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Kissinger Innenstadt
Bedrohung, Flucht, Zugriff: Hatte der Mann ein Messer?
Am Donnerstag wurde ein 20-Jähriger in der Bad Kissinger Innenstadt verhaftet. Er soll zwei Männer mit einem Messer bedroht haben.
Am Donnerstag wurde ein 20-Jähriger in der Bad Kissinger Innenstadt verhaftet. Er soll zwei Männer mit einem Messer bedroht haben. // Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa
Bad Kissingen – Die Polizei nahm einen 20-Jährigen in psychischem Ausnahmezustand in der Innenstadt fest. Zeugen sahen ein Messer - das sagt die Polizei.

Am Donnerstagvormittag hatte ein 20-Jähriger am Ostring zunächst ein Auto bespuckt und beschimpft, war danach mit zwei Insassen eines Handwerkerfahrzeugs aneinander geraten und hatte sie massiv bedroht. Anschließend war geflüchtet und ist im Bereich der Martin-Luther-Straße festgenommen worden. Wie die Polizei bereits am Freitag in ihrem täglichen Bericht mitgeteilt hatte, befand der Mann sich in einem psychischen Ausnahmezustand und wurde nach der Festnahme in einer Fachklinik untergebracht.

Kleines Küchenmesser?

Seitdem geht in der Stadt das Gerücht um, dass der Mann mit einem Messer bewaffnet war. Christian Pörtner, Leiter der Polizei Bad Kissingen, bestätigt, dass die beiden Bedrohten ausgesagt haben, der Mann habe ein handelsübliches Obstmesser mit kurzer Klinge in der Hand gehalten. „Sie sagen, dass er ein kleines Küchenmesser dabei hatte“, sagt Pörtner.

Dem Beschuldigten gefolgt

Zum Ablauf des Vorfalls: An der Ampelkreuzung von Erhardstraße und Ostring soll der 20-Jährige laut Polizei bei Rot über die Ampel gegangen sein und dabei den Pkw bespuckt und angeschrien haben. Die Männer in dem Handwerkerfahrzeug haben das beobachtet. Sie fuhren dem Mann in die Erhardstraße hinterher und sprachen ihn an.

Daraufhin entwickelte sich ein Streit, der sich hochschaukelte, erklärt Pörtner. Die Handwerker haben ausgesagt, dass der Beschuldigte im Lauf der Auseinandersetzung das Messer gezogen und sie mit den Worten „I will kill you“ bedroht haben soll. Der Polizeichef weist darauf hin, dass ein etwa zwei Meter großer Abstand zwischen dem Wagen und dem Beschuldigten bestand und die Männer geschützt darin saßen. „Der Beschuldigte hatte das Messer nicht aktiv gegen Menschen eingesetzt“, schildert er.

Waffe nicht auffindbar

Der 20-Jährige ergriff die Flucht und rannte zu Fuß in Richtung Innenstadt. Die Bedrohten riefen die Polizei, eine Streife war schnell vor Ort. Aufgrund der ausführlichen Personenbeschreibung hatten die Polizisten den Flüchtigen im Bereich der Martin-Luther -Straße nach kurzer Zeit gestellt und festgenommen. Ein Messer fanden sie bei ihm nicht. Laut Pörtner suchte die Polizei den Weg ab, den der Mann auf seiner Flucht zurückgelegt hatte, jedoch ohne die Waffe zu finden. Dass er tatsächlich ein Messer trug, lasse sich nicht beweisen.

Keine allgemeine Gefahr

Eine Gefahr für die Allgemeinheit habe nicht bestanden. „Es kam entlang des Wegs zu keinen weiteren Bedrohungen mehr gegen andere Menschen“, sagt der Polizeichef.

Im Polizeibericht wurde die Waffe nicht erwähnt. Wie Pörtner erläutert, wolle die Polizei nicht unnötig Angst vor Messerattacken schüren. Dass eine Waffe im Spiel war, sei nicht erwiesen. Um aber die Schwere deutlich zu machen, wurde im Bericht von einer „massiven Bedrohung“ gesprochen.

Aus Klinik entlassen

Weil der 20-Jährige sich für die Polizei eindeutig in einer psychischen Ausnahmesituation befand, ordneten sie die Unterbringung in einer Fachklinik an. Laut Pörtner wurde der Mann am Tag darauf wieder entlassen. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Bedrohung eingeleitet.

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