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Urlaub in der Kurstadt
Eine Familie ist seit 1970 in Bad Kissingen verliebt
2022: Brunhilde und Stefan Fischbach im Kurgarten // Familie Fischbach
Bad Kissingen – Aus einer Urlaubsbekanntschaft wurde eine tiefe Freundschaft und eine große Liebe zur Welterbestadt. Warum Brunhilde und Stefan Fischbach die Stadt so lieben – und was sich verändert hat.

In anstrengenden Zeiten unterzieht sich Stefan Fischbach einem ganz besonderen „Stressleveltest“: Er greift zu einem Bildband über Bad Kissingen und schaut sich Luftbildaufnahmen an.  Spürt er dann dieses ganz bestimmte innere Drängen nach der Stadt, weiß er: Ich bin urlaubsreif!

Der 59-Jährige hat seit seiner Kindheit sehr oft mit seinen Eltern die Welterbestadt besucht. Lange währt also bereits die Liebe zur Kurstadt: „Bad Kissingen ist eine Konstante in meinem Leben. Wenn ich mir Bilder anschaue, finde ich den Gedanken schön, dass dieser Ort auch nach mir viele Menschen erfreuen wird. Das hat etwas von Dauer und Beständigkeit“, meint der evangelische Gemeindepfarrer.

Alles begann 1968

Diese Leidenschaft für Bad Kissingen geht ausgerechnet auf den Mondsee in Österreich zurück. Dort traf das Ehepaar Fischbach aus Dausenau in Rheinland-Pfalz auf das Ehepaar Schumacher aus Bad Kissingen. Die Männer verband, dass sie bei der Feuerwehr engagiert waren. Schnell freundeten sich die Familien an, die beide leidenschaftlich gerne wanderten. In den folgenden Jahren unternahmen sie daher viele gemeinsame Urlaube.

Die Familie Schumacher – Freundschaft bis heute

Anni Schumacher aus Bad Kissingen führte mit ihren Schwiegereltern in ihrem Wohnhaus in der Badgasse ein Bürstengeschäft. Auf der Durchreise zum gemeinsamen Urlaub waren die Fischbachs 1970 das erste Mal in Bad Kissingen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, versichert die heute 89-jährige Brunhilde Fischbach. Immer wieder besuchten sie fortan ihre Freunde in der Kurstadt und umgekehrt. Anfangs handelte es sich dabei eher um Wochenendaufenthalte, später kam die Familie für längere Kuren nach Bad Kissingen.

1973 - Am Hauseingang der Badgasse 1 (von links): Anni Schumacher, Großvater Bernhard Schumacher, Stefan Fischbach (damals acht Jahre), Brunhilde Fischbach, Ewald Fischbach // Familie Fischbach

Mittlerweile sind Brunhildes Mann Ewald Fischbach sowie das Ehepaar Schumacher verstorben. Die Freundschaft zu ihren Töchtern besteht weiterhin.

Eisessen 2014 im Rosengarten (von links): Tochter Monika Schmidt, Tochter Erika Hergenröther, Anni Schumacher, Brunhilde Fischbach // Stefan Fischbach

Lieblingsorte in Bad Kissingen

Die Fischbachs kennen und lieben Bad Kissingen zu jeder Jahreszeit – von den Adventslichtern bis zum sommerlichen Spaziergang in den Parks. Sehr gerne flanieren Mutter und Sohn über die örtlichen Trödelmärkte, zu Hause haben sie daher eine beachtliche Sammlung an Kissinger Andenken.

Große Fans sind sie von den Kurkonzerten und Kindermusicals, letztere finden im Mai und Juni statt. Bei jedem Besuch ist außerdem der Gradierbau Ziel eines Spaziergangs entlang der Saale. Natürlich genießen die Fischbachs jedes Mal Zeit im Rosengarten und im Luitpoldpark. „Der Klanggarten im Luitpoldpark ist für mich in stressigen Zeiten eine Seelenmassage“, schwärmt Stefan Fischbach.

Der 59-Jährige empfiehlt darüber hinaus eine Besichtigung des Bootshauses der beiden Saaledampfer und einen Besuch in der Friedhofshalle. Dort gibt es eine Uhr, die an die eigene Sterblichkeit erinnere und daran appelliere, das Leben zu nutzen und zu genießen. 

Impressionen des Bootshauses der Saaledampfer am Tag des offenen Denkmals 2013 // Stefan Fischbach

Veränderungen seit 1970

Vieles hat sich in der Kurstadt seit dem ersten Besuch der Fischbachs verändert. Besonders positiv finden sie, dass es mittlerweile eine Fußgängerzone gibt. „Bad Kissingen hat einen Umbau zu einer seniorengerechten Stadt durchlaufen. Ich bin nicht mehr so gut zu Fuß und daher im Rollstuhl unterwegs. Hier fühlt man sich unter Leidensgenossen“, meint die 89-Jährige. Ihr Sohn hat das Gefühl: „Anderswo schämen sich die Leute vielleicht, hier machen sich die älteren Menschen schick und genießen das Leben.“ Beide bedauern hingegen die Schließung des Kurhausbads sehr. Brunhilde Fischbach verrät außerdem: „Die Handarbeitsgeschäfte vermisse ich so.“

Brunhilde und Stefan Fischbach im August 2025 in Bad Kissingen // Familie Fischbach

„Ich verordne euch eine Woche Bad Kissingen“

Vielen Freunden und Bekannten haben Stefan und Brunhilde Fischbach einen Aufenthalt in der fränkischen Kurstadt schon empfohlen. „Einmal haben die Landfrauen eine Fahrt nach Bad Kissingen organisiert, da habe ich gleich gesagt: Da kann ich euch führen. Als ich das dann machte, erkannten mich auf der Straße direkt auch einige Bad Kissinger“, erzählt die 89-Jährige.

„Weil die Stadt so übersichtlich ist, ist man schnell mit den Menschen hier bekannt. Das trägt bei zu dem Gefühl von: Man ist daheim“, findet auch ihr Sohn. Sogar auf ihrer Norwegen-Kreuzfahrt 2017 wurden die beiden von einem Ehepaar angesprochen: „Wir fragen uns schon ein paar Tage: sind Sie nicht immer im Sommer in Bad Kissingen im Kurkonzert?“ 

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