Die evangelische Kirchengemeinde und Dekanin Stefanie Ott-Frühwald, Michelau, verabschiedeten in einem Festgottesdienst Pfarrer Matthias Hagen in den Ruhestand und seine Ehefrau Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen aus dem Dienst der Pfarrstelle Bad Staffelstein und Herreth.
Ihrer letzten Predigt, die sie gemeinsam hielten, lag der Predigttext aus dem Epheserbrief 5 zugrunde, wo es unter anderem heißt: „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt.“
Nach der Predigt hatte die von Pfarrer Hagen gegründete evangelische Kirchenband ihren Auftritt, bevor Dekanin Stefanie Ott-Frühwald die beiden Geistlichen entpflichtete.
Über 27 Jahre im Dienst der Gemeinde Bad Staffelstein
Sie bedankte sich mit einer Urkunde, von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm unterschrieben, etwas zum Lesen und einem lutherischen Apfelbaum zum Ernten im Garten des neuen Zuhauses.
Am anschließenden Festakt in der Peter-J.-Moll-Halle gleich neben der Dreieinigkeitskirche nahmen 160 Gäste aus dem öffentlichen Leben, Vereinen, Gruppen und privaten Familien teil.
Martin Fritz, Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, begrüßte die Anwesenden. Über 27 Jahre lang waren beide für die Gemeinden zuständig. Ihre Aufgaben waren so umfangreich und vielfältig und ihr Einsatz ging über die alltäglichen Aufgaben eines Pfarrers oder einer Pfarrerin hinaus.
Seelssorge hat das Pfarrer-Ehepaar wachsen lassen
ErHagem war zusätzlich Seniorpfarrer, stellvertretender Dekan, Ausbilder, Kindergarten-Pfarrer, Prediger, Musiker mit Songs in Pfarrersgarten und Konzerten unterm Buchenbaum.
Solche Aufgaben und Begegnungen mit so vielen Menschen haben die beiden geprägt. Die beratende Seelsorge habe Sabine Schmid-Hagen persönlich wachsen lassen, ebenso das kreative Arbeiten, das Ausprobieren neuer Methoden und die Gemeinschaft mit Kindern und Erwachsenen.
Krabbelgottesdienste, Kinderkirche, Besuchsdienstkreis, Hobbykreis, Café Lebensfreude, Café Jungbrunnen, Kirchenchor, Konfirmandenteams und die Lektoren- Ausbildung sind ihrem Engagement zu verdanken.
Sonja Fischer, Kirchenvorstand Herreth, bedankte sich mit einem Gedicht vom Überraschungsgottesdienst zum Erntedankfest in der geschmückten landwirtschaftlichen Halle des Aussiedlerhofes Reblitz.
Gute Zusammenarbeit
Für die Stadt Bad Staffelstein würdigte Bürgermeister Mario Schönwald die sehr gute persönliche Zusammenarbeit von Stadt und Kirchenvertretern, insbesondere auch mit der jetzt laufenden Errichtung der neuen Kindertagesstätte.
Bürgermeisterin Nina Liebermann aus der Gemeinde Itzgrund, zu der Herreth gehört, hob die aufgeschlossene, liebevolle und hilfsbereite Art und Weise, wie beide Pfarrer mit den Menschen einer kleinen Gemeinde umgegangen sind, hervor.
Pfarrer Geyer, Burgkunstadt, und die Kolleginnen und Kollegen aus dem Dekanat bedankten sich für die große Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Damit es ihnen im Ruhestand und im neuen Zuhause, ein Leben in Pfarrhäusern ist nun vorbei, nicht kalt wird, schenkten sie einen Korb mit Holz und dazu von jedem eine große Schachtel Streichhölzer mit Bibelsprüchen.
Ökumene in Bad Staffelstein lebendig
Die Ökumene, so begann Kirchenvorstand Bernhard Lemmink die Ankündigung des nächsten Redners, sei für Matthias Hagen und vor allem auch für Sabine Schmid-Hagen hier im Gottesgarten, mit Kloster Banz und vor allem Vierzehnheiligen und Sankt Kilian, eine außerordentlich wichtige Beziehung gewesen.
Pfarrer Birkel, als Vertreter der katholischen Pfarrei St. Kilian nahm diesen Hinweis auf und bedankte sich für den guten Zusammenhalt beider Kirchen.
In Bad Staffelstein werde Ökumene gelebt, nicht nur mit der seit Jahren praktizierenden Ökumenischen Kur- und Urlauber-Seelsorge, sondern auch in Familien mit unterschiedlichem Glauben, im Kindergarten und bei Jugendlichen. „Und einen großen Anteil an den Begegnungen habt ihr, Matthias und Sabine, gehabt.“
Kindergarten-Leiterin Beate Wagner bedankte sich mit einer lustigen Geschichte, einer Begegnung des Pfarrers mit einer Kindergruppe vorm Metzger zum Thema Alter. „Mit dir kann man ja über alles reden“, sagte ein Mädchen. Dieser Spruch habe nicht nur für die Kinder gegolten, er galt auch für das Team und den Führungsstil sowie auch für die Sitzungen auf der schwarzen Couch im Pfarrbüro, sagte Wagner.
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