Wirtschaft
Bräuwerck: 2021 war alles andere als erfreulich
Die Bräuwerck AG will raus aus den roten  Zahlen.
Die Bräuwerck AG will raus aus den roten Zahlen.
Bräuwerck
F-Signet von Horst Wunner Fränkischer Tag
Neudrossenfeld – Umsatzeinbruch, vor allem wegen Corona, ein Minus im Betriebsergebnis: 2021 war für die Drossenfelder Bräuwerck AG kein rosiges Jahr.

Schwierige Zeiten hatte die Drossenfelder Bräuwerck AG zu überstehen, auch bedingt durch Corona. Es gab auf zahlreichen Positionen ein Minus, aber der Blick der Verantwortlichen geht nach vorn. Man will mit vereinten Kräften wieder ein Plus erreichen. Das war der Tenor der Jahresversammlung der AG in der Dreifachturnhalle. Rede und Antwort standen Aufsichtsratsvorsitzender Harald Hübner, der Neudrossenfelder Bürgermeister ist, Prokuristin Sabine Schertel und der neue Vorstand Peter Schuhmann. Alle drei konnten den zahlreich gekommenen Aktionären keine erfreulichen Zahlen vorlegen, die Aktionäre reagierten jedoch gelassen: Sie entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat.

Peter Schuhmann ist der neue Vorstand.
Peter Schuhmann ist der neue Vorstand.
P. Schuhmann

Das Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis für 2021 schloss mit einem Minus von 23.918 Euro ab, der Umsatz verringerte sich gegenüber 2019 (493.829 Euro) und 2020 (372.197) auf 182.867 Euro. Die Liquidität ist noch vorhanden, der Geldbestand am Ende des Jahres 2020 hat sich im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten aber weiter verringert. Ende November 2022 beträgt das Betriebsergebnis 61.665 Euro, der Kassenbestand beläuft sich auf 8.400 Euro.

Das sind Gründe

Warum sich das alles so entwickelt hat, dafür gibt es Gründe: Der Bierverkauf außer Haus wurde nahezu komplett eingestellt, der Verkauf von Flaschenbier auf Null heruntergefahren. Ebenso wird in Getränkemärkten der Region kein Bräuwerck-Bier mehr angeboten. Der neue Braumeister Ole Schneidereit arbeitet in Teilzeit. Der Brauereiausstoß sank nach einem Höhenflug von 508 Hektoliter im Jahr 2019 auf 316 Hektoliter in 2021.

Die Verpachtung ist der richtige Schritt, sagt Prokuristin Sabine Schertel.
Die Verpachtung ist der richtige Schritt, sagt Prokuristin Sabine Schertel.
Horst Wunner

Sie richten den Blick nach vorn

Die Protagonisten suchen nach Chancen, die Bilanzen zu verbessern. So erhofft man sich durch die Verpachtung des Gasthofes regelmäßige Einnahmen durch Pacht und Bierverkauf. Um den Bierabsatz zu steigern, hatte Vorstand Peter Schuhmann eine Idee: „Wenn jeder der 833 Aktionäre einen Kasten Bier monatlich kaufen würde, wären das knapp 1000 Hektoliter und wir hätten dann mehr finanziellen Spielraum.“ Schuhmann gibt sich trotz der derzeit schwierigen Lage durch Umstrukturierungen optimistisch, das „Schiff Bräuwerck“ in ruhige Gewässer zu fahren. Er will wieder Bier außer Haus verkaufen und Getränkemärkte beliefern. „Die Liquidität macht mir etwas Sorgen, die steigenden Rohstoffe und Energiekosten tragen dazu bei“, teilte er mit. Prokuristin Sabine Schertel glaubt daran, dass es mit dem Bräuwerck aufwärts geht. „Die Verpachtung der Gastronomie ist für mich dabei ein wesentlicher Baustein.“ Ein Ziel sei eine weitere Senkung der Produktionskosten, auch die Absatzmärkte sollen wieder vergrößert werden. Ihr Wunsch ist es, „dass die Gastronomie weiter so gut läuft wie in den letzten Monaten".

Aufsichtsratsvorsitzender Harald  Hübner erwartet einen Aufschwung.
Aufsichtsratsvorsitzender Harald Hübner erwartet einen Aufschwung.
Horst Wunner

Lob für den Pächter

Aufsichtsratschef Harald Hübner wollte von einer Krise nichts wissen. „Ich sehe in der Zukunft das Bräuwerck als florierenden Brauereigasthof.“ Hübner lobte den neuen Pächter Michael Nelkel, zeigte sich davon überzeugt, dass die Bräuwerck AG nach Corona ihren Bierabsatz erhöhen wird. „Braumeister Ole Schneidereit hat alles im Griff.“ Auch er äußerte den Wunsch, dass alle Aktionäre regelmäßig Bier kaufen und zum Essen ins Bräuwerck kommen.

Neue Aufsichtsräte

Zu neuen Aufsichtsräten wurden Gerd Schertel, Marco Dörfler und Lothar Semmelmann gewählt.

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