Der FC Lichtenfels hat es also tatsächlich geschafft: Der Klassenerhalt für die Landesliga ist in trockenen Tüchern! Und während in der Ligaphase ordentlich zittern für die Mannschaft von Trainer Stefan Dietz angesagt war, zog man die Sache in den vier Relegationsspielen gnadenlos durch: 0:0 und 1:0 gegen den SC Sylvia Ebersdorf, 2:0 und 2:0 gegen die SpVgg Bayreuth II.
Das ergibt nach 360 Minuten eine Bilanz von 5:0 Toren, und das gegen Mannschaften, die in der Bezirksliga zu den torgefährlichsten zählten. „Wenn man in der Relegation in vier Spielen kein Gegentor bekommt, dann ist das absolut verdient. Wir waren in beiden Duellen die bessere Mannschaft, und was die Jungs in den letzten Wochen geleistet haben, war überragend“, lobt Dietz.
„Den Klassenerhalt haben sie sich absolut verdient, und jetzt haben sie sich auch eine Pause verdient. Das war schon kräftezehrend in den letzten Wochen, nicht nur für die Beine, sondern auch für den Kopf.“ Denn in der Relegation herrscht nochmal ein anderer Druck als bei einem Liga-Spiel. Es geht um alles oder nichts, in 90 oder 180 Minuten kann eine Saison gerettet oder zerstört werden.
Stefan Dietz: "Steht 2:0 zur Halbzeit, da kann alles passieren"
Die Lichtenfelser hatten eine scheinbar komfortable Ausgangslage für diesen Samstag: Sie hatten das Hinspiel mit 2:0 gewonnen und spielten noch dazu vor heimischem Publikum. Doch so einfach ist die Sache nicht, merkt Dietz an: „Ich habe den Jungs gesagt: Es ist gerade mal Halbzeit und es steht 2:0, da kann alles passieren. Wir mussten schauen, dass wir gerade in der Anfangsphase kein Gegentor bekommen, denn sonst hätte Bayreuth nochmal umso mehr dran geglaubt.“
Diesen Plan haben seine Schützlinge erfolgreich in die Tat umgesetzt. Gegen das aggressive Pressing der Korbstädter hatte die Bayreuther Reserve keine Antwort parat, stattdessen stand es nach gut einer Viertelstunde 1:0 für die Hausherren durch einen kuriosen Treffer von Tobias Zollnhofer. Kurz nach Wiederanpfiff legte Felix Lausch das 2:0 nach – es war die Vorentscheidung.
„Danach muss man auch ehrlicherweise sagen, ist es schwierig, hier in Lichtenfels nochmal zurückzukommen. Wir haben nochmal alles probiert, aber leider hat es nicht gereicht“, sagt der Bayreuther Coach Peparim Gashi. Seine Mannschaft war tatsächlich nur in einer Phase mal etwas gefährlicher: Nach der Trinkpause in der ersten Halbzeit, die bei schwülen 28 Grad nötig war.
SpVgg Bayreuth II schafft Aufstieg trotz herausragender Bilanz nicht
Wie bilanziert er den Relegationsauftritt seiner Mannschaft, nach den beiden 0:2-Niederlagen gegen den FCL? „Ihr Plan ging auf, und das ist auch verdient, sie sind ja weiter“, antwortet er. „In Bayreuth hatten wir in den ersten 20 Minuten zwei sehr gute Chancen und haben sie nicht gemacht, und Lichtenfels seine schon. Das war so ähnlich wie hier. Und wenn man in zwei Spielen kein Tor schießt, dann haben wir irgendwas falsch gemacht.“
In der Ligaphase hatte die zweite Mannschaft der Oldschdood kaum etwas falsch gemacht, davon zeugen nicht nur 79 Punkte in 34 Spielen, sondern vor allem die 120 erzielten Tore. Trotzdem reichte diese herausragende Bilanz in der Bezirksliga Oberfranken Ost nicht zur Meisterschaft – Vorwärts Röslau sammelte noch sechs Punkte mehr.
„Mit so vielen Punkten und geschossenen Toren dann trotzdem nur Zweiter zu werden und in der Relegation auszuscheiden, das tut einfach weh“, hadert Gashi. „Wie ich die Jungs kenne, und wie sie charakterlich drauf sind, werden sie auch nächstes Jahr wieder angreifen. Und ich hoffe, dass wir dann nicht nochmal Zweiter werden.“
Nächstes Jahr bitte keine Relegation für den FC Lichtenfels
Neu angreifen wird in der kommenden Saison auch der FC Lichtenfels wieder. Dass man nach einem katastrophalen Saisonstart mit nur neun Punkten in der Hinrunde noch über den Umweg Relegation die Klasse in der Landesliga gehalten hat, darf als Erfolg gewertet werden.
Nächstes Jahr soll die Relegation dann ohne den FCL stattfinden. „Wir wollten auch dieses Jahr nichts mit der Relegation zu tun haben, aber es kommt dann manchmal anders als man denkt. Wir haben es geschafft, und das ist jetzt das Wichtigste“, sagt Dietz. Nachsatz: „Was wir in der Relegation abgeliefert haben, war einfach überragend.“












