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Kinder- und Jugendmedizin
Aus für die Kinderstation am Eli in Bad Kissingen
Das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen.
Das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen. // Stefanie Noe
Bad Kissingen – Die Abteilung für Kinderheilkunde am Elisabeth-Krankenhaus wurde geschlossen. Damit gibt es keine stationäre Versorgung für kranke Kinder mehr im Landkreis. Das bedeutet lange Wege für Familien.

Fast unbemerkt hat das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen seine Kinderstation zum Ende des Jahres 2025 geschlossen.

Nachdem 2015 bereits die Geburtsstation aufgegeben wurde, gibt es nun keine Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin mehr am Bad Kissinger Krankenhaus. Eltern mit kranken Kindern müssen nun längere Wege zu den Krankenhäusern in Schweinfurt oder Würzburg in Kauf nehmen.

Zusammenarbeit mit Praxis beendet

Laut Pressestelle des Helios Unternehmens handelte es sich bei der Pädiatrie (Kinder- und Jugendmedizin) seit dem Bestehen um eine Belegabteilung. Das heißt, die jungen Patienten wurden von niedergelassenen Ärzten behandelt.

Das waren viele Jahre lang die Belegärzte der Facharztpraxis für Kinder- und Jugendmedizin Menendez-Castro, die sich ganz in der Nähe des Krankenhauses befindet. Das ist vorbei. „Diese langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit endete im Dezember 2025“, informiert die Pressestelle.

Weder zur Schließung der Kinderstation noch zum Ende der Zusammenarbeit zwischen Facharztpraxis und Krankenhaus möchte das Unternehmen Gründe nennen. „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu den Hintergründen sowie zu Details der vertraglichen Zusammenarbeit nicht weiter äußern“, so die Pressesprecherin. Auch aus der Praxis Menendez-Castro gab es trotz mehrfacher Nachfrage der Redaktion keine Aussage.

Gespräch mit Stadt und Landkreis

Der Bad Kissinger Oberbürgermeister Dirk Vogel findet die Entscheidung nicht gut: „Die Praxis Menendez-Castro hat aus meiner Sicht bisher als Belegpraxis im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus eine wichtige Funktion in der Versorgung von Kindern wahrgenommen, indem akut erkrankte Kinder nicht sofort in eine ‚echte‘ Kinderstation nach Schweinfurt oder Würzburg fahren mussten.“

Er habe vergangenes Jahr informell von der Schließung erfahren. Daraufhin haben Vogel zusammen mit Landrat Thomas Bold Kontakt mit den Akteuren aufgenommen, um Hintergründe zu erfahren und Lösungen zu suchen.

„Dabei wurde schnell klar, dass beide Parteien sich bereits unwiderruflich darauf geeinigt haben, die Zusammenarbeit zu beenden. Wir haben das sehr bedauert und hätten uns eine frühere Einbindung zur Konfliktlösung erhofft“, so der Oberbürgermeister.

Keine stationäre Kinderheilkunde vor Ort

Auch Landrat Thomas Bold ist mit der Entscheidung nicht glücklich: „Die Entwicklung bedaure ich, auch wenn es sich bei der bisherigen Versorgung nicht um eine eigenständige Kinderstation im klassischen Sinne gehandelt hat, sondern um Belegbetten einer niedergelassenen Praxis. Gleichwohl war dieses Angebot für viele Familien im Landkreis eine wichtige Anlaufstelle.“

Er bestätigt die Bemühungen von Stadt und Landkreis, die Kinderstation am „Eli“ in irgendeiner Form zu halten. „Im Verlauf dieser Gespräche hat sich jedoch gezeigt, dass die Entscheidung bereits getroffen war und nicht mehr revidiert, werden konnte.“

Längere Wege für Familien mit kranken Kindern

Fakt sei: Derzeit bestehe keine wohnortnahe stationäre pädiatrische Versorgung im Landkreis. „Das bedeutet für betroffene Familien längere Wege. Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht unbefriedigend“, so Thomas Bold gegenüber dieser Redaktion. Umso wichtiger sei es, die bestehenden Versorgungsstrukturen in der Region eng zu begleiten und gemeinsam mit den zuständigen Akteuren zu prüfen, welche Perspektiven sich künftig für eine Verbesserung ergeben können.

Mit der Schließung der pädiatrischen Belegstation zieht sich das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus nun komplett aus der Kinder- und Jugendmedizin zurück.

Im März 2015 wurde die Geburtsstation des „Eli“ wegen niedriger Geburtszahlen und zu wenig Hebammen geschlossen. Was zunächst als vorübergehende Kreißsaalpause gedacht war, erwies sich als Aus für die letzte Entbindungsmöglichkeit im Landkreis.

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