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Großprojekt in München
Dechant baut am Flaggschiff des staatlichen Hochbaus
Das neue Strafjustizzentrum in München gilt als architektonisches Schmuckstück. Mit der Errichtung des erweiterten Rohbaus hatte der Freistaat die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH beauftragt. Bernd Jaufmann
Das neue Strafjustizzentrum in München gilt als architektonisches Schmuckstück. Mit der Errichtung des erweiterten Rohbaus hatte der Freistaat die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH beauftragt. Bernd Jaufmann // 
München/Weismain – Es war ein Megaprojekt: der Bau des neuen Strafjustizzentrum in München, an dem die Weismainer Firma Dechant maßgeblich beteiligt war.
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Ein Spaziergang rund um den Gebäudekomplex am Leonrodplatz ist einen halben Kilometer lang. Das neue Strafjustizzentrum in München ist ein Megabauwerk – oder, wie der Präsident des Oberlandesgerichts, Hans-Joachim Heßler, bei der Einweihung betonte: „ein Schmuckstück von Justizgebäude“.

Raum für 1300 Mitarbeiter

Auf einer Nutzfläche, die mit 39.000 Quadratmetern fast achtmal so groß ist wie der Marienplatz, vereint es sieben Justizbehörden und bietet 1300 Mitarbeitern Platz. Untergebracht sind das Amtsgericht, die Strafkammern der Landgerichte München I und II, die Staatsanwaltschaften München I und II, die Strafsenate des Oberlandesgerichts sowie die Generalstaatsanwaltschaft.

Zehn Jahre Bauzeit – vom ersten Spatenstich bis zur Übergabe – hat der Bau gedauert, mit dem ein Spezialisten für Großbauprojekte und hochwertigen Sichtbeton ins Boot geholt worden war: die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH aus Weismain. Das Bauunternehmen steht für die Realisierung namhafter Großprojekte wie den Terminal 3 am Frankfurter Flughafen.

Beim Bau in München erhielt das Unternehmen den Auftrag für den erweiterten Rohbau. „Für diese Arbeiten wurden rund vier Jahre Bauzeit veranschlagt – und pünktlich eingehalten“, so Philipp Vazquez, der die Leitung Unternehmensentwicklung und Stabsstellen bei Dechant innehat und das Projekt an verantwortlicher Stelle gesteuert hat.

Ein Team von 20 Bauleitern und Polieren sowie bis zu 180 weiteren Arbeitskräften war im Einsatz. „Und das Projekt bot einige spannende Herausforderungen.“

54 Gerichtssäle

Das neue Strafjustizzentrum ist ein Flaggschiff im Bereich des staatlichen Hochbaus und setzt neue Maßstäbe. Der Komplex ist in öffentliche und nichtöffentliche Bereiche unterteilt: So finden sich in den Untergeschossen Tiefgarage, Asservatenkammer, Haustechnik und Haftzellen. Die oberen Geschosse bieten Platz für 54 unterschiedlich große Gerichtssäle – darunter einer der größten in Deutschland mit gut 300 Quadratmetern Fläche. Er ist teilbar und hat deshalb mit „Illertissen“ und „Neu-Ulm“ gleich zwei Namen.

Darüber hinaus sind in dem Bau Cafeteria und Kantine, 850 Büros und drei Innenhöfe untergebracht.

Es gibt eine architektonische Besonderheit: Der offene Bauwerksentwurf sieht unterschiedlich große Räume für verschiedenste Funktionen vor. „Dies machte bei der baulichen Umsetzung den Einsatz von zusätzlichem Traggerüstmaterial erforderlich“, unterstreicht Vazquez. 72.000 Stahlrohrstützen und 3200 Schwerlaststützen wurden benötigt.

Über 11.000 Tonnen Betonstahl

Eine Herausforderung stellte die Anfahrtssituation dar. Dechant fand eine praktikable Lösung: Da die Baustelle nur von einer Seite aus bedient werden konnte, wurden sämtliche Materialien – darunter 11.269 Tonnen Betonstahl und Unmengen an Schalungs- und Rüstmaterial – mithilfe von sechs Hochbaukränen quer über die Baustelle transportiert.

Eleganter Sichtbeton

Das Strafjustizzentrum besticht gestalterisch durch die Balance aus lichtdurchfluteter Transparenz und steinerner Architektur. Dazu trägt eine Spezialität der Dechant Hoch- und Ingenieurbau gmbh bei: der elegante Sichtbeton. Dechant hatte auf der Baustelle eine eigene Schreinerei installiert. 6.000 Quadratmeter Schalungsfläche in der höchsten Sichtbetonklasse SB4 hat das Unternehmen mit verbaut – sichtbar an Wänden, Unterzügen und acht Meter hohen Säulen, die dem Gebäude einen modernen und hochwertigen Charakter verleihen.

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