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„Fastnacht in Franken“ 2026
Wie behält man den Blick für die Komik, Michl Müller?
Der selbst ernannte „Dreggsagg“ aus dem Bad Kissinger Stadtteil Garitz: Michl Müller
Der selbst ernannte „Dreggsagg“ aus dem Bad Kissinger Stadtteil Garitz: Michl Müller // Patty Varasano (Archivfoto)
Bad Kissingen – Auch dieses Jahr ist der selbst ernannte „Dreggsagg“ bei der BR-Kultsendung dabei. Im Interview verrät der Komiker aus Bad Kissingen, wie die Vorbereitung läuft.

Am 11. November hat einmal mehr die fünfte Jahreszeit begonnen. Ein Höhepunkt ist im Fasching traditionell die Kult-Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim, die diesmal am 6. Februar 2026 um 19 Uhr im BR ausgestrahlt wird.

Fast schon zum Inventar gehört dabei der selbst ernannte „Dreggsagg“ aus dem Bad Kissinger Stadtteil Garitz, Michl Müller. Im Interview erzählt der 53-jährige Komiker, bekannt für fränkisches Gebabbel, lebensnahe Pointen und knallige Lieder mit gehörigem Ohrwurm-Potenzial, warum Humor gerade in komplizierten Zeiten wichtig ist und wie viel persönliche Wahrheit eigentlich in seinen Songs steckt.

Herr Müller, Hand aufs Herz, haben Sie zu Hause in Garitz eigentlich eine Heißluftfritteuse?

Michl Müller: Wir haben eine, sogar eine doppelte. Aber ich gebe zu, dass ich die erst gekauft habe, nachdem das Lied dazu schon entstanden war. Die Idee kam damals ja zusammen mit den „Kings of Günter“ auf. Eigentlich sollte es im Song um den Thermomix gehen. Den fand ich da aber schon wieder veraltet, so wurde es dann eben die Heißluftfritteuse. Wobei unsere ehrlich gesagt auch nicht öfter als vielleicht zweimal im Monat läuft (lacht).

Ihre Nummern leben oft von der Komik des Alltags, wie eben bei der Ode auf die Heißluftfritteuse bei „Fastnacht in Franken“ voriges Jahr. 2024 ging es um die Unterhose, zuvor auch schon mal um die heimische Baustelle oder die Aufgaben als Hausmann. Wird das Publikum sich auch heuer wiedererkennen?

Müller: Natürlich. Die Lieder entstehen ja aus Alltagssituationen und Beobachtungen. Wie auch bei der Fleischereifachverkäuferin oder dem Heringsdösle. Wobei ich sagen muss: Noch ist ja nicht klar, was ich diesmal mache. Ich habe eine Idee, aber die muss ich erst einmal durchbringen. Vielleicht sagen die in Veitshöchheim ja: Jetzt flippt er komplett aus (lacht). Geplant ist diesmal auf jeden Fall weniger Bumbum, eher wieder ein Schunkler.

Inwieweit kommt es dabei zu Inspiration von außen? Kommen Menschen mit Ideen auf Sie zu?

Müller: Ich werde schon öfter angesprochen, dass ich etwas über Krankenpfleger oder Schornsteinfeger zum Beispiel machen könnte. Am Ende gibt nicht jede Berufsgruppe oder jedes Hobby etwas her. Und es ist auch immer zweischneidig: Die einen finden es gut, wenn es um ihre Berufsgruppe geht, andere weniger. Man muss immer aufpassen.

Was bei Ihnen auch gut funktioniert, ist Dialekt.

Müller: Ich spiele gerne mit der fränkischen Aussprache einiger Wörter, ja. Davon leben meine Lieder auch manchmal. Da gibt es übrigens auch viel Inspiration vor der Haustüre: In Mittel- oder Oberfranken sprechen die Leute von Ort zu Ort noch relativ ähnlich. Bei uns verstehe ich als Garitzer in Stangenroth schon fast nichts mehr (lacht).

Zuletzt standen Sie in Nüdlingen, direkt neben ihrer Heimat Bad Kissingen, auf der Bühne. Bleiben solche Auftritte besonders?

Müller: Ja, weil die Leute anders zuhören. Wenn ich in Dessau vom Klaushof spreche, versteht das kein Mensch und ich muss es erklären. Zu Hause weiß jeder, was gemeint ist. Es ist schon auch interessant, wenn man in die Gesichter im Publikum schaut und sieht, wie es in den Köpfen arbeitet. Die Leute fragen sich in der Heimat bei vielen Witzen, wie ich sie meine und auf wen ich sie beziehe.

Sie sprechen von Alltagssituationen und Beobachtung. Wie behält man den Blick für das Komische auf der Welt, wenn schlechte Nachrichten gefühlt immer mehr zunehmen?

Müller: Man merkt tatsächlich, dass manches merkwürdig geworden ist. Die Menschen sind häufiger und leichter gereizt. Aber der Humor geht am Ende nicht verloren. Auf mich kommen oft Leute zu und sagen: Du bist einfach immer gut gelaunt und lachst. Ich glaube, wenn man mit einem Lachen durchs Leben geht, kann man viele andere mitziehen.

Ein Lachen tut unserer Gesellschaft also gut.

Müller: Gerade in der heutigen Zeit, in der viele gar nicht mehr an einer ehrlichen Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen interessiert sind, hilft es manchmal am meisten, zusammen über etwas zu lachen.

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