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Einen Traum erfüllt
Zurück nach Bad Kissingen: Tierärztin mit Zukunftsplänen
Sarah Grundmann mit ihrem Hund Leo
Sarah Grundmann mit ihrem Hund Leo // Riccarda Rascher
Oberthulba – Die Vegetarierin übersteht ein Schlachthof-Praktikum mit Bravour. Zurück in Bad Kissingen, promoviert Sarah Grundmann über eine Pferdekrankheit und schmiedet Pläne für die Zukunft.

Sarah Grundmann ist 23 und gebürtig aus Bad Kissingen. Sie hat sich ihren Traum erfüllt: Tierärztin zu werden. In Hannover absolvierte sie ihr Studium der Tiermedizin in der Regelstudienzeit von elf Semestern – mit einem beeindruckenden Durchschnitt von 1,1. Für diese Leistung wurde sie mit dem Nachwuchspreis der Universität Hannover ausgezeichnet. Nun ist sie zurück in ihrer Heimat und arbeitet an ihrer Doktorarbeit.

Tierarztsendungen als Kind

Schon als Kind war Sarah Grundmann von Tieren fasziniert. Sie hatte immer Haustiere, kümmerte sich um den Hund ihrer Tante und verschlang Tierarztsendungen im Fernsehen – zum Missfallen ihrer Mutter, die das Blut nicht ertragen konnte. Grundmann hingegen war nie zimperlich.

Sie promoviert bei Laboklin, einem der größten Labore der Region. Dort werden täglich zahlreiche Proben von Tierarztpraxen ausgewertet – gute Bedingungen für ihre Forschung. Ihre Doktorarbeit widmet sie der Anaplasmose bei Pferden, einer bakteriellen Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird und zu Fieber sowie Organproblemen führen kann.

Nach der Promotion möchte Grundmann zunächst in einer Klinik mitarbeiten, um möglichst viel praktische Erfahrung zu sammeln. Langfristig kann sie sich eine eigene Praxis vorstellen. Sie weiß: Der Beruf ist anspruchsvoll. „Man muss Spaß an ihm haben, sonst hält man die hohe Belastung und die Nachtdienste nicht aus“, sagt sie.

Sarah Grundmann bei der Verleihung
Sarah Grundmann bei der Verleihung // Grundmann

Drei Wochen im Schlachthof

Nicht alles im Studium war leicht: besonders der Bereich Lebensmittel und Lebensmittelsicherheit stellte sie vor Herausforderungen. Drei Wochen Praktikum im Schlachthof waren für die überzeugte Vegetarierin die schwerste Zeit. Die Schwierigkeiten lohnen sich, wenn Erfolgserlebnisse dazukommen. 

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Pferd aus der Tierklinik in Hannover, das nach drei Operationen gegen Kolik wider Erwarten überlebte. Doch nicht alle Geschichten enden glücklich: Eine ältere Dame konnte ihrem Berner Sennenhund nach einer Operation kein Antibiotikum verabreichen. Der Hund kam zwar erneut in die Klinik, überlebte aber nicht.

„Hunde sind die besseren Menschen“

„Hunde sind manchmal die besseren Menschen, weil sie leichter verzeihen“, sagt Grundmann. „Ich habe das Gefühl, dass, auch wenn ich ihnen weh tun muss, die meisten trotzdem freudig wieder kommen.“ Ihr absurdester Fall: Bruno, ein alter Labrador, der sich am Quittenmost auf dem Kompost bediente und betrunken in der Klinik landete. Grundmann pumpte ihm den Magen aus und blieb stundenlang bei ihm, bis er sicher aus seinem Rausch erwachte.

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