Protest
Kulmbacher Waldbesitzer prangern EU-Richtlinie an
CO2-Abgabe für Holzfeuerung? Die Pläne der Europäischen Union sorgen bei den Waldbesitzern in Kulmbach und Umgebung für Kopfschütteln.
CO2-Abgabe für Holzfeuerung? Die Pläne der Europäischen Union sorgen bei den Waldbesitzern in Kulmbach und Umgebung für Kopfschütteln.
Foto: Symbolbild: Daniel Reinhardt/dpa
F-Signet von Stephan Herbert Fuchs Fränkischer Tag
Kulmbach – Geht es nach der Europäischen Union, könnte Holz bald nicht mehr als nachhaltig gelten. Betroffene im Landkreis Kulmbach wollen das nicht hinnehmen.

Nach dem Willen der Europäischen Union soll Holz künftig nicht mehr als nachhaltig gelten. Bei der Waldbesitzervereinigung Kulmbach/Stadtsteinach sorgen diese Pläne für Verwunderung und Kopfschütteln. „Das ist für normal denkende Menschen nicht zu fassen“, sagte die Vorsitzende Carmen Hombach.

In diesem Vorgehen stecke eine ganz große Gefahr, sagte sie. Gehen die Pläne so durch, würden nicht nur bestimmte Förderungen wegfallen, auch müsste auf Holz künftig, genauso wie bei Öl oder Gas, die CO2-Abgabe geleistet werden. „Man könnte fast sagen, sie wissen nicht, was sie tun“, so die Vorsitzende. Nun könne man nur noch hoffen, dass dies alles nicht so kommt.

Eu-Pläne als Alarmsignal

Für den Landtagsabgeordnete Martin Schöffel (CSU) sind die Pläne ein Alarmsignal. Im Bereich der energetischen Nutzung von Holz müsse mehr und nicht weniger gemacht werden. „Wenn ein Baum verbrannt wird, dann wird nicht mehr CO2 freigesetzt als der Baum vorher gebunden hat.“

Ziel der bayerischen Forstpolitik sei, die Holznutzung zu erhöhen. Das sei Voraussetzung dafür, den Waldumbau weiter voranzutreiben. Schöffel versprach, sich massiv gegen eine CO2-Abgabe zu stemmen. Das seien Entwicklungen in die völlig falsche Richtung.

Stilllegung landwirtschaftlicher Flächen im Wald: „Größter Blödsinn“

Im Mittelpunkt des europäischen „Green Deals“ sollen Artenvielfalt und Klimaschutz stehen. Doch viele aktuelle politischen Vorhaben und Entscheidungen stünden diesem Ziel entgegen. „Irgendwo muss jetzt mal Schluss sein“, forderte Schöffel. Im Wald bezeichnete der Parlamentarier die Stilllegungen landwirtschaftliche Flächen als den „größten Blödsinn“.

Ein vernünftiger Waldumbau werde nur mit Waldbewirtschaftung funktionieren. Holz müsse gerodet werden, sonst verfault es, sagte Martin Schöffel. Zur Bewirtschaftung gehöre auch der Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. „Weniger Produktion und Verbote von Pflanzenschutzmittel, das kommt meiner Meinung nach einer Enteignung gleich“, so Schöffel.

„Jäger müssen Weg mitgehen“

Wie bedeutsam der Wald als CO2-Speicher ist, machte WBV-Geschäftsführer Theo Kaiser an folgendem Beispiel deutlich: So speichere jeder Hektar Wald rund 13 Tonnen CO2 pro Jahr. Einen bedeutsamen Beitrag zur Wiederbewaldung müssten aber auch die Jäger leisten, ergänzte Hombach.

Mittlerweile sei das Rehwild nicht einmal mehr auf den Wiesen anzutreffen, sondern bleibe gleich in den Verjüngungen, weil sich dort ein gedeckter Tisch bietet. Um die Abschusszahlen zu steigern sei die Vermarktung von Bedeutung. „Kein Jäger wird rausgehen, wenn die Kühltruhen voll und die Nachfrage gering ist.“

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