem Jahr 2018 im Ort Empörung erregt. Denn niemand wollte eine Abfalldeponie dort im Wald haben. Man befürchtete eine Beeinträchtigung des angrenzenden Wasserschutzgebiets und der Quellen der Rugendorfer Wasserversorgung.
Aus der Deponie gar eine Vergiftung des Geländes bis zur Wohn- und Gewerbebebauung. Der Betreiber, die Firma Schicker-Diabas beziehungsweise deren Ableger Schicker-Umwelt, hatte alle Mühe, die schlimmsten Befürchtungen aus der Welt zu schaffen.
Seit sechs Jahren wird der Steinbruch nun wie beabsichtigt aufgefüllt. Jetzt hat der Betreiber eine Planänderung im Steinbruch eingereicht, mit der sich der Gemeinderat am heutigen Montag beschäftigen wird.
Viele Befürchtungen bei Bürgern
Nachdem Schicker seinerzeit das Projekt erstmals dem Gemeinderat vorgestellt hatte, fand auf dessen Anregung kurz darauf auch eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Die Resonanz auf das Vorhaben war dort ziemlich kritisch: Unter anderem wurden Befürchtungen laut, Schicker wolle oder könnte aus Gewinnstreben dort Dinge vergraben, die längerfristig schädlich sein könnten.
„Mir fehlt der Glaube, was die Sicherheit angeht“, formulierte dies unter anderem der frühere Bürgermeister Dieter Oertel. Das Reizwort „Deponie“ verursachte bei nicht wenigen Bürgern die Assoziation zu – inzwischen verbotenen – Hausmülldeponien, die mittlerweile ausgasen und schadstoffbelastete Sickerwässer ausscheiden.
Solche Zweifel versuchte Firmeninhaber Michael Schicker persönlich in dieser Versammlung auszuräumen: „Wir bauen keine Mülldeponie, wo Abfall gesammelt wird“, verdeutlichte er das Vorhaben und sagte zu, dass es durch die Bau- und Lagervorhaben zu keinen Belastungen der Umwelt kommen werde. Dabei wies er auch darauf hin, dass seine Firma bereits in der fünften Generation in der Region ansässig und mit dieser verbunden sei – und keine Firma, die irgendwo einen Haufen hinterlasse und sich dann davonmache. Zudem gebe es regelmäßige Kontrollen durch das Bergamt.
Zwei Jahre später besichtigte der Gemeinderat schließlich, was aus dem Vorhaben und den Versprechungen geworden war – wegen der Pandemie damals ohne Beteiligung der Bevölkerung. Schicker habe mittlerweile den Geschäftsbereich Deponie Rugendorf nach Rugendorf verlegt, informierte nun Geschäftsführer Bernhard Leutheußer vor Ort den Gemeinderat und klärte damit die Frage, an welche Kommune denn die Gewerbesteuer fließt, obwohl der Hauptsitz der Schicker Holding in Bindlach ist. Zudem war zu dieser Zeit bereits eine weitere vom Dorf aus sichtbare Deponie in Planung.
In den beiden Deponien werden laut Leutheußer umwelt- und fachgerecht ausgebracht: Bodenaushub und mineralischer Bauschut, Bodenaushub sowie Baggergut aus Baumaßnahmen mit geringen Fremdanteilen wie Beton, Ziegel und Mauerwerksabbruch. Nicht bis gering belastete Materialien im Steinbruch, mäßig belasteter Bruch „könnte“ hingegen in die mittlerweile ausgebaggerten Senken auf den vormaligen Lagerflächen eingebracht werden. Auch diese zweite Deponie ist jetzt in Betrieb.
Strenge Überwachung
Die Deponien werden nicht nur in der Planungs- und Bauphase durch Behörden überwacht, sagte Leutheußer. Damals in der Planung, sondern auch jetzt im Betrieb. Das hatten bereits 2018 Andreas Grundmeier vom Bergamt und Ute Zettl vom Bereich technischer Umweltschutz der Bezirksregierung bestätigt, die auch an der Exkursion im Jahr 2020 teilgenommen haben. Beteiligt seien auch die Natur- und Tierschutzverbände, sagte Leutheußer.
Zur Entwässerung ist eine extra Leitung gelegt, so dass der Hohlmühlbach und der Badeweiher kein Wasser aus dem Steinbruch bekämen. Auch die drei Trinkwasserquellen der Gemeinde würden nicht beeinflusst.
Zur befürchteten Schadstoffbelastung aus den Deponien stellte Leutheußer klar, dass Baustellenabfälle, Baustoffe auf Gipsbasis (Ytong und Gipskartonplatten), Dämmmaterialien (Asbest und asbesthaltige Materialien sowie Faserbeton), Bitumengemische und teerhaltige Materialien sowie Garten- und Parkabfälle in Rugendorf nicht gelagert werden.
Sobald die Deponien voll sind, sollen sie später begrünt werden. Bis dahin werden schätzungsweise jährlich 90.000 Tonnen Material angeliefert.
Oberfläche soll größer und höher werden
Was ändert sich nun im Steinbruch? Die Deponieoberfläche soll künftig steiler an die terrassenartige Bruchwand angelehnt und auch höher werden, erklärt Geschäftsführer Leutheußer dazu auf Nachfrage dieser Zeitung. Außerdem soll die Anbindung des deponierten Materials an die Steinbruchwand durch „Einbau von definiertem bindigem Bodenmaterial mit Abfluss in Richtung Deponie“ modifiziert werden, denn man bekomme wahrscheinlich weniger Material, als ursprünglich vorgesehen war.
Damit ergebe sich zwar eine Änderung des Sickerwassereinzugsgebiets und der Wassermenge. Die Funktionsfähigkeit der Oberflächenwasserfassung und -ableitung werde im Plan jedoch nachgewiesen.
Der Rugendorfer Gemeinderat tagt am Montag, 7. September, ab 19 Uhr im Haus der Jugend und wird sich dann auch mit diesem Thema beschäftigen.














