Ende November öffnet in Bad Kissingen einmal mehr der traditionelle Lichterglanz. Veranstalter PRO Bad Kissingen, Verein für Stadtmarketing, hat für den Weihnachtsmarkt gemeinsam mit Stadtverwaltung, Polizei und Feuerwehr ein neues Sicherheitskonzept aufgestellt. Das hat zur Folge, dass die Obere und Untere Marktstraße, der Marktplatz sowie die Brunnengasse, Grabengasse und Spargasse im Zeitraum vom 25. November bis zum 27. Dezember 2025 nicht oder nur eingeschränkt befahrbar sein werden.
Wie Ralf Ludewig, Vorsitzender des Vereins Pro Bad Kissingen, erklärt, werden während des Lichterglanzes feste und mobile Straßensperren aufgestellt. Sonntags bis donnerstags von 11 bis 20 Uhr sowie am Freitag und Samstag von 11 bis 21 Uhr werden diese Sperren im Veranstaltungszeitraum geschlossen sein, das Passieren ist dann für Fahrzeuge nicht möglich.
Betroffen ist davon auch der Lieferverkehr. Zu Fuß oder mit dem Rad können die Sperren dagegen passiert werden. Auch Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr haben im Notfall jederzeit Zugang zu den abgesperrten Bereichen, so Ludewig.
Staatsregierung stellt erhöhte Anforderungen an Veranstaltungssicherheit
Hintergrund der verschärften Sicherheitsmaßnahmen sind dramatische Vorkommnisse wie der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg am 20. Dezember 2024. Dabei war ein Mann mit seinem Fahrzeug in die Menge gerast, sechs Menschen starben, mehr als 300 weitere wurden verletzt.
„Die bayerische Staatsregierung hat auf Vorfälle wie zuletzt in Magdeburg reagiert und ja auch reagieren müssen. Die Vorgabe ist, dass der Veranstalter bei Großveranstaltungen jeglicher Art, insbesondere aber bei solchen mit religiösem Hintergrund, dafür sorgen muss, dass das Befahren mit einem Kfz nicht möglich ist“, erklärt Ludewig.
In enger Abstimmung mit Stadtverwaltung, Feuerwehr und Polizei habe man das ins angepasste Sicherheitskonzept eingearbeitet. „Klar ist aber auch, dass das für uns als Veranstalter schon knackig ist“, sagt Ludewig. Die Stadt unterstütze zwar, jedoch seien die zusätzlich anfallenden Kosten für den Verein PRO Bad Kissingen immens. „Den Großteil tragen am Ende die Betreiber der Buden, die damit dieses Jahr schon in ein gewisses Risiko gehen“, räumt er ein, dass man die Steigerung zum Teil weitergeben müsse.
Dass der Lichterglanz in Bad Kissingen 2025 stattfindet, stand auf der Kippe
Tatsächlich sei es „keine einfache Entscheidung“ gewesen, dass der Lichterglanz heuer stattfindet. Die ebenfalls von PRO Bad Kissingen veranstaltete Winter Plaza auf dem Rathausplatz gibt es 2025, unter anderem wegen steigender Sicherheitskosten, nicht.
„Für die nächsten Jahre wird es nicht einfacher“, sagt Ludewig. „Wir können die Kosten ja auch nicht endlos an die Kunden weitergeben. Die zahlen keine acht Euro für den Glühwein, damit wir eine Straßensperre mieten können. Es gibt eine Schmerzgrenze. Dieses Jahr gehen unsere Wirte zum Glück mit, aber wir müssen danach sehr genau Bilanz ziehen.“
Konkrete Vorfälle oder Bedenken, die für eine verschärfte Gefahrenlage in Bad Kissingen sprechen, gibt es laut Polizeichef Christian Pörtner derweil nicht. „Wir fahren personell keinen erhöhten Aufwand“, sagt er. In den letzten Jahren habe es keinerlei Auffälligkeiten gegeben, die ihn dazu veranlassen würden.
Aber: „Das Thema Fahrzeuge ist inzwischen einfach Teil der Veranstaltungssicherheit“, so Pörtner. Auch Ralf Ludewig geht davon aus, dass dieser Zusatzaufwand in den nächsten Jahren nicht kleiner werden wird.















